Schweiz

Woher das «Schweizer» Wild kommt

Von Angela Barandun. Aktualisiert am 14.10.2010 17 Kommentare

Rund 4500 Tonnen Wild verschlingen die Schweizer Konsumenten jedes Jahr. Aus der Schweiz stammt nur ein kleiner Teil davon.

Ein Bündner Alphirt zerlegt eine Hirschkuh: Schweizer Wild kommt jedoch nicht einmal in den Handel.

Ein Bündner Alphirt zerlegt eine Hirschkuh: Schweizer Wild kommt jedoch nicht einmal in den Handel.
Bild: Keystone

Wildfleisch: Der grösste Teil kommt aus dem Ausland.

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Bei Migros und Coop sucht man vergeblich: Schweizer Wild? Der Hirsch stammt bei den beiden praktisch ausschliesslich aus neuseeländischer Zucht. Reh und Wildschwein werden zwar in freier Wildbahn geschossen und nicht gezüchtet. Allerdings nicht in der Schweiz. Bei der Migros stammt beides aus Österreich. Bei Coop lautet die Herkunftsbezeichnung Europa – und meint Länder so unterschiedlich wie Österreich, Slowenien, Ungarn, Polen, Tschechien und Deutschland. Das ist zulässig, solange das Wild seinem Namen entspricht und tatsächlich wild und nicht aus Zucht ist.

Strenge Kontrollen

Schweizer Wild kommt nicht einmal in den Grosshandel – auch nicht für die Gastronomie. Restaurants und Metzgereien, die Schweizer Wild anbieten, schiessen es selbst, haben einen Jäger in der Familie oder direkte Kontakte zu einem erfolgreichen Schützen oder einer Jagdgesellschaft. Die meisten Restaurants führen daher nur ausländisches Fleisch auf der Karte. Noch vor einigen Jahren hatte der Kantonschemiker in der Wildsaison viel zu tun: Manchmal, weil die Restaurants die Herkunft des Fleisches falsch deklarierten, oder weil sich das Reh plötzlich als afrikanischer Springbock entpuppte. Die strengen Kontrollen haben offenbar gewirkt: Zuletzt ist es wieder etwas ruhiger geworden.

Rehe lassen sich übrigens kaum züchten. Der Schweizer Tierschutz kommt sogar zum Schluss, das die artgerechte Haltung von Rehen in Gefangenschaft praktisch unmöglich ist. Die Hirsche wurden von Engländern nach Neuseeland eingeschleppt. Dort gediehen sie so gut, dass sie sich zu einer Plage entwickelten. Heute werden sie auf riesigen Farmen gezüchtet. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 14.10.2010, 08:12 Uhr

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17 Kommentare

Fred Büchi

14.10.2010, 09:30 Uhr
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Das ist ein alter Besen, der zeigt, wie leicht verführbar gewisse Leute sind. Ich geniesse Schweizer Wild seit Jahren bei Freunden, die das ohnehin besser kochen als die meisten Restaurantköche. Das macht echt Spass. Antworten


Patrick Kessler

14.10.2010, 09:11 Uhr
Melden

Schlecht recherchiert; ich hab schon in einigen Restaurants schweizer Wild gegessen. (zumindest hat man mir das so verkauft). Viele Jäger beliefern die lokalen Restaurants mit schweizer Wildfleisch. Im Volg in Hedingen gabs letztes Jahr Rehfleisch vom Uetliberg. Antworten



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