Schweiz

Wie die SBB die Schweizer Städte umkrempeln

Die Bundesbahnen transportieren nicht nur Passagiere, sie bewirtschaften auch Tausende Grundstücke. Eine wahre Goldmine, wie verschiedene Grossbauprojekte in der Schweiz zeigen.

1/10 In Zürich entsteht zwischen dem Kreis 1 und dem Kreis 4 das neue Quartier Europaallee. Auf insgesamt 78'000 Quadratmetern werden in unmittelbarer Nähe zum Zürcher Hauptbahnhof mehr als ein Dutzend Gebäude gebaut, darunter die Pädagogische Hochschule für 2000 Studenten. Geplant sind zudem 400 Wohnungen, 6000 Arbeitsplätze, Läden und Restaurants. Investitionskosten: 1,5 Milliarden Franken.
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Milliardeninvestitionen geplant

Insgesamt bewirtschaften die SBB 4000 Grundstücke mit 3500 Gebäuden. Die Gewinne aus den Immobilien fliessen einerseits in die SBB-Pensionskasse, andererseits in neue Bauprojekte. Bis 2014 wollen die SBB rund 2,4 Milliarden Franken investieren.

Gleisanlagen, Schuppen, dazwischen wucherndes Unkraut. So präsentiert sich in der Schweiz vielerorts das Umfeld der Bahnhöfe. Vor einigen Jahren setzte allerdings eine neue Entwicklung ein: Seit die SBB 2003 eine eigene Immobiliensparte geschaffen haben, schlägt das Bahnunternehmen aus den Arealen, die an Bahnhöfe grenzen, Profit. Kurzum: Die SBB sind in den Städtebau eingestiegen. «Die SBB wollen die Quartiere beleben. Denn je attraktiver das Quartier, desto höher wiederum ist die Attraktivität des gesamten Bahnhofareals», heisst es auf der Homepage.

In Zürich, Basel, Genf, Neuenburg oder Freiburg entstehen in unmittelbarer Nähe der Bahnhöfe Wohnquartiere und Büros – Wohn- und Arbeitsplätze für Tausende Personen. Das Modell hat Erfolg: 2008 belief sich der Umsatz von SBB Immobilien auf 705 Millionen, der Gewinn auf 290 Millionen Franken. Auch die Zukunft verspricht gute Geschäfte, Wohnen in der Stadt ist wieder chic geworden. Und gerade die dicht bebauten bahnhofsnahen Gebiete bieten einen attraktiven Mix aus Urbanität und Mobilität. (cha)

Erstellt: 29.12.2009, 13:59 Uhr

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