Sport
«Ich wäre so gerne Weltmeister geworden»
Von Peter Bühler. Aktualisiert am 17.11.2009
Der Schweizer U-17-Coach Dany Ryser hatte ihm einen Platz im Kader für die WM in Nigeria zugesichert. Doch Josip Drmic, aufgewachsen im schwyzerischen Bäch und akzentfreies Zürichdeutsch sprechend, wurde von der Gemeinde Freienbach zweimal die Einbürgerung verweigert. Deswegen erlebte er den Triumph der Schweizer nur vor dem Fernsehapparat mit.
Josip Drmic, wo haben Sie den Final gesehen?
Zu Hause in Bäch, mit der Familie.
Und was ging Ihnen durch den Kopf?
Vieles. Ich wusste, dass ich eigentlich auf dem Platz stehen könnte. Mir geht es nicht besonders gut. Ich bin so traurig, ich wäre so gerne Weltmeister geworden.
Haben Sie trotzdem mit den Schweizern gejubelt?
Ich freue mich einfach sehr für die Schweizer. Ich kenne ja alle persönlich. Mit einigen habe ich in der Schweizer U-16 gespielt. Ich spielte die Länderspiele in Rumänien und in Tschechien, in zwei Einsätzen gelangen mir vier Tore.
In der U-17 spielten Sie noch nie?
Nein, Herr Ryser hat mir gesagt, er werde mich nach Nigeria mitnehmen. Aber dann verzichtete er auf mich, weil ich das Schweizer Bürgerrecht nicht erhielt. An meiner Stelle rückten dann wohl Matteo Tosetti oder Igor Mijatovic ins Kader.
Sie scheiterten zwei Mal beim Einbürgerungstest?
Ja, leider. Ich habe für die Prüfungen gelernt, aber ich war vor allem das zweite Mal enorm nervös. Ich hatte einen Blackout. Ich musste die Nachbargemeinden von Freienbach aufzählen. Ich wusste alle - ausser Hurden.
Und jetzt können Sie nie mehr Schweizer werden?
Es läuft ein Wiedererwägungsgesuch. Viele bemühen sich, dass es doch noch klappt, ein Anwalt, der Fussballverband, der FCZ.
Was sind nun Ihre Ziele?
Ich habe diese Saison für die U-21 des FCZ schon vier Tore erzielt. Ich will für den Klub weiter Gas geben, Schweizer werden und dereinst in der Schweizer Nationalmannschaft spielen.
Für Kroatien würden Sie im Gegensatz zu Petric oder Rakitic nicht antreten?
Ich bin in der Schweiz aufgewachsen und mache hier meine Ausbildung zum kaufmännischen Angestellten. Ich fühle mich als Schweizer und möchte für die Schweiz Fussball spielen. Wenn man mich nur liesse . (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 17.11.2009, 07:46 Uhr










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