Basler geraten sich nach heisser Schlussphase in die Haare

Aktualisiert am 10.08.2009 46 Kommentare

Das Duell der beiden erfolgreichsten Schweizer Klubs der letzten Jahre bot lange wenig Unterhaltsames. Doch die Schlussphase hatte es in sich. Basel und Zürich trennten sich 1:1.

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Basler Frust nach dem Schlusspfiff: Beg Ferati (rechts) und Goalie und Captain Franco Costanzo gehen aufeinander los. FCZ-Stürmer Eric Hassli versucht zu schlichten.
Bild: Keystone

   

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Basel - Zürich 1:1 (0:0)

St.-Jakob-Park. - 27 011 Zuschauer. - SR Busacca. - Tore: 87. Vonlanthen 0:1. 89. Huggel 1:1.
Basel: Costanzo; Sahin (57. Inkoom), Ferati, Cagdas, Safari; Huggel; Carlitos (65. Chipperfield), Da Silva (81. Almerares), Stocker; Frei, Streller.
Zürich: Leoni; Stahel, Tihinen (46. Lampi), Rochat, Koch; Aegerter; Nikci (81. Hassli), Margairaz, Okonkwo, Vonlanthen; Alphonse (56. Gajic).
Bemerkungen: Basel ohne Abraham, Marque, Zanni, Schürpf und Perovic (alle verletzt). Zürich ohne Stucki, Chikhaoui, Barmettler, Abdi und Büchel (alle verletzt). 53. Gelb-Rote Karte gegen Rochat (Foul). 92. Gelb-Rote Karte gegen Frei (Reklamieren). - Verwarnungen: 9. Margairaz (Foul). 40. Cagdas (Foul). 50. Rochat (Foul). 59. Ferati (Foul). 87. Vonlanthen (übertriebener Torjubel). 92. Frei (Foul).

Als alle schon mit der verdienten Nullnummer gerechnet hatten, lag der Ball doch noch im Netz. Johan Vonlanthen, der beste Spieler im im St.-Jakob-Park, drückte per Kopf eine Flanke von Xavier Margairaz zum 1:0 für die Gäste über die Linie (87.). Dies war überraschend, befand sich doch die Equipe von Bernard Challandes zu diesem Zeitpunkt in Unterzahl. Alain Rochat hatte nach der Pause wegen eines Fouls an Alex Frei die gelb-rote Karte gesehen.

Zürich vermochte den Vorsprung aber nicht über die Zeit zu retten. Nach einer herrlichen Volley-Rückgabe von Marco Streller traf Benjamin Huggel von der Strafraumgrenze aus mit einem Schuss in die weite Ecke. Am Ende der turbulenten Schlussphase flog auch noch Alex Frei vom Platz, der in der gleichen Aktion für ein Foul die gelbe und für die anschliessende Unsportlichkeit die rote Karte sah.

Tätlichkeiten nach dem Schlusspfiff

Doch damit war die hektische Endphase noch lange nicht zu Ende. Nach dem Schlusspfiff von Massimo Busacca gerieten sich Franco Costanzo und Beg Ferati massiv in die Haare. Der Basler Goalie und Captain hatte im Innenverteidiger einen Schuldigen beim Gegentreffer ausgemacht und ihm dies unmissverständlich und handgreiflich mitgeteilt. Ferati wehrte sich nach Kräften. Selbst FCZ-Stürmer Eric Hassli musste einschreiten, um die beiden Streithähne zu trennen.

Während die beiden Assistenten ebenfalls schlichtend eingriffen, bekam Busacca vom teaminternen Zwist nichts mit. Er bestätigte im Interview mit SF später zwar, dass solche Vorfälle wie eine normale Tätlichkeit, also mit Rot, zu ahnden wären. Doch wolle man nun ja nicht noch Probleme schaffen. Auch Costanzo stellte sich dem SF-Reporter und entschuldigte sich für seinen Ausraster. Verzichtet Busacca auf eine Erwähnung des Zwischenfalls, dürften Costanzo und Ferati straffrei bleiben.

Schwache erste Halbzeit

Der Klassiker hielt allerdings lange Zeit nicht das, was sich die Fussball-Gourmets erhofft hatten. Vorab die erste Halbzeit war eine grosse Enttäuschung gewesen. Beiden Teams gelang es nicht, einen sauberen Aufbau aufzuziehen. Das Geschehen war geprägt durch harte Zweikämpfe und technische Unzulänglichkeiten.

Die Erzrivalen neutralisierten sich im Mittelfeld, und Torszenen waren Mangelware. Am ehesten konnte sich in der Offensive Vonlanthen behaupten. Viele Pässe kamen nicht wie gewünscht an, die meisten Flanken landeten hinter dem Tor statt in der Gefahrenzone, und gleich mehrere Akteure bekundeten zu oft Mühe mit der Ballannahme.

Rückfall in alte Muster

Die Basler verfielen in alte Muster. Sie versuchten es wie einst unter Christian Gross mit «Kick and Rush». Vom Kurzpassspiel der Marke Thorsten Fink war nicht viel zu sehen. Der neue Regisseur Antonio Da Silva, seines Zeichens 2007 mit dem VfB Stuttgart deutscher Meister, fiel vor allem durch Fehler auf. Er erfüllt die hohen Erwartungen am Rheinknie derzeit nicht. Auch Carlitos blieb eindeutig unter seinen Möglichkeiten.

Einige der Spieler aus dem Klassiker werden im St.-Jakob-Park gleich noch einen Auftritt haben. Die Schweizer Nationalmannschaft empfängt am Mittwoch den Weltmeister Italien zu einem Test.

(son/si)

Erstellt: 10.08.2009, 09:13 Uhr

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46 Kommentare

Rolf Schlumpf

10.08.2009, 09:33 Uhr
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Ich denke, man sollte die Geschichte nicht übertramatisieren, solche Szenen gibt es ab und an auch in anderen Mannschaften. Es war klar, dass dieser FCB es schwierig haben wird diese Saison und das die Meisterschaft nicht unbedingt das Ziel sein wird, darum verstehe ich die Häme nicht. Man hat ein Team, mit dem muss man arbeiten. Allerdings, was Frei mit seiner roten Karte geboten hat, übel... Antworten


Tim Thommen

10.08.2009, 09:55 Uhr
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ich fand das gestern gar nicht so schlecht. gegner war ja immerhin der fcz! was ich aber (seit wochen) wieder beobachten musste: uns fehlt ein spielmacher, ein 10er. da silva packt das nicht... auch die standards sollte er andern überlassen. Antworten



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