Walpen wählte Deltenre nach Genf

SRG-Generaldirektor Armin Walpen hat den Stellenwechsel von Fernsehdirektorin Deltenre unterstützt – auch wenn er ihren Weggang «ausserordentlich bedauert».

Wurden Sie von Deltenres Weggang überrascht?
Nein, ich bin ja selber Mitglied des Verwaltungsrats der Europäischen Rundfunkunion (EBU), der Ingrid Deltenre gewählt hat. Als die Stelle des EBU-Generaldirektors ausgeschrieben wurde, hat sich Ingrid Deltenre für einen Wechsel auf die internationale Ebene interessiert. Ich habe ihr gesagt, dass ich das ausserordentlich bedauern würde, da sie eine sehr gute Direktorin ist. Aber ich verstehe auch, dass sie diese Erfahrung machen will.

Wann war die Stelle ausgeschrieben?
Es ist längere Zeit her. Aber ich kann nicht mehr genau sagen, wann das war.

Sie bedauern, dass Deltenre geht, haben Sie als EBU-Verwaltungsrat aber trotzdem an die neue Stelle gewählt. Ist das nicht ein Widerspruch?
Ich habe sie unterstützt, nachdem sie sich zum Wechsel entschlossen hatte. Ingrid Deltenre kann sich etwas darauf einbilden, dass sie sich europaweit gegen gute Kandidaten durchgesetzt hat. Man kann etwas bedauern, auch wenn man es verstehen und nachvollziehen kann.

Halten Sie es für denkbar, dass Deltenre als Superdirektorin für Radio und Fernsehen zurückkommt, sobald das Konvergenzprojekt abgeschlossen ist?
Denkbar ist fast alles. Aber an eine solche Möglichkeit habe ich heute noch nicht gedacht – und ich bin überzeugt, dass das auch bei Ingrid Deltenre so ist.

Suchen Sie nun einen Übergangsdirektor, der Fernsehen DRS bis zur Zusammenlegung mit Radio DRS führt?
Wir brauchen jemanden, der sich voll engagiert und überzeugt ist von der Konvergenz – auch wenn er weiss, dass sein Job in absehbarer Zeit aufgehoben wird. Es gibt keine Garantie, dass er dann Direktor der neuen Unternehmung wird. Auch der dem Regionalrat vorgeschlagene Radiodirektor Iso Rechsteiner hat keine solche Garantie.

Deltenre geht in einer Zeit, in der mehrere SRG-Spitzenleute altershalber abtreten. Auch Sie erreichen 2010 mit 62 das SRG-Pensionsalter. Werden Sie jetzt länger bleiben?
Ich habe mich entschieden. Aber es ist zu früh, sich zu äussern, weil dies auch den Verwaltungsrat betrifft. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.06.2009, 23:53 Uhr

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