Schweiz

«Wir konnten kein Vertrauen herstellen»

Von Simone Rau. Aktualisiert am 01.09.2011 18 Kommentare

Alard du Bois-Reymond räumt ein, er hätte Bundesrätin Sommaruga besser informieren sollen.

Schweigt über die Umstände seiner Entlassung: Alard du Bois-Reymond.

Schweigt über die Umstände seiner Entlassung: Alard du Bois-Reymond.
Bild: Keystone

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Korrektur-Hinweis

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Weshalb müssen Sie das Bundesamt für Migration (BFM) verlassen?
Über die Gründe meiner Entlassung haben wir Stillschweigen vereinbart.

Hat Ihre Entlassung etwas mit der externen Untersuchung zu tun, die Bundesrätin Sommaruga eingeleitet hat? Immerhin geht es um Tausende von Asylgesuchen irakischer Bürger, die das BFM nicht behandelt hat.
Der Entschied, die Asylgesuche in Syrien und Ägypten nicht zu behandeln, wurde lange vor meiner Zeit im BFM gefällt. Für mich ist es ein Zufall, dass die zwei Bekanntmachungen am selben Tag passierten – es ist ein unglücklicher Zufall.

Bundesrätin Sommaruga will einen Zusammenhang weder bestätigen noch dementieren. Das weckt die Vermutung, dass ein solcher existiert.
Kurz nach meinem Amtsantritt im Januar 2010 wurde ich von meinen Mitarbeitern über die Vorgänge auf den Botschaften informiert. Ich habe darauf entschieden, die Asylgesuche entgegenzunehmen. Denn jeder Mensch hat das Recht auf eine individuelle Prüfung seines Gesuchs.

Weshalb haben Sie Frau Sommaruga nicht darüber informiert, als diese im Oktober 2010 Ihre Chefin wurde?
Weil aus meiner Sicht kein Problem bestand. Wir waren daran, die Asylgesuche abzuarbeiten. Zudem war der Schutzbedarf der Iraker in den betreffenden Jahren 2006 bis 2008 gering.

Wie hat Bundesrätin Sommaruga reagiert, als sie es im Mai 2011 doch erfuhr – von einer Person ausserhalb der Bundesverwaltung?
Sie hat mir zum Verstehen gegeben, dass sie es gerne von mir erfahren hätte. Im Nachhinein betrachtet wäre es wohl besser gewesen, ich hätte sie informiert.

Und doch sagen Sie, es gebe keinen Link zu Ihrer Entlassung?
Ja, genau. Bundesrätin Sommaruga hat mir dies gestern nach der Pressekonferenz telefonisch nochmals bestätigt.

Wie verlief die Zusammenarbeit mit Frau Sommaruga?
Wir konnten kein Vertrauen herstellen. Die Chemie hat nicht gestimmt.

Wussten Sommarugas Vorgänger – Widmer-Schlumpf und Blocher – über die Vorgänge in Syrien und Ägypten Bescheid?
Dazu kann ich keine Angaben machen, das wird die Untersuchung zeigen. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 31.08.2011, 20:27 Uhr

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18 Kommentare

Martina Huber

01.09.2011, 10:20 Uhr
Melden 21 Empfehlung

Hr. du Bois-Reymond, wir verstehen Sie. Das Volk hat das Vertrauen zum BFM auch verloren. Wie kommt man eigentlich auf die irrsinnige Idee, dass Asylanten auf Schweizer Botschaften Anträge stellen können? Notabene, als einziges Land weltweit. Viel mehr interessiert jetzt das Volk, was uns diese Asylanten eigentlich kosten? Der Steuerzahler hat jetzt ein Recht darauf, das detailliert zu erfahren! Antworten


Gerhard Keller

01.09.2011, 08:50 Uhr
Melden 12 Empfehlung

Hat das Volk welches das alles finanziert eigentlich kein Anrecht auf ehrliche Information? Es entsteht der Eindruck eines intranspartenten Gemauschels hinter den Kulissen. Überraschen kann uns Frau Somaruga indessen nicht mehr gross nach ihrem gezeigten Demokratieverständnis am Abstimmungssonntag der Waffeninitiative. Antworten



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