Schweiz

«Weltwoche» und SRG treten sich gegenseitig ans Schienbein

Von Maurice Thiriet. Aktualisiert am 20.05.2011 136 Kommentare

Die «Weltwoche» wirft der SRG vor, Geld zu verlochen. Deren Sprecher lässt die Kritikerin ins Leere laufen.

Steht mit seiner «Weltwoche» im Clinch mit der SRG: Herausgeber und Chefredaktor Roger Köppel.

Steht mit seiner «Weltwoche» im Clinch mit der SRG: Herausgeber und Chefredaktor Roger Köppel.
Bild: Keystone

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20 bis 30 Millionen soll die SRG 2009 für ein neues Bildverarbeitungssystem ausgegeben haben. Teile von diesem stünden bis heute noch originalverpackt in der Sportabteilung des Schweizer Fernsehens herum, und es werde bereits 2012 wieder durch ein neues ersetzt. Dies, weil die welschen Cutter sich beim neuen SRG-Generaldirektor beschwert hätten, dass das System Quantel Anweisungen nur auf Englisch gebe, was sie nicht möchten. Also habe Roger de Weck darauf hingewirkt, dass ein neues System angeschafft werde. Ein vielsprachiges. Ein den Welschen genehmes. Dies und mehr berichtet die «Weltwoche» in ihrer Ausgabe vom Donnerstag.

«Harmonisierung» und «Synergien»

Ohne die SRG mit den Vorwürfen zu konfrontieren, schickte «Weltwoche»-Inlandchef Philipp Gut, ganz Profi, am Dienstag um 16.45 Uhr sieben Fragen nach Kosten und der Begründung der SRG-Generaldirektion für den Wechsel auf Quantel an SRG-Sprecher Daniel Steiner. Er müsse diese Fragen wegen des Redaktionsschlusses bis spätestens 18 Uhr beantwortet haben. Steiner, ganz Profi und wohl wissend, dass die «Weltwoche» nur pro forma um Stellungnahme bat und die SRG zwei Anschaffungen verschiedener Systeme innert zweier Jahre sowieso nicht erklären kann, retournierte um 18.01 Uhr eine Erklärung über «strategische Harmonisierung», «betriebliche Synergien» und «neue Chancen der Digitalisierung», die mit keinem Wort auf die Fragen der «Weltwoche» einging. Umso genüsslicher wies SRG-Sprecher Daniel Steiner dafür gegenüber dem TA die Vorwürfe der «Weltwoche» zurück. An der Geschichte stimme «eigentlich fast nichts». Der genannte Betrag sei «um mehr als den Faktor 5!» zu hoch, die Geräte seien damals benötigt worden, weil die alten Geräte «out of support» gewesen seien. Nun rüste man im Zuge der Konvergenz alle SRG-Regionen mit einem einheitlichen System aus. Dass man dabei nicht auf Quantel zurückgreife, habe damit zu tun, dass die japanische Lösung nach neuen Erkenntnissen viel günstiger sei. Und was man nicht ausgepackt habe (sechs Geräte), das sei zurückgekauft worden. «Weltwoche» gegen SRG: 1 zu 1. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.05.2011, 22:53 Uhr

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136 Kommentare

Peter Müller

20.05.2011, 06:54 Uhr
Melden 132 Empfehlung

Habe selbst mal bei der SRG gearbeitet, 13 Jahre, da wurde das Geld wohl wissentlich zum Fenster rausgeschmissen. Der Weltwoche glaube ich in diesem Fall 100%-ig! Antworten


Roland Berger

20.05.2011, 08:27 Uhr
Melden 104 Empfehlung

Schon mal jemandem aufgefallen, wie wenig Inserate es in der Weltwoche gibt? Das kann sich nur eine Zeitschrift leisten, die potente Geldgeber im Rücken hat. Die Weltwoche könnte auf einem freien Markt gar nicht existieren, sie ist nur ein hoch gesponsertes Kampfblatt. Antworten



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