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Kann der FCZ gegen Marseille das Letzigrund-Problem lösen?
Von Stephan Roth. Aktualisiert am 22.10.2009 13 Kommentare
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Heute Abend spielt der Schweizer Meister gegen Olympique Marseille (20.45 Uhr, im Liveticker auf baz.ch/Newsnet) zum dritten Mal in dieser Saison im Letzigrund auf der europäischen Bühne. Es begann in der Qualifikation zur Champions League mit dem 2:3 gegen NK Maribor, als Ersatzgoalie Andrea Guatelli einen rabenschwarzen Abend erwischte.
Das Missgeschick vom Letzigrund machten die Zürcher dann in der Fremde wieder gut. Erst gewannen sie beim Rückspiel in Maribor 3:0. Dann folgte der 4:0-Erfolg in Lettland gegen Ventspils. Und mit einem 2:1 im Rückspiel in St. Gallen, wohin der FCZ wegen des Leichtathletik-Meetings ausweichen musste, sicherte sich das Team von Bernard Challandes den Platz in der Champions League und die damit verbundenen Millioneneinnahmen.
In der Königsklasse ging es im gleichen Rhythmus weiter. Auf die 2:5-Heimniederlage gegen Real Madrid, bei der Torhüter Johnny Leoni bei Cristiano Ronaldos Freistosstoren schlecht aussah, folgte der 1:0-Coup im Mailänder San Siro gegen Milan dank Leonis Paraden und Hannu Tihinens Absatztrick-Traumtor.
«Vielleicht sind wir auswärts gelöster»
Für die bisherige Heimschwäche habe er «zur Zeit keine Erklärung», sagt Trainer Challandes und äussert dann eine Vermutung: «Vielleicht sind wir auswärts gelöster.»
Auch Hannu Tihinen, der finnische FCZ-Captain, kann sich das Letzigrund-Problem nicht erklären und sagt: «Es ist jedesmal ein anderes Spiel. Klar ist, dass wir es diesmal besser machen müssen. Wenn es uns gelingt, auf dem gleichen Niveau wie in Mailand zu spielen, können wir auch grosse Mannschaften schlagen. Wichtig ist auch, dass wir mit den Füssen am Boden bleiben.»
Sorgt das Eventpublikum für einen Heimnachteil?
Hat der FCZ sozusagen einen Heimnachteil im Letzigrund, um den Begriff, den der Schweizer Nationaltrainer Ralph Krueger bei der Eishockey-WM prägte, zu verwenden? Liegt es daran, dass die Mehrheit der Zuschauer in Zürich vor allem wegen den gegnerischen Stars und dem Event ins Stadion strömen und im Gegensatz zu den treuen und fast durchgehend singenden Fans in der «Südkurve» kaum den Mund aufbringen und die Hände nicht fürs Klatschen brauchen?
«Ich hoffe auf ein begeisterungsfähiges Publikum», sagt FCZ-Präsident Ancillo Canepa, als ihn ein Radioreporter nach seinem Wunsch für den heutigen Abend befragt. Auf die Nachfrage von baz.ch/Newsnet, ob die fehlende Unterstützung durch die schweigende Mehrheit der Grund für die Heimschwäche auf internationaler Ebene sei, sagt der passionierte Pfeifenraucher: «Nein, das ist gar nicht das Problem.»
«Zürich ist ein hartes Pflaster»
Im Gespräch räumt Canepa dann aber ein, dass die Champions League auch viele Zuschauer anlockt, die sonst nicht zu den Spielen kommen würden. «Wir hätten 200'000 Tickets für die Spiele gegen Real, Marseille und Milan verkaufen können», sagt er. «Das wissen wir mit Sicherheit, weil uns der Ticketcorner mitteilte, dass 200'000 Anfragen für Tickets eingegangen waren.»
In der Meisterschaft trägt der Schweizer Champion seine Heimspiele vor durchschnittlich 10'916 Zuschauern aus. «Zürich ist ein hartes Pflaster», klagt Canepa. «Wenn eine Mannschaft so wie der FCZ, der in den letzten vier Jahren dreimal Meister wurde, in Basel oder Bern aufspielen würde, kämen im Schnitt 30'000 Zuschauer zu den Meisterschaftsspielen. Es ist schade, dass wir in Zürich um die Zuschauer kämpfen müssen. Allein am Letzigrund liegt es nicht.»
Mit «erfolgreichem und attraktivem Fussball» wolle man um die Gunst der Zürcher Zuschauer kämpfen, so der FCZ-Präsident. Heute braucht sich der FCZ wieder einmal keine Sorgen um den Zuschaueraufmarsch zu machen. Mit 24'500 Fans wird der Letzigrund gegen Marseille voll sein.
Die Frage nach den zwei Gesichtern
Canepa muss derzeit allerdings vor allem erklären, warum sein Personal in der nationalen Meisterschaft, wo der FCZ 16 Punkte auf Leader YB, neun auf den Zweiten Xamax und sechs Zähler auf Rivale Basel Rückstand hat, ein weniger erfolgreiches und attraktives Gesicht als in der Champions League abgibt.
Genau genommen zeigt der FCZ vor allem in der Fremde ein anderes Gesicht als im Europacup. In der Super League hat der Meister keines der sechs Auswärtsspiele gewonnen. Zu Hause hingegen immerhin viermal. Heute gegen OM brauchen die Zürcher die richtige Mischung: Die Heimstärke aus der Meisterschaft und die Anspannung, Konzentration und Motivation der Champions-League-Abende. Bei einem Erfolg würden sich vielleicht sogar die Zürcher Event-Gäste im Letzigrund aus den Sitzen reissen lassen. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 22.10.2009, 15:52 Uhr
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13 Kommentare
Es ist halt so: Entweder die lokale Nati A mit Bratwurstessenden, grölenden Ultras, die nicht gross Umsatz bringen oder dann die Champions League, die zu recht den Vereinen vorbehalten ist, die ihren Kunden auch Unterhaltung, Komfort und eine gut Dienstleistung bieten. Antworten
Ja, ja Herr Maurer und der Ball ist Rund und muss ins Eckige..genau so Leute wie Sie, sind verantwortlich das diese Sportart mehr und mehr durch eine Geld und Werbeschlacht, mit all ihren Begleiterscheinungen, zu Grunde geht. Hirn einschalten, hinterfragen! Gruss von einem friedlichen Fussballbesucher! Antworten
