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Basel siegt dank Stocker und Xhaka 2:0
Das sagt FCB-Trainer Fink zum Spiel
«Mit einem 2:0 ist man natürlich zufrieden. Für dieses Resultat hätte ich vor dem Spiel sofort unterschrieben», kommentierte FCB-Coach Thorsten Fink den souveränen Auftritt seines Team. «Das gibt zwar Luft fürs Rückspiel, ernst nehmen müssen wir den Gegner aber weiterhin. Ich habe einst mit Karlsruhe auswärts 3:1 gewonnen und bin dann mit einem 0:5 ausgeschieden.»
Am Optimum bewegte sich Basel nach der Einschätzung von Fink noch nicht: «Wir hätten besser spielen können. Der Gegner hätte zwei Tore machen können. Ich habe von meiner Mannschaft noch mehr erwartet, aber das Ergebnis ist natürlich hervorragend.» Fink wirkte einer allfälligen Euphorie in Basel geschickt entgegen: «Ich denke vor und nicht nur nach.»
Keeper Franco Costanzo, der brillant gespielt hatte, lobte der Coach explizit: «Franco ist einer, der immer Ruhe ausstrahlt. Die Paraden waren grosse Klasse.» Diese Einstellung möge er: «Er ist ein absoluter Winnertyp.» Das färbe aufs Team ab, so der 42-Jährige.
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Debrecen - Basel 0:2 (0:1)
Szusza Ferenc, Budapest. - 5000 Zuschauer. - SR Muniz Martinez (Sp). - Tore: 34. Stocker (Zoua) 0:1. 92. Granit Xhaka 0:2.
Debrecen: Verpecz; Bernath, Komlos, Mijadinoski, Fodor; Kiss; Yannick (74. Dombi), Varga, Czvitkovics, Rezes (54. Farkas); Coulibaly.
Basel: Costanzo; Inkoom, Abraham, Cagdas, Safari; Shaqiri (62. Tembo), Cabral, Huggel, Stocker (88. Granit Xhaka); Zoua (75. Almerares), Frei.
Bemerkungen: Debrecen ohne Szakaly, Kabat (beide krank), Laczko (verletzt), FCB ohne Yapi (gesperrt), Streller (verletzt), Chipperfield (nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 49. Frei, 83. Stocker (beide Foul).
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Als Basel oder besser der erstklassige Hüter Franco Costanzo den einzigen heiklen Moment der zweiten Hälfte bravourös gemeistert hatte, stand der verdiente Sieg praktisch fest. Varga war in der 83. Minute solo angestürmt, aber an Costanzo gescheitert.
Den traumhaften Schlusspunkt setzte ein anderer: Granit Xhaka, der U17-Weltmeister, ermöglichte den Gästen 240 Sekunden nach dem Eintritt in seinem ersten Europacup-Spiel mit einem wunderbaren Weitschuss das 2:0. Als die desillusionierten «Einheimischen» die Mini-Arena im Bezirk Ujpest längst verlassen hatten, zelebrierte der stimmgewaltige rot-blaue Anhang den Triumph noch minutenlang. Jede Auslaufrunde der Spieler wurde so zur gefeierten Ehrenrunde.
Obschon der FCB zweifelsfrei noch Potenzial zur Steigerung seiner Performance besitzt, erreichte er in der ungarischen Metropole das Optimum. Dank des komfortablen Erfolgs ohne Gegentor startet der Schweizer Titelhalter am kommenden Mittwoch mit der allseits gewünschten Ausgangslage zum Rückspiel. Die Teilnahme am Playoff ist dem FCB unter normalen Umständen nicht mehr zu entreissen.
Stockers Bewerbung
In der 34. Minute griff Valentin Stocker ein zweites und entscheidendes Mal ins Geschehen ein: Mit einem abgelenkten Weitschuss gelang ihm das kursweisende 1:0. Der 21-Jährige hatte bereits drei Assists zum makellosen Start zur Axpo Super League beigetragen, nun prägte der Mittelfeldspieler auch den dritten erfolgreichen Autritt der Bebbi.
Auch wenn in der Schweiz vom Gastspiel Basels kein TV-Signal zum empfangen war und Stocker so gesehen nur im exklusiven Rahmen vor knapp 5000 Zuschauern brillierte, dürfte Nationalcoach Ottmar Hitzfeld von Stockers erneuten Bewerbung für die SFV-Auswahl Kenntnis nehmen. Ein Aufgebot fürs Testspiel in Österreich am 11. August wäre jedenfalls keine Überraschung mehr.
Das Veto der Argentinier
Vor Adamo Coulibaly hatte Basels Coach schon im Vorfeld gewarnt. Nach zwölf Minuten demonstrierte der Franzose ein erstes Mal, weshalb Fink den Namen des bulligen Stürmers ausdrücklich erwähnt hatte. Ohne ein Zögern schloss er ab und zwang FCB-Keeper Costanzo früh zu einer Schlüsselparade.
In der Startphase geriet der Schweizer Double-Gewinner ziemlich in Rücklage, fiel aber nicht, weil die Argentinier-Fraktion ihren Job wie vom Trainer explizit gewünscht zu 100 Prozent erfüllte. Als sich der energische Kameruner Yannick mit Speed (zu) viel Raum verschaffte, stoppte David Abraham die gefährliche Aktion mit einer Grätsche in letzter Sekunde.
Die beiden Angriffe zeigten auf, dass Debrecen gewillt und vor allem auch spielerisch in der Lage war, den Favoriten aus dem Konzept zu bringen. Im rustikalen Stil zwar, aber mehrheitlich mit fairen Mitteln hatten die Ungarn mehr als nur Destruktives im Sinn. Ihr Pech war, dass der stilsichere FCB so nicht aus der Reserve zu locken war.
Allzu sehr liess sich der FCB von den temporären Turbulenzen nämlich nicht beeindrucken. Stattdessen streifte er die taktisch bedingte Zurückhaltung mehr und mehr ab. Obschon Regisseur Gilles Yapi wegen einer Sperre fehlte, waren die Ballsicherheit und das smarte Risikomanagement die Qualitäten der Bebbi.
Zupass kam ihnen selbstredend, dass sie zum ersten Vorteil wenig Anlaufzeit beanspruchten. Die zweite Chance genügte bereits zum 1:0. Zu ihrem Glück fälschte ein Osteuropäer den Ball Stockers unhaltbar ab. Aber die Vorbereitung des Treffers war exakt nach 'Übungsbuchvorlage' verlaufen: Samuel Inkoom flankte zur Mitte, Zoua schirmte den Ball perfekt ab und passte clever zurück.
Der starke FCB-Eindruck
Die Vorgeschichte der entscheidenden Szene passt gut zum Eindruck, den der FCB in den letzten Jahren auf europäischem Terrain generell hinterlassen hat. Im Team Finks steckt enorm viel Erfahrung. Die Mischung zwischen Gelassenheit und Respekt vor dem Gegner stimmt beim FCB. Dass die Equipe mit 48,6 den klar besten EC- Koeffizienten aufweist, ist kein Zufall.
Klar, die ungarische Fussball-Szene ist in den letzten zehn Jahren nicht mit Sonderefforts aufgefallen, aber Debrecen hat auf heimischer Bühne die Konkurrenz in jüngster Vergangenheit nach Belieben dominiert; allein in der letzten Saison gewann der Verein vier Trophäen. Und vor Jahresfrist verschaffte sich der Serienmeister immerhin Zutritt zur Champions League. (Si)
Erstellt: 28.07.2010, 22:05 Uhr



