Will die SRG ihre Gebühren um fünf Prozent erhöhen?

Die Mediengesellschaft wird beim Bundesrat wohl mehr Geld beantragen. Die Erfolgschancen sind gering – aber am Ende schaut vielleicht eine Aufhebung des Online-Werbeverbots heraus.

Nächsten Dienstag will die SRG über die «Finanzaussichten 2009-2014» und damit verbundene «Massnahmen» orientieren. Angesagt sind drastische Eingriffe. Denn die SRG beklagte bereits im letzten Jahr - bevor die Wirtschaftskrise voll durchschlug - ein Defizit von 79 Millionen Franken. «Ohne nachhaltige Massnahmen wird sich die Verschuldung bis 2014 verdreifachen», heisst es in der Einladung zur Pressekonferenz vom Dienstag.

Einen Tag vorher wird der Verwaltungsrat auf Antrag von Generaldirektor Armin Walpen entscheiden. Dessen Finanzierungsplan sieht laut «Weltwoche» eine Erhöhung der Radio- und TV-Gebühren um fünf Prozent vor. «Das kann ich so nicht bestätigen», sagt SRG-Sprecher Daniel Steiner. Es sei nicht an der SRG, eine Gebührenerhöhung zu verlangen oder zu beantragen. «Wir können beim Bundesrat nur den Finanzbedarf anmelden.»

Genauso sprach Armin Walpen vor zwei Wochen in einem Interview mit der NZZ, worauf die Zeitung titelte: «Die SRG wird keine Gebührenerhöhung beantragen». Anzufügen wäre gewesen: aber vielleicht einen Finanzbedarf anmelden.

Bundesrat soll sagen, was er will

Steiner betont, 2009 und 2010 sei keine Gebührenerhöhung zu erwarten. Ein Zugeständnis ist dies allerdings nicht, denn in der Konzession steht: «Die SRG kann höchstens alle vier Jahre neue finanzielle Bedürfnisse geltend machen.» Die letzte Gebührenerhöhung datiert vom April 2007, womit die nächste frühestens im April 2011 erfolgen kann.

SVP-Nationalrätin Natalie Rickli steht bereits Gewehr bei Fuss: «Eine Gebührenerhöhung wäre ein Skandal.» Sie hat einen Vorstoss lanciert, um künftig im Parlament darüber abstimmen zu können.

Selbst im SRG-Verwaltungsrat glaubt kaum jemand daran, dass der Bundesrat tatsächlich eine Gebührenerhöhung vorschlagen wird. Duri Bezzola rechnet sich jedenfalls keine Chancen aus. Trotzdem müsse man - nebst gravierenden Sparmassnahmen - dem Bundesrat wohl einen Finanzbedarf unterbreiten. «Dann soll er sagen, was er will», so Bezzola.

Kampf mit Verlegern programmiert

«Es gibt ja auch noch andere Einnahmemöglichkeiten», ergänzt Steiner. Konkret liebäugelt die SRG mit Werbung auf ihren Internetportalen. Heute ist ihr dies untersagt - zum Schutz der ebenfalls darbenden Presse. Doch jetzt gerät dieses Werbeverbot ins Wanken. Offenbar plant das Bundesamt für Kommunikation Bakom für Juli eine entsprechende Anhörung. Beim Bakom wollte man dies weder bestätigen noch dementieren. Der TA weiss aber aus zuverlässiger Quelle, dass derartige Pläne geschmiedet werden. Heftige Auseinandersetzungen zwischen der SRG und den Verlegern sind damit programmiert. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 18.06.2009, 07:37 Uhr

20 KOMMENTARE

Roland Wenger

24.06.2009, 13:13 Uhr

Wenn man die Summe die die SRG bekommt ein Minimal Programm zusammen zustellen ansieht, übersteigt diese Summe um das Mehrfache was andere Länder zur Verfügung haben und bekommen ein gutes Programm zusammen. Meiner Meinung verdienen wieder zuviel Leute in dieser Firma zuviel, für die Leistung die Sie abgeben. Nullrunden in den oberen Etagen und das ganze hat wieder Geld zur Verfügung.


Wolfgang Erschwil

24.06.2009, 10:43 Uhr

Ich habe seit 6 Monaten kein Fernseher mehr die Gebühren können Sie für ihr schlechtes Programm jährlich erhöhen, ich ärgere mich nur, dass ich dies nicht schon früher gemacht habe.


Willi Keller

24.06.2009, 09:43 Uhr

Das Schweizer Fernsehen ist ganz zu streichen. Ich bin bestimmt nicht der einzige, der diesen Schrott nicht vermissen würde.


Paul Thürig

18.06.2009, 21:16 Uhr

Schafft den Luxusposten des Generaldirektors der SRG und dessen Verwaltungsapparat ab,dann muss man nicht wieder über Gebührenerhöhungen reden!


babs widmer

18.06.2009, 21:04 Uhr

nicht nur walpen nervt, auch viele im fernsehen tätige altlasten. auf dem freien markt, als privatsender, wären die schon lange pleite. mit wenigen ausnahmen, unfähig eigene gute sendungen zu produzieren.


Kurt Gsell

18.06.2009, 21:04 Uhr

Man sollte Armin Walpen durch jemanden ersetzen der mit Geld umgehen kann. Dann könnte man die Gebühren noch senken.


Gion Saram

18.06.2009, 18:05 Uhr

Es ist unglaublich wie jetzt in der Rezession gerade die staatlichen Monopolbetriebe darauf aus sind des Bürgers Geld zu konfiszieren. Eine Gebührenerhöhung kann erst in Frage kommen, wenn die Kosten der SRG bis an die Schmerzgrenze reduziert wurden, aber davon ist Porschefahrer Walpen noch lange entfernt.


Peter Kraft

18.06.2009, 14:42 Uhr

Fuer die eher duerftigen Programme darf nicht zwei mal bezahlt werden: einmal via Gebuehren, ein weiteres mal via Werbung. Eines von beidem muss abgeschaft werden. Ich persoenlich empfehle: Keine Werbung mehr, denn ich habe es satt mich ueber die Unfaehigkeit der entsprechenden Abteilung zu aergern, Als ein Beispiel: sehr bildhafte Reklame fuer WC Reiniger zur Nachessenszeit. Wirklich unueberlegt!


Beat Keller

18.06.2009, 13:46 Uhr

Es muss einmal gesagt werden: Armin Walpern nervt ziemlich mit seinem Geldwunsch.


Albert Zimmermann

18.06.2009, 13:25 Uhr

Solange die SP keine Spender findet ( wer will schon in Uralt- Rezepte die schon weltweit Schiffruch erlitten investieren?!?) muss halt das Staatsfernsehen SF TV SRG DDR SSR ideé suisse service public die Ideologie weiter hoch halten. Das Verblödungs -TV Programm ist nur Randnotiz. Wie die Staatskomiker beweisen ist es halt doch nicht so einfach nach Sozirezepten zu wirtschaften, in diesem Filz finden alle in der Privatwirtschaft Unbrauchbaren Unterschlupf.


Daniel Aebersold

18.06.2009, 13:15 Uhr

Das SF DRS gehört abgewickelt und aufgelöst. Der Markt bietet genug Möglichkeiten zur idividuellen Beschaffung von Unterhaltung und Information gegen Bezahlung. Damit wäre auch das Thema Zwangsgebühr erledigt Warum soll ich Benissimo, Musikantenstadl, Gottschalk&Co, Autorennen etc, bezahlen obwohl mich das null interessiert? Meine Aktion dazu; Fernseher raus, Gebühr gesparrt, Zeit gewonnen.


Heinz Bach

18.06.2009, 12:26 Uhr

Die Gebühren sind um 50 % zu senken , für diese einfach gemachte TV Programm ist all dieses Geld zuviel. Auch sollten mal die Struktur der SRG unter die Lupe genommen werden , braucht es wirklich soviele Ditrektoren , Vicedirektoren , Tagesschau und 10 vor 10 sind zusammenzulegen , die überzähligen Personen zu entlassen. Es sind noch viele Millionen Sparpotenzial vorhanden , sehr , sehr viele .


Michael Meister

18.06.2009, 12:06 Uhr

SRG muss endlich lernen zu sparen. Vielleicht kann ja der Kassensturz mal die eigene Firma unter die Lupe nehmen.


Ronnie König

18.06.2009, 11:28 Uhr

Mehr Gebühren? Für was? Werbung ist gut und diese Branche ist froh um zusätzliche Einnahmen.


Alois Leimgruber

18.06.2009, 10:49 Uhr

Auch wenn man die SRG nicht empfangen kann muss man diese Zwangsgebühr bezahlen, es soll mir einer sagen für was ? Das Salär von Herrr Walpen ist viel zu hoch,warum fängt er nicht zuerst bei sich an zu sparen.


Renata Seibler

18.06.2009, 10:45 Uhr

Wieso ist die SRG nicht einmal innovativ und beantragt die Privatisierung inklusive der gleichzeitigen Abschaffung der Gebühren. Dann könnten sie beweisen, ob sie es auf dem Markt auch alleine schaffen. Ich seh heute leider keinen Unterschied mehr zwischen RTL, Pro7 und SRG. Ausser, dass die SRG dank dem Staat zusätzlich noch Gebühren eintreiben darf. Schräg nicht?


Robert E. Angst

18.06.2009, 10:29 Uhr

Wenn Fortschritte sichtbar wären, aber auf diesem Niveau mehr Geld verlangen? Erst Verbesserungen, dann Schlankheitskur, und erst viel später nochmals höflich anklopfen! Schau ma mal, dann seh ma ja...


Alfred Schmitz

18.06.2009, 10:14 Uhr

In Anbetracht der unglaublichen Zunahme der TV-Werbung in SFTV frage ich, wozu wir denn immer noch Gebühren an die sündhaft teure Billag entrichten müssen. Anstelle einer Erhöhung plädiere ich für ein ersatzlose Streichung.


Walter Kunz

18.06.2009, 09:40 Uhr

Will die SRG ihre Gebühren um fünf Prozent erhöhen? Frage mich mit wie SRG die Forderungen rechtfertigen will. Den von einer Qualitätsverbesserung in ihrem Programm ist rein gar nichts festzustellen. Nein im Gegenteil was uns täglich geboten wird ist nur von durchschnittlicher Qualität, Tendenz fallend.


Jan Holler

18.06.2009, 08:55 Uhr

SF TV ist kaum mehr von einem kommerziellen (ausländischen) Sender mehr zu unterscheiden. Werbung überall und immer, sogar während(!) Eishockeyspielen (WM) wird einem diese meist etwas debile Werbung zugemutet. Nun hat das SF TV ja wirklich das Fünfi und das Weggli: Mit die höchsten Gebühren weltweit und dazu auch noch extrem viel Werbung. Konsequenz für mich: ausschalten!



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