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Der FC Basel beschert dem FCZ ein weiteres Debakel

Von Sven Schoch (Si) , Basel. Aktualisiert am 21.11.2009

Vor 17'749 Zuschauern deklassierte Basel den FC Zürich 4:2. In der zweiten Hälfte wurde der Meister vorgeführt.

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Der Basler Torschützen Valentin Stocker (links) und Marco Streller liegen sich in den Armen.
Bild: Keystone

   

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FC Basel - FC Zürich 4:2 (1:1)

St.-Jakob-Park. - 17'749 Zuschauer. - SR Laperrière. - Tore: 17. Stocker 1:0. 32. Djuric 1:1. 54. Frei 2:1. 58. Frei 3:1. 77. Streller 4:1. 92. Alphonse 4:2.
FC Basel: Wessels; Inkoom, Cabral (66. Ferati), Cagdas, Safari (76. Gelabert); Huggel; Carlitos, Chipperfield, Stocker; Frei, Streller (84. Zoua Daogari).
FC Zürich: Leoni; Stahel, Barmettler, Tihinen, Rochat; Aegerter, Gajic; Djuric (81. Tico), Margairaz, Alphonse; Mehmedi (84. Schönbächler).
Bemerkungen: FCB ohne Costanzo, Colomba, Shaqiri, Marque, Da Silva, Sahin (alle verletzt), Abraham (verletzt und gesperrt), FCZ ohne Hassli, Vonlanthen, Chikhaoui, Koch (alle verletzt), Abdi (suspendiert/U21-Equipe). Verwarnungen: 31. Chipperfield, 57. Gajic, 78. Barmettler (alle Foul), 86. Cagdas (Reklamieren).

Als sich der FCZ aus der Umklammerung der Basler zu lösen glaubte, schlug er erneut auf dem harten Rasen der (FCB-)Realität auf. Alex Frei klärte die Verhältnisse nach der Pause im Eiltempo. Innerhalb von vier fatalen Zürcher Minuten schuf der Captain der Schweizer Nationalmannschaft den Unterschied.

Beim 2:1 (54.) profitierte Frei von einer perfekten Flanke Stockers. Das 3:1 schoss er mit einem wunderbaren Freistoss ins Lattenkreuz. Danach folgte die Basler Kür. Bestaunt und vor allem, das ist durchaus bemerkenswert, «akzeptiert» von den widerstandslosen Gästen. Trainer Challandes verfolgte den (erneuten) Zerfall weitgehend tatenlos - den ersten Wechsel nahm er beim Stand von 1:4 vor.

Zürichs Präsident Ancillo Canepa hatte im Vorfeld jedem, der ihn hören mochte, die Wette angeboten, sein Klub werde den FCB besiegen. Er verkennt offenbar die Lage. Derzeit trennt sein Verein mehr als nur eine Klasse von Basel. Seit bald drei Jahren und 14 Partien ist der FCZ im Duell mit dem FCB nur noch ein Nebendarsteller.

Dass Thorsten Fink in der Schlussphase bereits an den Spitzenkampf gegen YB dachte und einige Spieler schonungshalber ersetzte, kam für Zürich einer weiteren Demütigung gleich. Am Ende tanzten die Bebbi wild. Und einen feierten sie speziell: Marco Streller, Assistgeber und Torschütze zugleich, die Symbolfigur des FCB-Selbstbewusstseins.

Marco Strellers Formstärke

Basels Feierstunden der letzten Wochen waren eng verknüpft mit dem Formhoch von Marco Streller. Der Stürmer hat sich mit einer Serie von Treffern zurück in den Fokus von Ottmar Hitzfeld gespielt. Und in der 17. Minute liess er seine aktuelle Stärke auch die FCZ-Verteidigung ein erstes Mal spüren.

Mit zwei, drei Bewegungen täuschte er Barmettler und Stahel. Sekunden später passte Streller zentimetergenau zur Mitte, wo Valentin Stocker den Ball mühelos zur Führung ins Tor schob. Der Vorteil verlieh dem FCB aber (noch) nicht den erhofften Schwung. Das Geschehen entwickelte sich jedenfalls nicht ohne erhebliche Verzögerung in die gewünschte Richtung.

Geschockt reagierten die Zürcher auf den Fehlstart nicht. Im Vergleich zum letzten schwierigen Auswärtsspiel in Marseille kollabierten sie nicht sofort. Im Gegenteil: Sie erspielten sich zwei hochprozentige Chancen (Alphonse und Mehmedi). Und der FCZ kam, begünstigt von einem schweren Fangfehler des FCB-Debütanten Stefan Wessels, dank Dusan Djuric sogar zum temporären Ausgleich (32.)

Mehr als das 1:1 liess der Favorit nicht zu. Oder anders formuliert: Mehr Zählbares produzierte der FCZ nicht. Entweder fehlte die Energie oder im Falle von Aegerter oder Margairaz schlicht die Qualität. Der Zürcher U17-Weltmeister Oliver Buff, der vor der Partie zusammen mit sieben anderen «Goldjungs» geehrt worden war, wäre in diesem tristen FCZ-Mittelfeld wohl kaum abgefallen.

Minderheit verursachte ein Chaos

Hektik kam wenige Minuten vor dem Anpfiff inner- und ausserhalb des Zürcher Sektors auf. Ein Teil der Anhänger versuchte sich gewaltsam der Kontrolle zu entziehen und den Eingang zu stürmen. Im Stadion wütete eine Minderheit ungehemmt, bis die Polizei für die überforderten Privatsicherheitskräfte einschritt.

Augenzeugenberichten zufolge spielten sich wüste Szenen ab. Die Polizisten stoppten die randalierende Minderheit mit Tränengas. Das Einlass-Konzept funktionierte nicht mehr. Drängelnde Fans mit gültigen Tickets standen nach Spielbeginn noch ausserhalb des Stadions. Zur zwischenzeitlichen Beruhigung der Lage wurden die Tore (ohne Kontrollen) geöffnet. Nach Spielschluss verabschiedeten sich einige rabiate, offenbar unkontrollierbare Chaoten so, wie sie gekommen waren: gewalttätig.

Mehr zum Cupspiel gegen den FCZ sowie die Bewertung der FCB-Spieler, können Sie in der Samstagsausgabe der Basler Zeitung lesen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 21.11.2009, 10:15 Uhr

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