Post soll bis am Mittag kommen

Der Druck aus dem Parlament auf die Post nimmt zu. Der Bundesrat lehnt die Forderungen ab und will die Post rentabler machen.

Die Post kommt zu spät, bemängeln diverse Bundesparlamentarier.

Die Post kommt zu spät, bemängeln diverse Bundesparlamentarier. Bild: Keystone

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Parlamentsmitglieder von rechts bis links verlangen, dass die Post bis spätestens 12.30 Uhr an alle Haushalte zugestellt wird. Auch soll der Bundesrat dafür sorgen, dass die Post keine Arbeitsplätze ins Ausland auslagert.

Die entsprechenden Motionen von CVP-Nationalrat Martin Candinas (GR) stossen im Parlament auf breite Unterstützung. Candinas hält fest, die Post werde vor allem in Randregionen vermehrt erst am Nachmittag zugestellt. Das sei für die lokale Wirtschaft und Bevölkerung sehr unvorteilhaft.

Der zweite Vorstoss betrifft den Pilotversuch der Post zur Einführung der sogenannten Extraktionscodierung, der elektronischen Erfassung bis auf die Stufe des Empfängernamens. Die Post führt den Pilotversuch in Vietnam durch. Gleichzeitig seien in den Logistikzentren massiv Stellen abgebaut worden, kritisiert Candinas.

Keine Einmischung

Der Bundesrat beantragt den Räten, beide Motionen abzulehnen. In seinen am Donnerstag veröffentlichten Antworten hält er fest, er nehme grundsätzlich keinen Einfluss auf das operative Geschäft der Post. Von dieser erwarte er qualitativ hochstehende Dienstleistungen, aber auch rentables Wachstum und Effizienzsteigerungen.

Die Extraktionscodierung könne die Post in der Schweiz nicht kostendeckend betreiben. Die Alternative zu Vietnam wäre also der Verzicht auf deren Einführung. Die Post wird Anfang nächsten Jahres über das weitere Vorgehen entscheiden.

Grundversorgung sichern

Zur Zustellungszeit schreibt der Bundesrat, die Post sei gesetzlich verpflichtet, Postsendungen an mindestens fünf Wochentagen und abonnierte Tageszeitungen an sechs Wochentagen in alle ganzjährig bewohnten Siedlungen zuzustellen.

Hingegen gebe es keine fixen Vorgaben zum Zustellungszeitpunkt. Um die eigenwirtschaftliche Finanzierung der Grundversorgung langfristig gewährleisten zu können, habe der Gesetzgeber der Post eine gewisse Flexibilität belassen. Mit der Einführung eines fixen Zustellschlusses würden höhere Kosten entstehen.

Weiter weist der Bundesrat darauf hin, dass wegen der rückläufigen Briefmengen die Post beispielsweise in Dänemark nicht mehr täglich zugestellt werde. Andere Länder prüften ebenfalls eine Lockerung der Vorgaben, um die langfristige Finanzierung der Grundversorgung zu sichern. (amu/sda)

Erstellt: 24.11.2016, 16:29 Uhr

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