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Mordpläne und Betrug im Krimi um FCZ-Star Zappa
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Gianpietro Zappa spielte 23-mal Fussball für die Schweiz und erzielte dabei drei Tore. Mit dem FC Zürich wurde er 1981 Schweizer Meister. 1989 beendete er seine Fussballkarriere und betrieb danach ein Sportgeschäft im Zentrum von Lugano. Doch schon 2005 starb Zappa an Krebs. Er war nur 49 Jahre alt.
Um sein Erbe entbrannte sofort ein Streit. Denn Zappa hatte seinen Bruder Paolo als Erben bestimmt. Zappas Witwe und der Sohn gingen leer aus. Es folgte ein Rechtsstreit, bei dem die Witwe und der Sohn verloren.
Die Frau wollte das offenbar nicht akzeptieren. Zudem plagten sie Geldsorgen. «Wir haben Witwen- und Waisenrente», sagte sie im Juni 2009 dem «Blick». «Am Wochenende gehe ich Teller waschen in einem Grotto. Nur so können wir überleben.»
Einen Killer gab es nie
Um doch noch an das Geld ihres Mannes zu kommen, wollte sie Paolo Zappa und dessen Anwalt ermorden lassen. Auf der Suche nach einem Killer sprach sie mit einem 53-jährigen Gärtner, der ihr ein Lügenmärchen erzählte: Er kenne tatsächlich einen Mann, der den Mord begehen würde. Doch dieser Mann, behauptete der Gärtner, sei in Italien verhaftet worden. Gegen eine Kaution von 10 000 Franken würde er freigelassen werden. Die Witwe zahlte.
Die Frau, Tochter einer Österreicherin und eines DDR-Flüchtlings, wurde wegen des Mordkomplotts Ende 2009 festgenommen. Bis Juni sass sie in Untersuchungshaft. Anklage wurde bisher aber nicht gegen sie erhoben.
Stattdessen stand gestern der 53-jährige Italiener vor Gericht in Lugano. Auf arglistige Weise habe er die Witwe um ihr Geld erleichtert, heisst es in der Anklageschrift von Staatsanwältin Clarissa Torricelli. Die Witwe verfolgte den Prozess als Zivilklägerin. Für die ehemalige Sekretärin gelte die Unschuldsvermutung, sagte Richter Claudio Zali. Allenfalls werde sie sich zu einem späteren Zeitpunkt wegen des Mordkomplotts vor Gericht verantworten müssen.
Dem Gärtner wiederum wirft die Anklage nicht nur den Betrug an der Witwe vor, sondern noch eine Reihe weiterer Delikte: Diebstahl, Begünstigung, Aggression sowie Verstösse gegen das Waffengesetz.
Drogen und Hehlerei
Der in Italien wegen Drogendelikten und Hehlerei vorbestrafte Mann war am 8. Oktober 2009 an einem Raubüberfall auf eine Coop-Filiale in Morbio Inferiore bei Chiasso beteiligt. Dabei wurde ein Schuss abgefeuert, aber niemand verletzt.
Seit dem 28. Oktober 2009 sitzt der in Sardinien geborene Italiener in Lugano in U-Haft. Wann das Urteil gegen ihn und zwei weitere Mitangeklagte gefällt wird, steht noch nicht fest.
Gianpietro Zappa war für seine harten Schüsse bekannt. «Nie werde ich die Wucht deiner Schüsse vergessen, du grosser Kämpfer mit riesigem Herzen», schrieb ein Fan im Internet im FCZ-Forum. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 15.07.2010, 08:29 Uhr
