Sieben Tage, sieben Marathons, sieben Kontinente

Mit einer Durchschnittszeit von 2 Stunden und 46 Minuten lief ein Amerikaner einen Weltrekord. Kälte und Hitze plagten ihn.

Bei Minustemperaturen einen Marathon laufen in der Antarktis. Michael Wardian macht das in 2 Stunden und 54 Minuten.

Bei Minustemperaturen einen Marathon laufen in der Antarktis. Michael Wardian macht das in 2 Stunden und 54 Minuten. Bild: Instagram

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Einen Marathon laufen ist anstrengend und jeder Finisher erstaunlich. Sieben Marathons in sieben Tagen laufen ist noch anstrengender und erstaunlicher. Vollbringt jemand das Ganze mit einer Durchschnittszeit von 2 Stunden und 46 Minuten, dann macht dies die Sache noch verrückter, ja fast schon suspekt. Und rückt man sich ins Gedächtnis, dass der eine Marathon durch Antarktis und Minustemperaturen ging und selbst da die Dreistundenmarke nicht überschritten wurde – ja, spätestens dann wird einem klar: Man hat es mit einem speziellen Menschen, mit einem Spinner (selbstverständlich im positiven Sinne) zu tun.

Michael Wardian ist der Mann dieser Taten. Er hat zusammen mit 30 anderen Athleten am World Marathon Challenge teilgenommen. Ein Wettbewerb, der die Läufer in Form von Marathons innerhalb von einer Woche auf alle sieben Kontinente schickt. Sie starten in der Antarktis, reisen dann nach Chile, weiter nach Miami, gefolgt von Madrid, Marokko, Dubai und schliesslich Australien.

Die berauschenden Zeiten von Wardian auf sieben Kontinenten. Quelle: Instragram

Zeitzonen und Temperaturen als Hindernis

Dem 42-jährigen Wardian lief es also derart gut, dass er den bisherigen Rekord von 3 Stunden und 32 Minuten um über eine Dreiviertelstunde senkte. Seine persönliche Bestzeit liegt bei 2:17:49 Stunden. Wardian hat mit dem Laufsport erst nach dem College begonnen, heute arbeitet er hauptberuflich als Schiffsbroker.

Michael Wardian am Flughafen beim Kontinentewechseln. Bild: Instagram

Unterschiedliche Temperaturen und Zeitzonen, aber auch die Reisestrapazen machten den Läufern das Leben schwer. Wardian erzählt dem Laufblog Competitor, dass sie nach den Marathons pressieren mussten, um den Flieger zu erreichen. Im Flugzeug schwollen die Füsse an, Wardian hatte selbst in der Businessclass Mühe zu schlafen. Zeit für Erholung blieb wenig, nach dem Landen ging es durch die Passkontrolle und sofort wieder auf die Laufstrecke. «Es war sehr hart, aber auch sehr schön.» Er erzählt von der kahlen, aber bezaubernden Antarktis; von den roten Häusern in Marokko; den glänzenden Wolkenkratzern in Dubai; von der hippen Surfkultur in Miami; von den schönen Pärken in Madrid.

Bei den neun teilnehmenden Frauen gewann Silvana Camelio aus Chile mit einer Durchschnittszeit von 4:12:37 pro Marathon. (czu)

Erstellt: 31.01.2017, 14:06 Uhr

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