Szene aus «Braveheart» war Vorlage für Mord an Adeline

Im Prozess gegen Fabrice A. haben heute die Gutachter ausgesagt. Demnach hatte der Angeklagte seit der ersten Begegnung mit der Sozialtherapeutin Fantasien.

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Die beiden Schweizer Gutachter schätzen das Risiko für Wiederholungstaten beim Angeklagten im Tötungsdelikt Adeline als sehr hoch ein. Sie machten am Mittwoch jedoch keine Aussagen zur Frage der lebenslänglichen Verwahrung.

Die beiden Experten Alexandra Rageth und Eric Luke zweifeln daran, ob sich der Angeklagte ändern kann. Mit 42 Jahren sei dieser aber noch jung. Sein Zustand müsse im Laufe der Jahre überprüft werden, sagte Alexandra Rageth.

Die beiden Gutachter gaben an, sich nicht zur Frage der lebenslänglichen Verwahrung äussern zu können, da es unmöglich sei, das Risiko des Angeklagten auf Lebenszeit abzuschätzen. Die beiden Experten sind überzeugt davon, dass der Angeklagte ihnen nicht alles gesagt hat.

Keine Prognose auf Lebenszeit

«Ich denke, dass er uns willentlich angelogen hat», sagte Alexandra Rageth. Ihrer Ansicht nach will er sich immer in ein gutes Licht rücken. Zudem hatten die Experten den Eindruck, dass der französich-schweizerische Doppelbürger sie beeindrucken wollte.

Die beiden Schweizer Experten wurden am Mittwochmorgen befragt, nachdem am Dienstagnachmittag die beiden französischen Gutachter an der Reihe gewesen waren. Die beiden französischen Experten hatten ebenfalls keine Prognose auf Lebenszeit gemacht.

Fantasien zu Filmszene

Gemäss den Schweizer Experten hatte der Angeklagte seit dem Tag, als die Sozialtherapeutin ihn in dem auf Resozialisierung spezialisierten Zentrum «La Pâquerette» empfangen hatte, erotische Fantasien.

Der französisch-schweizerische Doppelbürger habe zudem in seiner Zelle immer wieder Szenen aus dem Film «Braveheart» angeschaut, bei der einer Frau die Kehle durchgeschnitten wird. «Er sagte uns, dass er sich selbst und Adeline in dieser Szene vorgestellt habe», sagte Eric Luke. Er wähnte sich dabei in der Rolle des Schauspielers, welcher die Frau tötet.

Der 42-Jährige muss sich wegen Mordes, Freiheitsberaubung, sexueller Nötigung und Diebstahls vor dem Genfer Strafgericht verantworten. Er hat gestanden, die 34-jährige Genferin am 12. September 2013 während eines Freigangs getötet zu haben. (woz/sda)

Erstellt: 17.05.2017, 11:18 Uhr

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