Schweiz

Walliser müssen 300-jähriges Gelübde brechen

Aktualisiert am 06.08.2009

Die Bewohnerinnen und Bewohner der Walliser Dörfer Fieschertal und Fiesch möchten gegen den Klimawandel und den Schwund des Aletschgletschers beten. Doch da gibt es ein Problem.

Göttliche Hilfe gegen die Schmelze: Aletschgletscher.

Göttliche Hilfe gegen die Schmelze: Aletschgletscher. (Bild: Keystone)

Wie die Informationsstelle Wallis am Donnerstag mitteilte, haben die Bewohner von Fieschertal und Fiesch 1678 das Gelübde abgelegt, tugendhaft zu leben und gegen das Wachstum des Aletschgletschers zu beten. Grund dafür waren das bedrohliche Vorrücken des Gletschers und die Ausbrüche des über dem Dorf gelegenen Märjelensees. Um die Wirkung der Gebete während des Gletscherhöchststandes Mitte des 19. Jahrhunderts noch zu verstärken, wurde ab 1862 einmal jährlich eine Prozession durchgeführt.

Inzwischen haben sich die Zeiten geändert - «es ist viel Eis geschmolzen», wie es im Communique heisst. Jetzt soll der Gletscher wieder wachsen und das «Katastrophen-Gelübde» um Beistand gegen den Klimawandel ergänzt werden. Der Entscheid darüber liegt allerdings bei Papst Benedikt XVI. Die Fiescher und Fieschertaler hoffen, im September oder Oktober eine Audienz zu erhalten und sind zuversichtlich, dass der Heilige Vater in ihrem Sinne entscheiden wird. (sam/ap)

Erstellt: 06.08.2009, 10:28 Uhr

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