Am Abend des 30. September sorgte der FCZ für eine der grösseren Überraschungen in der Geschichte der Königsklasse. Der Schweizer Meister besiegte durch Tihinens wunderbares Tor mit der Hacke im San Siro die AC Milan 1:0. Seither sind zehn Wochen vergangen. Der FCZ hat in dieser Zeit in der Champions Leagueund in der Meisterschaft je dreimal verloren. Zudem ist er aus dem Schweizer Cup ausgeschieden.
Die Enttäuschung über die Resultate des Spätherbstes ist gross. «Wir machen eine schwierige Phase durch», sagt Bernard Challandes. Es ist offensichtlich, dass sich die Mannschaft müde gespielt und kaum noch Reserven hat. Dennoch fordert der Trainer vor dem sechsten und letzten Gruppenspiel von den Spielern, dass sie ihre letzten Energien freimachen, um gegen Milan einigermassen zu bestehen.
Von einem Sieg spricht Challandes nicht. Aber er bemüht die gängige Floskel, wenn er bemerkt: «Wir haben gar nichts zu verlieren, im Fussball ist alles möglich.» Dass der FCZ bereits ausgeschieden ist, mag er nicht als Alibi für einen allfälligen schwachen Auftritt gelten lassen. Es sei doch für jeden Fussballer in der Schweiz ein Höhepunkt in der Karriere, gegen Weltklassespieler wie Pirlo, Ronaldinho oder Seedorf antreten zu können. Also erklärt er: «Ich erwarte den letzten grossen Kampf meiner Mannschaft in diesem Jahr.» Für den FCZ geht es um die Ehre, er will sich mit einer gelungenen Darbietung aus dem europäischen Fussball verabschieden. Und er könnte ein letztes Mal gut verdienen. Für einen Sieg schüttet die Uefa 1,2 Millionen Franken aus, für ein Remis die Hälfte. (Tages-Anzeiger)