Schweizer Soldaten bald im Kampf gegen Piraten?

Aktualisiert am 17.12.2008

Die Schweiz betreibt eine eigene Hochseeflotte mit 33 Schiffen. Um diese zu schützen, wird jetzt offenbar der Einsatz von Schweizer Armeeangehörigen erwogen.

Piraten im Visier: Bald könnten die internationalen Truppen Unterstützung aus der Schweiz bekommen.

Piraten im Visier: Bald könnten die internationalen Truppen Unterstützung aus der Schweiz bekommen.
Bild: Keystone

Wie die Sendung «10vor10» des Schweizer Fernsehens berichtet, hat sich kürzlich eine Delegation der Schweizer Reeder mit Vertretern des Bundes getroffen. Das bestätigte Eric André, Chef der Schweizer Reeder, gegenüber dem Nachrichtenmagazin. Dabei sei die Sicherheitslage der internationalen Schifffahrt besprochen worden. Als Möglichkeit wurde demnach auch der bewaffnete Geleitschutz für Schweizer Schiffe angesprochen. In Frage kämen dafür Elitesoldaten, die sonst für die Evakuierung von Schweizer Bürgern im Ausland trainiert sind. Das VBS und das EDA nahmen gegenüber «10vor10» zu den Recherchen keine Stellung.

Uno erweitern Mandat für Einsatz gegen Piraten

Derweil gehen die internationalen Bemühungen zur Bekämpfung der Piraterie weiter. Der Uno-Sicherheitsrat hat heute das Mandat für den Einsatz gegen die Piraten vor der somalischen Küste erweitert. Künftig ist es anderen Ländern auch erlaubt, mit Genehmigung der somalischen Regierung an Land und im somalischen Luftraum gegen die Piraten vorzugehen. Der von den USA initiierte Beschluss wurde am Dienstag im Beisein von US-Aussenministerin Condoleezza Rice einstimmig gefasst. Er gilt zunächst für ein Jahr.

Bislang hatten nur Schiffe anderer Länder das Recht erhalten, beim Vorgehen gegen Piraten «alle notwendigen Mittel» einzusetzen und in die Hoheitsgewässer Somalias einzudringen. Gegen die Piraten, die immer dreister würden und technisch immer besser ausgerüstet seien, seien entschlossene Massnahmen notwendig, erklärte der Sicherheitsrat Anfang Dezember. In Somalia gibt es seit 1991 keine funktionierende Regierung mehr. Die schwache Übergangsregierung wird von den Vereinten Nationen gestützt. (cpm)

Erstellt: 17.12.2008, 07:36 Uhr

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