Schweiz
«Wir wollten mehr Geschwindigkeit reinbringen»
Zehn Kaderpositionen hat das Bundesamt für Migration (BFM) in seiner Reorganisation gestrichen, zwei Drittel der bisher 80 Kaderstellen wurden neu besetzt. Mit den Veränderungen habe das Bundesamt für Migration keinesfalls ungeliebtes Personal loswerden wollen, sagte BFM-Direktor Alard du Bois-Reymond vor den Medien in Wabern bei Bern. Die meisten Angestellten seien dem BFM erhalten geblieben - einfach in neuen Positionen. Die Zahl der Stellen ist demnach gleich geblieben.
Grund für den Wechsel im grossen Stil ist eine Neustrukturierung des Bundesamtes. «Wir wollten mehr Geschwindigkeit reinbringen», erklärte du Bois-Reymond. Das Tempo soll insbesondere bei der Bearbeitung von Asylgesuchen rasant zunehmen: Die Vorgabe von Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf laute 20 Prozent Produktivitätssteigerung.
Der Stapel schrumpft
Das BFM ist laut du Bois-Reymond auf einem guten Weg: Bei den erstinstanzlich hängigen Asylgesuchen hat sich demnach der Pendenzenberg in einem Jahr um 40 Prozent verringert; im Juni 2010 waren noch rund 8200 Gesuche hängig. Zu dieser Leistung hätten vor allem 40 zusätzlich eingesetzte Vollzeitstellen beigetragen. Diese sind jedoch bis Ende 2011 befristet.
Der Weg vom Asylgesuch bis zur Ausweisung oder Aufenthaltsbewilligung sei bisher kompliziert gewesen: Verschiedene Instanzen seien am Prozess beteiligt gewesen, sagte Vizedirektorin Eveline Gugger Bruckdorfer. «Neu wird ein Asyldossier von A bis Z durch eine Person bearbeitet», erklärte die Chefin des Direktionsbereichs «Asyl und Rückkehr».
Echo in der Öffentlichkeit
Das BFM ist nicht nur im Asylbereich neu organisiert worden. Seit dem 1. September sind sämtliche Einheiten vier verschiedenen Direktionsbereichen unterstellt. Das sind «Planung und Ressourcen», «Migrationspolitik», «Zuwanderung und Integration» sowie «Asyl und Rückkehr».
Die Umsetzung der Reorganisation hatte im vergangenen Februar begonnen. Sie ging nicht immer ohne Nebengeräusche über die Bühne. Mehrmals musste sich die Justizministerin Widmer-Schlumpf dem Parlament und der Öffentlichkeit erklären. (oku/sda)
Erstellt: 02.09.2010, 16:52 Uhr
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