Sport

Die Grasshoppers stören sich an der Ticketpolitik des FC Zürich

Von Peter Bühler. Aktualisiert am 27.11.2009

Für Auswärtsspiele verkauft der FCZ keine Billette mehr an seine Fans. GC befürchtet Sicherheitsprobleme und weniger Einnahmen beim Derby in einer Woche.

Stadtrivalen: Die finanziell stark angeschlagenen Grasshoppers hätten sich vor dem Vorpreschen des FCZ eine Absprache gewünscht.

Stadtrivalen: Die finanziell stark angeschlagenen Grasshoppers hätten sich vor dem Vorpreschen des FCZ eine Absprache gewünscht.
Bild: Keystone

Zürcher Derby

Super League

36. Runde

23.05.Basel - Young Boys1 : 2
23.05.Lausanne - Grasshoppers2 : 1
23.05.Sion - Luzern1 : 3
23.05.Thun - FC Zürich2 : 4
Stand: 23.05.2012 22:10

Rangliste

NameSpSUNG:EP
1.Basel34228478:3374
2.Luzern341412846:3254
3.Young Boys341312952:3851
4.Servette341461445:5348
5.Thun3411101338:4143
6.FC Zürich341181543:4441
7.Lausanne34862029:6130
8.Grasshoppers34752232:6626
9.Sion341581140:3517
10.Xamax1875622:220
Stand: 23.05.2012 22:13

Am Montag hatte der Meister wegen der schweren Ausschreitungen seiner Fans beim Cup-Achtelfinal in Basel angekündigt, fortan für Auswärtsspiele keine Billette mehr anzubieten. «Das Ticketkontingent, das uns GC als Heimklub für das Derby zur Verfügung stellt, schicken wir ihnen zurück», erklärte Präsident Ancillo Canepa in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger».

Die Grasshoppers ärgern sich über das Vorpreschen des FCZ, sie hätten sich eine vorherige Absprache mit den anderen Klubs der Super League und der Swiss Football League gewünscht. In einem Protestschreiben an Liga-Präsident Thomas Grimm beschweren sie sich über Canepas Alleingang.

Als Veranstalter des Derbys am Samstag nächster Woche sehen sie grössere Probleme auf sich zukommen. Befürchtet wird von GC-Seite, dass die FCZ-Fans ihre Billette nun über den normalen Vorverkauf bei Ticketcorner beziehen und dann verteilt über das ganze Stadion sitzen werden. Dadurch werde die Sicherheit im Letzigrund gefährdet. Des weiteren rechnet GC mit finanziellen Einbussen.

Randalierer zwischen Fans?

Der Heimklub geht davon aus, dass viele Fussballinteressierte auf einen Besuch des Derbys verzichten werden, weil sie damit rechnen müssten, allenfalls neben einem randalierenden FCZ-Fan zu sitzen. Urs Linsi, der CEO der Grasshoppers, erklärt: «Wir bitten die Swiss Football League, das einseitige Vorgehen des FCZ mit den Verantwortlichen unseres Stadtrivalen zu besprechen. Das Ziel muss sein, eine Lösung zu finden, welche die Sicherheit im Stadion gewährleistet und GC nicht einseitig wirtschaftlich benachteiligt.»

Linsi ist zudem der Meinung, dass der FC Zürich mit seiner Ankündigung, keine Tickets mehr an seine Fans für Auswärtsspiele abzugeben, das Prinzip der Kausalhaftung aushebeln wolle. Gemäss einem Beschluss der Swiss Football League ist jeder Klub für das Verhalten seiner Anhänger auch in fremden Stadien verantwortlich. Linsi erklärt: «Der FCZ hat sich mit seiner publizierten Haltung, ab sofort den Verkauf von Fantickets für seine Auswärtsspiele und damit auch die Kausalhaftung für seine Fans abzulehnen, aus der Verantwortung genommen.» In dieser Hinsicht irrt Linsi.

Liga-Präsident Grimm, ein Jurist, entgegnet, dass das Prinzip der Kausalhaftung auch für den FCZ selbstverständlich weiterhin Gültigkeit habe. «Es ist egal, wo jemand sein Ticket gekauft hat. Wenn er im Stadion randaliert und nachweislich als FCZ-Fan identifiziert werden kann, dann haftet der Klub.»

«Wir tun alles dafür, dass das Derby korrekt abläuft»

Auch im Hinblick aufs Derby sieht er die Dinge weniger dramatisch als Linsi. Die Liga sei sich der Problematik bewusst, dass es zu einer stärkeren Durchmischung der Fans kommen könnte. «Wir werden ein entsprechendes Sicherheitskonzept ausarbeiten», kündigt er an. Zuständig dafür sind in erster Linie Christian Schöttli, Sicherheitsbeauftragter des Verbandes, Stadionmanager Peter Landolt, die Sicherheitsspezialisten der beiden Zürcher Klubs sowie die Polizei. Grimm sagt: «Wir tun alles dafür, dass das Derby korrekt abläuft - auf dem Platz und daneben.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 27.11.2009, 12:54 Uhr