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Rund 300 Spieler in Spanien unter Verdacht
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Derweil hat eine Lebensmittelvergiftung bei Spielern von Hansa Rostock die Bochumer Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen.
In Spanien herrscht weiterhin Unklarheit über das wahre Ausmass der Affäre. «Der Wettskandal nimmt die Ausmasse eines Tsunamis an», titelte «Marca». Das Blatt nannte für diese Information jedoch keine Quellen und gab auch nicht an, welche Spiele manipuliert worden sein könnten.
Heftige Kritik übten spanische Medien am nationalen Fussballverband RFEF, der den Skandal am Dienstag mit einem weitgehend unverständlichen Communiqué aufgedeckt hatte. Die angesehene Zeitung «El País» hielt dem Verband eine Strategie der Verdunkelung vor. «Der Verband trägt nicht dazu bei, Licht in die Affäre zu bringen. Damit macht er den Skandal nur noch schlimmer.» Der RFEF war erst nach Aufforderung der Uefa aktiv geworden.
Der in den Skandal verwickelte Zweitligist UD Las Palmas hatte offengelegt, worum es in den Ermittlungen geht. Danach besteht der Verdacht, dass der torlose Ausgang des Meisterschaftsspiels zwischen Las Palmas und Rayo Vallecano im Juni manipuliert wurde. Rayo Vallecano betonte in einer Erklärung, der Verein sei in keinerlei Wetten oder Manipulationen verwickelt gewesen.
Mindestens sieben Profis verschiedener Klubs werden illegaler Wetten verdächtigt. Dazu gehört auch der Torhüter von Real Saragossa, Javier Lopez Vallejo. Dieser erklärte, er habe mit der Sache «nicht das Geringste zu tun».
Vergiftung ruft Staatsanwaltschaft auf den Plan
Eine vermeintliche Spaghetti-Vergiftung der Spieler des deutschen Zweitligisten Hansa Rostock hat derweil offenbar die im Wettskandal ermittelnde Bochumer Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen. Oberstaatsanwalt Gerrit Gabriel wollte sich zwar nicht zum Umfang der Ermittlungen äussern, sagte aber: «Tatsache ist, dass wir von Amtes wegen Ermittlungen aufnehmen werden, wenn es neue Erkenntnisse gibt.»
Diese scheinen im Zusammenhang mit dem grössten Betrugsskandal in der Geschichte des europäischen Fussballs vorzuliegen. Vor dem Spiel des damaligen Zweitliga-Tabellenzweiten aus Rostock gegen Schlusslicht Eintracht Braunschweig am 13. April 2007 (1:1) litten sechs Rostocker Profis nach Angaben der «Ostsee Zeitung» im Anschluss an den Verzehr von Nudeln im Hotel «Courtyard Marriott» an einer Lebensmittelvergiftung.
In der vergangenen Woche hatte bereits Burkhard Benecken, Anwalt des vermeintlichen Wettpaten Deniz C., im Zuge des Wettskandals über die «russischen Methoden» der Wettmafia berichtet. «Es sollen Chefköche angesprochen worden sein, damit sie Giftstoffe in das Essen von Spielern mischen», hatte Benecken erklärt. (fal/si)
Erstellt: 03.12.2009, 17:35 Uhr
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