Als sei er neben John Wayne vom Pferd gefallen

Sion-Präsident Christian Constantin zementiert den schlechten Ruf des Wallis in der Deutschschweiz. Aber: Wenn CC den Cup-Pokal nach Sion heimbringt, dann verzeihen ihm die Walliser jeden Fauxpas, jedes Foul der Vergangenheit.

Mit seiner Geliebten: FC Sion-Präsident Christian Constantin hält die Cup-Trophäe, zusammen mit Léonard Thurre.

Mit seiner Geliebten: FC Sion-Präsident Christian Constantin hält die Cup-Trophäe, zusammen mit Léonard Thurre.
Bild: Keystone

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Die Walliser – ein Volk von Chaoten und Rabauken? Wer die bisherige Karriere von FC-Sion-Präsident Christian Constantin mitverfolgt, versteht ein bisschen besser, wieso sich ein paar Klischees und Vorurteile in der übrigen Schweiz hartnäckig halten. Constantin hält niemand wirklich aus – weder Romands noch Deutschweizer.

Was ihm durch den Kopf geht, plappert er aus

Das hat vielleicht auch damit zu tun, dass er ständig so zerknittert aussieht, als sei er neben John Wayne vom Pferd gefallen. Ganz sicher hat es aber etwas mit seinen Sprüchen zu tun. Dem Westschweizer Nachrichtenmagazin «L’Hebdo» vertraute er kürzlich an, er habe in der sudanesischen Hauptstadt Kartum neben dem ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton «gepisst».

Was ihm durch den Kopf geht, kommt ungefiltert aus dem Mund heraus. Zuweilen greift man sich nur noch an den Kopf: «Die Zukunft wird uns zeigen, was die Zukunft uns bringen wird», meinte er einmal. Was um Himmelswillen wollte er bloss damit sagen?

Ein Grossmaul oder ein Visionär

Er redet nicht nur, wie ihm der Schnabel gewachsen ist, er tut auch, was ihm gefällt. Und wehe denen, die ihn daran hindern wollen. Er legt sich mit allen an: Mit Fussballverbandsbossen, mit den Schiedsrichtern, mit anderen Klubs, mit der Standortgemeinde Sion, sogar mit den treuen Fans – und vor allem mit seinen Trainern und Spielern.

Ein Spinner und Grossmaul, sagen viele über ihn. Er selber sieht sich als Visionär. Obwohl sich auch im Wallis viele über den Fussball-Imperator aus der Römerstadt Martigny grün und blau ärgern, hat der FC Sion immer noch sehr viele Anhänger.

Bis heute kommen im Schnitt gegen 10'000 Walliser zu den Spielen des FC Sion – auch aus dem Oberwallis. Und zum Cupfinal heute in Bern wird das halbe Wallis in die Bundeshauptstadt reisen. Obwohl inzwischen kaum mehr Walliser in der ersten Mannschaft tschutten dürfen.

Vor Constantin war Zeitungszar Luisier am Drücker

El Hadary, Vanczak, Paito heissen die Stars von Constantin. Unter dem früheren Präsidenten André Luisier hiessen sie noch Brigger, Bregy, Luisier und Cina usw. Präsident André Luisier war anders als Christian Constantin - er setzte mehr auf eigene Spieler.

Luisier war ein katholisch-konservativer Zeitungszar, holte umstrittene Leute wie den französischen Front-National-Führer Jean-Marie Le Pen für Vorträge ins Wallis, giftete und hetzte in seinem Blatt jahrzehntelang gegen Nette und Linke. Der FC Sion war für Luisier Passion und Geschäft zugleich. Spielte der Verein gut, stiegen auch die Verkaufszahlen seiner Zeitung «Le Nouvelliste».

Bühne für die Constantin One-Man-Show

Mit Constantin kam 1992 ein ganz anderer Typ ans Ruder. CC war erst 35-jährig, nannte sich Architekt, war aber mehr Immobilienhändler. Und die haben im Wallis ungefähr denselben Ruf wie Teppichhändler. Anders als für Luisier ist der FC Sion für Christian Constantin nur Geschäft und eine Bühne für seine One-Man-Show. Er leitet den Fussballklub nicht nur, er besitzt ihn. Was ihm das Recht gibt, zu schalten und walten, wie es ihm gefällt.

Constantins Spezialität ist es, unbekannte Spieler aus allen Ecken der Welt nach Sion zu holen und sie ein bisschen spielen zu lassen, um sie dann zu Höchstpreisen an andere Klubs weiter zu verkaufen. Genauso wie seine Immobilien. Trainer mit eigenen Vorstellungen über Mannschaftsaufstellung und Einkäufe stören das System Constantin. Auch darum wechselt der FC-Sion-Präsident seine Coaches fast so oft wie seine Socken.

Heute ist es aber nicht mehr so wichtig, wie die Spieler heissen. Denn beim FC Sion gibt es nur einen Star: Christian Constantin. Was der Pokal für ihn bedeutet, hat er mal Journalisten erklärt: «Die Meisterschaft ist unsere Ehefrau, der Cup ist die Geliebte.» Wenn er am Mittwochabend auf dem Wankdorf-Rasen die Cup-Trophäe holt, dann verzeiht ihm das Wallis auch diesen Fauxpas. (bazonline.ch/Newsnetz)

Erstellt: 20.05.2009, 22:27 Uhr

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FC Basel

Axpo Super League

Datum Spiel Resultat
17.03.10 GC Zürich - FC Sion 2 : 0 (1:0)
R Mannschaft Sp S U N Tvh P
1. Young Boys Bern 24 17 2 5 50:28 53
2. FC Basel 24 15 4 5 54:31 49
3. GC Zürich 23 12 2 9 41:30 38
4. Luzern 24 11 5 8 42:34 38
5. St. Gallen 24 9 6 9 36:32 33
6. Zürich 23 8 7 8 37:33 31
7. Neuchâtel Xamax 24 8 7 9 39:35 31
8. FC Sion 24 8 7 9 33:38 31
9. Bellinzona 24 5 3 16 33:67 18
10. Aarau 24 2 5 17 22:59 11




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