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Wie manipuliert man ein Fussballspiel?
Von Stephan Roth. Aktualisiert am 23.11.2009
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Challenge League
30. Runde
| 23.05. | SC Bruhl - Delemont | 1 : 1 |
| 23.05. | Kriens - Locarno | 2 : 3 |
| 23.05. | Aarau - Etoile Carouge | 7 : 0 |
| 23.05. | Bellinzona - Wohlen | 5 : 0 |
| 23.05. | Chiasso - Biel | 2 : 4 |
| 23.05. | FC Vaduz - St.Gallen | 1 : 2 |
| 23.05. | Wil - Lugano | 1 : 1 |
| 23.05. | Winterthur - Stade Nyonnais | 2 : 1 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | St.Gallen | 30 | 19 | 7 | 4 | 67:31 | 64 |
| 2. | Aarau | 30 | 18 | 5 | 7 | 64:34 | 59 |
| 3. | Bellinzona | 30 | 18 | 5 | 7 | 49:21 | 59 |
| 4. | Winterthur | 30 | 15 | 8 | 7 | 44:29 | 53 |
| 5. | Lugano | 30 | 14 | 7 | 9 | 44:38 | 49 |
| 6. | Wil | 30 | 12 | 10 | 8 | 59:41 | 46 |
| 7. | Chiasso | 30 | 11 | 12 | 7 | 34:23 | 45 |
| 8. | FC Vaduz | 30 | 13 | 6 | 11 | 54:45 | 45 |
| 9. | Locarno | 30 | 12 | 9 | 9 | 47:44 | 45 |
| 10. | Biel | 30 | 12 | 7 | 11 | 55:54 | 43 |
| 11. | Wohlen | 30 | 9 | 9 | 12 | 39:44 | 36 |
| 12. | Stade Nyonnais | 30 | 8 | 10 | 12 | 41:49 | 34 |
| 13. | Etoile Carouge | 30 | 8 | 6 | 16 | 25:56 | 30 |
| 14. | Delemont | 30 | 4 | 8 | 18 | 24:60 | 20 |
| 15. | Kriens | 30 | 4 | 5 | 21 | 37:66 | 17 |
| 16. | SC Bruhl | 30 | 4 | 4 | 22 | 30:78 | 16 |
«Der Schlüssel ist die Unterlassung», sagt Journalist Declan Hill, der in seinem Buch «Sichere Siege» aufgrund seiner Recherchen in Asien schildert, wie Spiele manipuliert werden. Man müsse keine Eigentore schiessen oder Elfmeter verursachen.
Bei manipulierten Spielen gebe es weniger Elfmeter, weniger Eigentore und weniger rote Karten. «Wenn Spieler ein Ergebnis manipulieren, gibt es weniger Platzverweise, weil die Leidenschaft geringer ist», so Hill, der unzählige Spiele, mutmasslich saubere und manipulierte, untersuchte. «In sauberen Spielen fallen in den letzten 15 Minuten mehr Tore. Bei den schmutzigen sinkt die Trefferquote in diesem Zeitbereich.»
«Es war ein schleichender Prozess»
Doch wie manipuliert man ein Spiel? In Ligen mit einem hohem Korruptionsgrad, zu denen man die Schweizer Challenge League bisher wohl nicht zählen musste, ist es ganz einfach. Die Spieler werden hemmungslos direkt kontaktiert, ihnen wird sofort ein Angebot gemacht.
Schwieriger ist es in relativ seriösen Ligen. Dort nähern sich die Mittelsmänner erst ganz langsam, gewinnen erst das Vertrauen eines Spielers. So sagte ein deutscher Spieler, der sich bestechen liess: «Es war ein schleichender Prozess, der mir am Ende gar nicht bewusst war.» In Ligen wie der Challenge League, wo die Spieler im Monat zwischen 2000 und 8000 Franken verdienen, kann eine Zahlung von 15'000 Euro Wunder wirken. Eine weitere Möglichkeit ist jene, belastendes Material über Spieler (Schulden, Affären, private Probleme) zu sammeln und sie dann zu erpressen.
Jemanden für den Betrug zu gewinnen, ist die eine Sache. Die zweite ist die konkrete Manipulation auf dem Platz.
Torhüter ist der erste Kandidat
Neben dem Schiedsrichter, der ein Spiel mit seinen Entscheidungen steuern kann, sind es vor allem Torhüter, die ein Resultat nachhaltig beeinflussen können.
Ein Goalie braucht gar nicht erst harmlose Bälle ins Tor gleiten zu lassen. Das wäre viel zu plump. Fehler lassen sich viel subtiler machen. Zum Beispiel durch ein falsches Stellungsspiel oder durch übermotiviertes Herauslaufen. Liegt der Ball dann im Tor, kann der bestochene Torhüter immer noch wild gestikulieren und seine Mitspieler beschimpfen, um vom wahren Sünder abzulenken.
Ein Verteidiger kann nicht schaden
Soll die Manipulation reibungslos verlaufen, begnügt sich ein Betrüger nicht mit dem Bestechen des Torhüters. Es könnte ja sein, dass dieser gar nicht die Möglichkeit bekommt, einen Fehler zu machen.
Mit der zusätzlichen Hilfe eines Verteidigers wächst die Chance, dass das gewünschte Resultat zustande kommt. Auch ein Verteidiger hat Möglichkeiten, seine Fehler diskret zu machen. Er kann durch einen Stellungsfehler ein Offside aufheben, seine Abwehrkollegen nicht unterstützen oder einen Gegner überhastet angreifen und so das Abwehrdispositiv auflösen.
Wer einen Torhüter und einen Verteidiger besticht, kann sich ziemlich sicher sein, dass die Mannschaft verlieren wird. Es sei denn, der Gegner ist unfähig, die Einladungen anzunehmen.
Sicherstellen, dass der beste Stürmer nicht trifft
Um aber auf hohe Quoten zu kommen, setzt man auf ein Resultat mit einer bestimmten Tordifferenz, so wie es bei den bisher bekannten Spielen in der Challenge League, Gossau - Locarno 0:4 und Yverdon - Thun 5:1, der Fall gewesen sein soll. So erhält man in der Regel für einen 4:0-Sieg mindestens eine Quote von 50:1. Das heisst, wer 100 Franken setzt, erhält im Erfolgsfall 5000 Franken ausbezahlt.
Um eine bestimmte Niederlage zu erreichen, holt man am besten auch den gefährlichsten Stürmer des Teams ins Boot, um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben. Für einen Angreifer ist es nicht schwer, ohne Wirkung zu bleiben. Schliesslich vergeben selbst Stürmer, die treffen wollen, ab und zu eine Chance. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 23.11.2009, 14:32 Uhr
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Sonia Uhlmann ist keine typische Studentin. Dank Fernstudium hat sie den Master trotzdem geschafft.
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