Guy Parmelin plant «Cyber-Rekrutenschule»

Der Verteidigungsminister will bei der Cyber-Abwehr das Personal massiv aufstocken. Er weiss auch schon wie.

«Die Armee kann nicht Cyber-Mama für die ganze Schweiz sein»: Bundesrat Guy Parmelin. (13. März 2017)

«Die Armee kann nicht Cyber-Mama für die ganze Schweiz sein»: Bundesrat Guy Parmelin. (13. März 2017) Bild: Alessandro Della Valle/Keystone

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Die Schweizer Armee soll nach dem Willen von Verteidigungsminister Guy Parmelin bei der Cyber-Abwehr stark aufstocken. Statt wie heute rund 50 Stellen sollen sich bis 2020 insgesamt 150 bis 170 Stellen mit der Abwehr von Hackerangriffen befassen.

Der Bundesrat soll noch in diesem Jahr über einen neuen Cyber-Aktionsplan befinden, wie Parmelin in einem Interview sagte, das am Samstag in der Zeitung «Schweiz am Wochenende» erschien. Parmelin warnt aber vor zu hohen Erwartungen: «Die Armee kann nicht Cyber-Mama für die ganze Schweiz sein». Für sie stehe der Schutz der eigenen Infrastrukturen im Vordergrund.

Um sich die IT-Spezialisten zu sichern, die auch bei Unternehmen begehrt sind, könnte sich der SVP-Bundesrat eine «Art Cyber-Rekrutenschule» vorstellen. «In Israel lassen sich junge Männer und Frauen bei der Armee ausbilden, sind dort eine gewisse Zeit tätig, wechseln dann in die Privatwirtschaft», sagte er. Mit der ETH Zürich und Lausanne liefen Gespräche über eine Kooperation.

Mehr Geld für Armee

Nicht konkret äussern will sich Parmelin zu den Mitteln, die er sich für die aufgestockte Cyber-Truppe vorstellt. Er warnt aber allgemein davor, dass das Geld für die Armee in Zukunft nicht ausreichen wird, da veraltetes Militärmaterial erneuert werden muss. «Nicht nur unsere Kampfjets, auch unsere Panzer und Artillerie werden alt, das ist eine Tatsache», sagte der Waadtländer.

Nach langjährigem Hin und Her stehen für die Armee mittlerweile fünf Milliarden Franken pro Jahr zur Verfügung. Wie viel es künftig sein solle, auch dazu will sich Parmelin nicht konkret äussern. Es müssten zuerst die Bedürfnisse identifiziert werden. Er strebe aber «eine temporäre Erhöhung des Kostendachs an», um die anstehenden Grossinvestitionen zu finanzieren, sagte er. (chk/sda)

Erstellt: 18.03.2017, 05:05 Uhr

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