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Basels Coup im Olimpico

Von Ueli Kägi, Rom. Aktualisiert am 20.10.2010 35 Kommentare

Der FCB gewann in der Champions League bei der AS Roma 3:1 und träumt jetzt von Platz 2.

1/12 Alex Frei brachte nach herrlicher Vorarbeit von Marco Streller den FCB mit einem satten Distanzschuss 1:0 in Führung.
Bild: Reuters

   

Manchmal stand Stürmer Alex Frei als vorderster Basler 30 Meter vor dem eigenen Tor. Das war in der zweiten Halbzeit, als seine Mannschaft fast nur noch das 2:1 verteidigte und die Roma fast nur noch angriff. Einmal traf Taddei nur den Pfosten (58.), einmal setzte Brighi seinen Kopfball zu hoch (78.). Einmal versprang Borriello der Ball alleine vor Goalie Costanzo (81.). Einmal zielte Mexes nicht gut genug (85.). Einmal wehrte Costanzo Tottis Freistoss ab (89.). Und dann, es lief schon die Nachspielzeit, konnte sich der FCB noch einmal befreien. Der eingewechselte Cabral kam an den Ball, er setzte zum Dribbling an, er spielte sich wie ein Tänzer an den Römer Verteidigern vorbei, und er traf zum befreienden 3:1.

Gute Ausgangslage

Die Basler Bank stürmte an die Seitenlinie, um den Sieg zu feiern. Den Sieg im Olimpico, diesem mächtigen Römer Stadion, das gestern nicht einmal zu einem Drittel gefüllt war. Den Sieg, der die Basler nach den Auftaktniederlagen gegen Cluj und die Bayern zurück ins Geschäft bringt, der von Rang 2 und der Qualifikation für den Achtelfinal träumen lässt. Von einer «guten Ausgangssituation» spricht Trainer Thorsten Fink jetzt. Von einem «verdienten Sieg» und «wunderschönen Toren» erzählte Innenverteidiger Beg Ferati. Und er lobte seine Mannschaft auch dafür, wie entschlossen sie in die Zweikämpfe gegangen sei.

Hervorragend eingestellt

«Wir gehen überall mit Selbstvertrauen hin und haben keinen Grund, unsere Philosophie zu ändern», hatte Fink am Tag vor dem Match gesagt. Und er kam offenbar an mit seinen Worten bei seinen Spielern. Sie waren hervorragend eingestellt. Sie starteten stark. Sie gewannen Bälle, sie bewegten sich glänzend, sie rückten schnell auf, sie suchten die Lücken, sie schafften sich Optionen. Und sie zahlten sich früh einen Lohn aus. Die 12. Minute lief, als Shaqiri flankte, Streller den Ball mit dem Kopf gekonnt ablenkte und Alex Frei mit einem wuchtigen Linksschuss in die Ecke traf.

Der Stürmer, der mit der Schweiz zuletzt seine Form nicht mehr fand und vor wenigen Tagen im Heimspiel gegen Wales ausgepfiffen wurde, streckte beide Arme in den Himmel. Es war die Pose, die von Erleichterung erzählte. Und von Genugtuung vielleicht auch. Frei hatte beim 1:2 in Cluj Basels einzigen Treffer vorbereitet. Und Frei hatte beim 1:2 gegen die Bayern Basels einziges Tor erzielt. «Er ist halt da und schiesst Tore», stellte Fink nach dem Ende zufrieden fest.

Eine Mannschaft mit Effizienz

Die Curva Sud, der einzige gut gefüllte Teil im Olimpico, schenkte dem Match Atmosphäre und reagierte mit trotzigen Gesängen auf das Gegentor. Der FCB hatte die Partie in den folgenden Momenten trotzdem unter Kontrolle gegen eine AS Roma ohne die Schlüsselfiguren Vucinic und De Rossi. Deshalb war es für ihn so ärgerlich, wie er trotzdem bald den Vorsprung verlor. Shaqiri blieb bei einem Angriffsversuch hängen, Totti spielte aus der Drehung heraus einen hervorragenden Steilpass, Ferati liess Borriello ausser Acht, und der Stürmer erzielte das 1:1 (21.)

Die Basler allerdings gerieten deshalb nicht aus dem Gleichgewicht, sie arbeiteten weiterhin für die Überraschung. Und weil sie gestern eine Mannschaft mit Effizienz bildeten, nutzten sie unmittelbar vor der Pause die dritte gute Abschlussmöglichkeit zum zweiten Tor. Wieder war Shaqiri der Vorarbeiter, der aufgerückte Rechtsverteidiger Inkoom schloss ab.

Als die zweite Halbzeit kam, begann ein neues Spiel. Die Basler verteidigten sich mit Ruhe, mit Sicherheit, und manchmal auch mit etwas Glück. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 20.10.2010, 08:17 Uhr

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35 Kommentare

john kraft

20.10.2010, 08:49 Uhr
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Super Leistung, Basel! Hat auch mir als Zürcher Spass gemacht, da zuzuschauen. Besonders freut es mich aber für Alex Frei, dessen unbestrittene Klasse gerne mal von irgendwelchen Fussballtouristen angezweifelt wird. Antworten


Peter Münger

20.10.2010, 09:15 Uhr
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Frei lebt nur für Basel. In der Nati möchte er sich ja nicht verausgaben oder verletzen. In zu loben ist falsch. Antworten



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