Wieso Teenager auch künftig auf den Strich gehen
Von Hubert Mooser. Aktualisiert am 25.07.2009 14 Kommentare
Verschiedene Kinderhilfswerke warnten in den letzten Tagen, dass immer mehr Minderjährige ihr Taschengeld mit Prostitution aufbessern. Denn anders als in Österreich und anderen europäischen Staaten dürfen in der Schweiz Jugendliche ab 16 Jahren aanschaffen gehen oder auch als Pornodarsteller auftreten.
Der Bund drückte sich bisher um eine Lösung. Schon 2005 warf darum die heutige Nationalratspräsidentin Chiara Simoneschi (TI) der Regierung Untätigkeit vor. Ihr Parteikollege Luc Barthassat (GE) verlangte drei Jahre später eine Gesetzesänderung. Der Bundesrat müsse die Prostitution unter 18 verbieten. Und er forderte auch harte Strafen für Freier, die sich an minderjährige Dirnen wenden.
Politiker wechselten plötzlich die Seite
Dem Bundesrat ging der Vorschlag aber zu weit. Die Regierung ist gegen ein Verbot der Prostitution für unter 18-Jährige, weil damit Jugendliche kriminalisiert würden. In der vergangenen Sommersession lehnte auch der Nationalrat Barthassats Vorschlag ab und nahm nur eine abgeschwächte Variante von SP-Politikerin Margrith Kiener Nellen an.
Dieser Fall zeigt, wie im Parlament wichtige Anliegen aus parteipolitischen Überlegungen zu Tode geritten werden. Am Anfang war die Motion Barthassat nämlich noch von 28 Nationalrätinnen und Nationalräten aus verschiedenen politischen Lagern mitunterzeichnet worden. Dazu gehörten zum Beispiel Leute wie die Genfer Liberale Martine Brunschwig Graf, SVP-Nationalrat Oskar Freysinger und seine St.Galler Parteikollegin Jasmin Hutter oder auch die Waadtländer SP-Politikerin Ada Marra.
Diese Politiker verweigerten dann aber Barthassat die Gefolgschaft, als die Motion des CVP-Mannes im Nationalrat zur Abstimmung kam.
Die SP trickste die CVP aus
Ein Teil der SP und der Grünen stimmten hingegen bloss für die Motion von Margrith Kiener Nellen (BE). Diese hatte den unbeanstandeten Teil des CVP-Vorstosses, der Strafen für Freier vorsah, für einen eigenen Vorschlag abgekupfert. Die Genossen und die Grünen halfen so der FDP und der SVP, den CVP-Vorschlag zu versenken. Die CVP hingegen unterstützte sowohl Barthassats Vorschlag als auch jenen der SP und hatte mit ihrer Taktik das Nachsehen.
Jetzt ist die CVP sauer und die Wahrscheinlichkeit gross, dass wegen dieser parteipolitischen Spielereien eine Lösung im Kampf gegen die Prostitution von Minderjährigen auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben wird. (bazonline.ch/Newsnetz)
Erstellt: 25.07.2009, 06:53 Uhr
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14 KOMMENTARE
Wenn sich 16-jährige prostituieren, tun sie dies nicht, weil sie sonst hungern müssten, sondern für Designer Klamotten und sie tragen die psychischen Schäden ein Leben lang mit. Parteiengeplänkel sind bei diesem Thema nur noch menschenverachtend. Das selbe Spiel läuft auch bei der dringend nötigen Ausschaffungsinitiative, für viele Politiker ist sie schlecht, nur weil sie von der SVP kommt.
Ja, ich fürchte auch, dass es in der Praxis sehr schwer sein dürfte, diesen minderjährigen Prostituierten ihr Handwerk zu legen. Im Grunde drückt ihr Tun ja auch nur den Zustand unserer Gesellschaft aus, in der für schnelles Geld moralische Hemmungen oftmals bedenkenlos über Bord geworfen werden. Ob Überzeugungsarbeit bei diesen Frauen überhaupt noch etwas nützen würde, weiss ich auch nicht.
Lasst es sein wie es ist ein naturtrieb kann man nicht in eine schublade stecken, denke in der schweiz ist immer noch sehr gutes geld zu verdienen, es gibt andere länder wo es nicht so lustig ist. die frauen profitieren ja auch vom sogenannten schuddelecke image man kann teuer anbieten. aber es ist die sache dieser zwei MENSCHEN und nicht die des Staats wenn das alter erfüllt ist.
Man könnte ja auch das Inanspruchnehmen von Dienstleistungen von unter 18-Jährigen unter Strafe stellen. Dann bräuchte man die Mädels nicht zu kriminalisieren. Aber eventuell, das könnte doch immerhin sein, möchten sich die einen oder andern Parlamentarier ja nicht alle Chancen zumauern? Immer wenn es um Prostitution geht, wird "mit gespaltener Zunge" gesprochen.
Was will man dagegen tun. Sexuell mündig ist man in der Schweiz nun mal mit 16. Und seinen Körper zu verkaufen, ist in unserem Land nun mal auch legal. Da nützt kein Gesetz etwas. Zudem soll jeder selber wissen, was er mit seinem Körper machen will. Unsere Politiker sollten gescheiter sich den wichtigen Themen unseres Landes widmen!
Mit 16: Sex, Prostitution und PornodarstellerIn (!). Aber Abstimmen erst mit 18? Hallo? Scheint so, als hätten Politiker einen Lolita-Komplex.
Politiker sind Hoffnungsträger. Sie tragen unsere Hoffnungen zu Grabe! (Zitat: H.Hubacher, Baz, 24.07.09)
Wenn man den Mädchen mit 16 Jahren sexuelle Mündigkeit zutraut, und das Gesetz tut das, dann kann man ihnen wohl auch zutrauen, selbst zu entscheiden, was sie mit dieser Mündigkeit anfangen wollen. Dass man sie vor den Zwängen des Milieus schützen muss ist klar, aber das kann man nicht mit Verboten erreichen, dafür müsste man endlich die Prostitution aus der Schmuddelecke herausholen.
Die erste Frage, die sich stellt, ist, wie hoch der Anteil resp. wieviele minderjährige Prostiutierte es gibt. Zudem dürfte eine Minderjährige Prostituierte sich auch prostituieren lassen, falls dies nicht erlaubt wäre. Die Frage ist hier viel eher, wieso eine Minderjährige sich prostituieren lässt.
Wer hat sich denn dieses weiche System ausgedacht? Erst ab 18 Jahren Pornos kaufen, aber ab 16 schon mitmachen dürfen?! Ist ja lächerlich.
Wie soll man in der Praxis kontrollieren, ob es sich um einen einfachen Quickie oder um Prostitution handelt? Wieder so ein unausgegorener Schnellschuss, der Probleme schafft anstatt zu lösen. Hauptsache, man kann irgendwas verbieten.
Hauptsache die Politiker können ihre Hahnenkämpfe austragen. Dass sich die SP am Versenken dieser wichtigen und intelligenten Lösung in die Quere stellt, erstaunt nicht weiter. Politikerinnen und Politiker, bitte denkt auch mal daran, dass ihr eine Verantwortung habt. Wenn ein leichtsinniges Mädchen sich diesem abscheulichen Blödsinn hingibt, gehört es gestoppt, ohne wenn und aber.
Seit Menschengedenken gibt es Prostitution und alle Versuche, diese zu unterbinden sind fehlgeschlagen. Also sparen wir uns ein weiteres Verbot, welches eh nicht wirken wird. Die Verbots- und Regulierungswut unserer Politiker und Beamten ist offenbar grenzenlos. Es wäre schon längstens Zeit, die Bevormundung des Schweizer Volks zu stoppen.
Da offenbart sich ja der ganze Wahnsinn. Die Politik macht ein Riesendrama ums Rauchen, Prostitution ab 16 Jahren ist offenbar das kleinere Problem. Leider ist es so wie in Nachbarnländern dass man froh ist wenn junges, möglicherweise günstiges Gemüse auf dem Markt ist.
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