Wie die Bildung im Jahre 2030 aussehen soll

Aktualisiert am 31.08.2009

Die Akademien der Wissenschaften Schweiz haben heute ihre Vision präsentiert: In Zukunft sollen mehr Schüler eine höhere Bildung erwerben und Begabte stärker gefördert werden.

Kein Buch mit sieben Siegeln: Das Weissbuch der Akademien definiert die Anforderungen an das Bildungssystem im Jahre 2030.

Kein Buch mit sieben Siegeln: Das Weissbuch der Akademien definiert die Anforderungen an das Bildungssystem im Jahre 2030. (Bild: Keystone)

Das Weissbuch der Akademien definiert die Anforderungen an das Bildungssystem im Jahre 2030: In Zukunft sollen über zwei Drittel eines Jahrgangs Zugang zu einer Hochschule oder zu einer Höheren Berufsbildung erwerben. Es gehe darum, den «Pool der Begabungen» besser auszuschöpfen, sagte Professor Walther Zimmerli. Um die Spitze zu fördern, müsse die Breite gestärkt werden. Ausgaben für die Bildung seien nicht einfach Kosten, sondern Investitionen.

Es gehe darum, den Marktwert der Bildungsmarke «Swissness» zu steigern. Kritik übt das Weissbuch am Bildungsföderalismus. Was bisher als Qualitätsmerkmal angesehen worden sei, sei heute nur noch ein «kleinteiliger Partikularismus», der zunehmend als Mobilitätsschranke erfahren werde und ungleiche Bildungschancen schaffe.

Wissensgesellschaft

Auch wenn die Schweiz ein historisch einzigartiges und erfolgreiches Schulsystem habe, sei sie doch keine Insel, heisst es in dem Weissbuch. Die geschützten Räume kantonaler Schulpolitik seien für sich nicht in der Lage, angemessene Zukunftslösungen zu finden und zu realisieren.

In ihrem Szenario 2030 entwerfen die Akademien die strategischen Grundzüge eines zukunftsfähigen Bildungsverständnisses aus der Perspektive einer Wissensgesellschaft. Im Zentrum stehen eine umfassende Entfaltung der menschlichen Kompetenzen und die Befähigung zu aktiver und selbstbestimmter Teilhabe am öffentlichen Leben.

Begabungsförderung

Das Szenario setzt auf eine frühe Förderung von besonderen Begabungen. Ein elementares Wissenschafts- und Technikverständnis müsse integraler Teil der Allgemeinbildung werden. Die Ausbildungszeiten seien flexibler zu gestalten, und das nicht schulische informelle Lernen erhalte ein stärkeres Gewicht. Eine informationstechnologische «Alphabetisierung» gehöre zum Kernauftrag der Schule.

Die Akademien fordern die Schaffung eines Bildungsdepartementes. In einer Road Map machen sie Empfehlungen zur Bildungsstrategie. Am 24. September findet im Kongresshaus Biel eine öffentliche Debatte statt.

Der Verbund Akademien der Wissenschaften Schweiz umfasst die Akademien der Naturwissenschaften, der Geistes- und Sozialwissenschaften, der Medizinischen Wissenschaften und der Technischen Wissenschaften. Ihre Zusammenarbeit konzentriert sich auf Früherkennung, Ethik und Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. (mbr/sda)

Erstellt: 31.08.2009, 14:11 Uhr

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