Schweiz
Wo die Aschenbecher auf den Tischen bleiben
Aktualisiert am 27.04.2010 24 Kommentare
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Das Rauchverbotgesetz bleibt ein Flickenteppich mit Ausnahmen und kantonalen Eigenheiten. Der Bund ist nämlich weniger streng als etliche Kantone, die bereits eigene Gesetze erlassen haben und diese weiterhin anwenden können: Wirte dürfen etwa gemäss Bundesgesetz abgetrennte und ausreichend belüftete Fumoirs einrichten. Was «ausreichend belüftet» heisst, haben die Kantone festzulegen.
Angestellte, die vorgängig ihre Zustimmung gegeben haben, dürfen in Raucherräumen beschäftigt werden. In 7 Kantonen sind nach Angaben des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) Raucherräume mit Service verboten, 19 erlauben bediente Fumoirs. Auf Raucherräume ganz verzichten wollte bisher kein Kanton.
Eine weitere Ausnahme macht der Bund für kleine Lokale: Sie können als Raucherbetriebe geführt werden. Voraussetzung ist, dass die für Gäste zugänglichen Räume - inklusive Toiletten - höchstens 80 Quadratmeter Fläche haben. Der Kanton muss eine Bewilligung erteilen und das Lokal klar als Raucherlokal gekennzeichnet werden.
Kleine Nachfrage nach Raucherbetrieben
Raucherbetriebe sind in 13 Kantonen erlaubt. Riesig ist die Nachfrage nicht: Der Kanton Aargau etwa hat 109 Lokale für Raucher bewilligt. Weitere 46 Gesuche seien hängig, sagte Balz Bruder, Sprecher des Gesundheitsdepartements, auf Anfrage. Das Amt für Verbraucherschutz geht von rund 1500 Gastrobetrieben im Kanton aus.
Luzern - auch hier gibt es rund 1500 vom Rauchverbot betroffene Gaststätten - hat bisher 60 Raucherlokale bewilligt. Bis zu 20 Gesuche seien hängig und weitere würden erwartet, sagte Arthur Wolfisberg, Chef Gastgewerbe und Gewerbepolizei.
«Es gibt alles»
Gesuche für einen Raucherbetrieb reichten vor allem Bars und Pubs ein, sagte Wolfisberg. «Traditionelle Dorfbeizen sind oft zu gross, weil sie neben der Gaststube noch einen Saal haben.» Im Aargau sind Raucherlokale überall im Kanton zu finden. «Es gibt alles, von der Altstadt-Bar in Aarau und Baden bis zur Dorfbeiz», sagte Bruder.
Nur zwei Gesuche für Raucherbetriebe sind im Jura eingegangen, wie es beim Amt für Gewerbe und Arbeit hiess. Vier von fünf jurassischen Gastrobetrieben sind kleine Lokale auf dem Land.
Der Jura - Sitz des Zigaretten-Herstellers British American Tobacco (BAT) mit mehreren hundert Arbeitsplätzen - galt bisher als letzte Westschweizer Raucherbastion: Vorstösse für den Schutz vor dem Passivrauchen in Restaurants scheiterten immer.
Initiativen hängig
Das letzte Wort zum Rauchverbot ist aber mit Sicherheit noch nicht gesprochen. Die Lungenliga will im Sommer ihre Volksinitiative für ein generelles Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden einreichen. Die nötigen Unterschriften hat sie beisammen; der Branchenverband GastroSuisse hat bereits seinen Widerstand angekündigt.
Auch die Gegner des generellen Rauchverbots haben eine Volksinitiative lanciert. Sie haben bis am 23. August 2011 Zeit, die erforderlichen 100'000 Unterschriften zu sammeln. Die Initiative will, dass allein der Eigentümer der Räume über Rauchverbote entscheiden kann. (sam/sda/)
Erstellt: 27.04.2010, 13:11 Uhr
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24 Kommentare
Es ist erstaunlich wie in der Schweiz immer, jeder sein eigenes Gärtli pflegt! Jeder Kanton etwas anders, eifach nur schlimm! Sogar in Italien wo nichts funktioniert haben sich die Leute daran gewöhnt draussen zu rauchen, es ist nur eine Frage von Anstand und Willen! GENERELLES RAUCHVERBOT für jeder Kanton. Antworten
@gabor Sie können sich vielleicht nicht erinnern, da sie vermutlich zu jung dafür sind. Früher durfte man im Kinosaal rauchen. Auch dazumal gab es Pausen und niemand blieb im Kinosaal. Ihr Vergleich hinkt ziemlich. Wissen sie eigentlich warum es im Kino oder bei Konzerten Pausen gibt? Umsatzsteigerung, Getränkeverkauf, Merchandising usw. mal garantiert nicht aus Rücksicht zu den Rauchern. Antworten
@Jürg Wiesmann: Auch ich bin Mitglied von Netzwerkrauchen und wehre mich vehement gegen die Aussage das da Lügen verbreitet werden. Netzwerkrauchen ist natürlich klar gegen Rauchverbote, das liegt ja auch im Sinn der Bewegung, nur werden da eben Verbotsgesetze und Studien differenziert betrachtet. Was man aber leider sagen muss ist das die Gegenseite sehr oft unter der Gürtellinie argumentiert. Antworten
@Herrn Sieber, als Antwort auf Ihre "Argumentation" fällt mir doch z.B. spontan der geradezu absurde Zustand im Z7 Musik Club in Pratteln ein. In der Konzertpause mehrer hundert Besucher draussen am rauchen, und im Inneren 5 (in Worten 5!) Nichtraucher.. dasselbe Bild in Bikerclubs etc. Antworten
@gabor:eine Lösung die funktioniert? Unter den Blinden ist der Einäugige König. Wenn man etwas nicht sehen will - wenn auch aus Raucherprinzip - dann will man es auch nicht verstehen. Die derzeitige Lösung funktioniert keineswegs! Und wird es auch nie! Sämtliche Gastronomen suchen weiterhin nach Lösungen um das Gesetz zu umgehen. Funktionieren kann nur eine Lösung ohne Ausnahmen. Antworten
ja Stefan Fischer, Armutszeugnis? fortschrittliches Land? griffiges Rauchverbot? öffentliche Bauten? Basisdemokratie? Bringen Sie da nicht gewaltig die Ihnen bekannten Worte mit den Ihnen unbekannten Begriffen die damit zu verstehen sind durcheinander? Man kann die Worte nicht einfach so mit seiner Meinung gleichsetzen!! Antworten
Nichtraucherschutz in allen Ehren aber woher kommt diese alberne Nichtraucherhysterie, jetzt wo wir doch weiss Gott eine Lösung haben, bei der sich niemand am Rauch stören muss der das nicht will? Und nein nein, man soll mir jetzt nicht mit der Floskel "aus Prinzip" etc. kommen.. Antworten
Warum noch eine Initiative gegen die Raucher? Wenn die Lungenliga so auf das Wohl der Lungen aus ist, warum bekämpft sie nicht jenes Problem, das unsere aller Lungen verpestet, die Hauptursache aller Krebserkrankungen, den Autoverkehr? Die Antwort: Autofahrer bilden die Mehrheit, welche in einer Demokratie über die Minderheit bestimmt. Über die Minderheit "Raucher" bestimmt ebenso eine Mehrheit. Antworten
@ Markus Gnädinger Herr Prof. Beda Stadler ist Imunologe und hat keine einzige Studie selber überprüft zudem ist Prof. Beda Stadler mitglied von Netzwerk Rauchen - Forces Germany einer Raucherlobie die nür Lügen Verbreitet. Zur Erinnerung Bundesgerichts entscheid aus dem Jahr 2000 es dürfen keine Forscher in der Öffentlichkeit die Gefahr des Passivrauchens verharmlosen aus dem Fall Ragnar Rylan Antworten
Hallo Janine Meister: Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen, das hat nämlich der Souverän, das Volk! Und vielleicht ist das Volk nicht so arrogant wie die Mehrheit der Regierungen und will eine Minderheit nicht bevormunden. Die einzig faire Lösung ist, dass der Eigner bestimmt, ob sein Lokal zur einen oder der anderen Seite gehören soll und dass er das jederzeit ändern kann! Antworten
@Janine Meister: schon etwas von GEWERBEFREIHEIT gehört? Willst Du denn den Staat bald auch noch in deinem Schlafzimmer? Jeder soll sein eigenes Lokal so gestalten wie er/sie es will. Der Staat hat hier nichts zu suchen. Die Beizer werden die Verlierer sein, da die Nichtraucher nicht vermehrt solche Lokale besuchen werden. Antworten
Spanien, wo wir seit 10 Jahren leben,ist weiss Gott rückständig. In dieser Frage jedoch der CH weit voraus. Öffentliche Gebäude=Rauchverbot, kleine Bars=rauchen erlaubt auf Antrag, weil sonst nicht lebensfähig. Grosse Restaurants getrennte Raucher/Nichtraucher Abteile. Voila. Antworten
Janine Meister: Ja, es ist entschieden: In allen Kantonen Fumoirs, nicht absolutes Rauchverbot. Doch einige Gesundheitsapostel wollen das nicht wahrhaben. Sie wollen ein absolutes Rauchverbot durchsetzen, am liebsten auch in den eigenen vier Wänden. Dazu gehören auch diejenigen kant. Regierungen, die mit Ausführungsbestimmungen zu den Fumoirs solche de facto verhindern. Ein fragwürdiger NR-Schutz. Antworten
Sollte die Initiative der Lungenliga dereinst angenommen werden, wäre dies ein Paradebeispiel für den Begriff "Terror der Mehrheit". Der Direktor des Immunologischen Instituts an der Uni Bern, Prof. Beda Stadler, hat unzählige Passivraucherstudien analysiert, und musste feststellen, dass keine der Studien eine Gefährdung der Passivraucher belegen kann. Antworten
Ich wünsche den Nichtrauchern viel Vergnügen und einen rauchfreien Ausgang! Ich persönlich begrüsse die neue Lösung: So kann ich im Fumoir (hoffentlich nach ein bisschen Zeit nicht nur eine Abstellkammer) rauchen ohne schlechtes Gewissen und auch die Nichtraucher kommen zum Zug. Antworten
Es ist ein Armutszeugnis, dass es ein fortschrittliches Land wie die Schweiz nicht schafft, ein generelles und griffiges Rauchverbot in öffentlichen Bauten durchzusetzen wie es Neuseeland und andere Staaten schon lange haben (ohne schwammige Ausnahmen). Hier wird die Basisdemokratie eindeutig übertrieben. Nicht erfüllt! Antworten
Jaja. Wieder die alte Leier mit dem Vergleich Auto vs Raucher. Raucher fahren ja nicht Auto. Das sieht man an den zehntausenden Zigarettenstummel an Strassenrand. Schlage einen anderen Deal vor: Das Rauchverbot kippen. Ihr dürft paffen wo und soviel ihr wollt. Dafür habt ihr ein Autofahrverbot. Verkehrsproblem wäre gelöst und der CO2-Ausstoss nimmt auch noch ab. Na? Wär das was? Antworten




Jürg Wiesmann
@ rudi haab das INBIFO INSTITUT IN KÖLN hat unter anderem Nachgewiesen das Passivrauchen Folgende Gesundheitsschäden Verursacht (Astma, Chronische Bronchitis, Lungenkrebs, Grauer Star, Grüner Star, Multiple Sklerose , Zappelphilipp Syndrom , Zahnkaries, Diabetes) um nur Wenige zu Nennen. Netzwerk Rauchen - Forces Germany Streitet jedoch diese Tatsache vehement ab, das ist Erbärmlich!!! Antworten