Der FC Basel empfängt heute Bayern München zum Achtelfinal-Hinspiel der Champions League. Den Schweizer FCB, Ausgabe 2012, verbindet so einiges mit dem deutschen FCB desselben Jahrgangs.
Zwischen Gelassenheit und Konzentration. FCB-Coach Heiko Vogel und seine Spieler im gestrigen Abschlusstraining. Bild: Keystone
Wo Mitte Dezember verhaltene Freude war, wird heute Fieber sein. Geträumt hatte vor der Auslosung kaum ein Anhänger des FC Baselvom FC Bayern Münchenals Widersacher im ersten Champions-League-Achtelfinalspiel der Clubgeschichte. Real Madrid, Chelsea oder Arsenal hiessen die Wunschgegner. Jene Grossclubs halt, mit denen sich der FCB noch nie gemessen hat. Der deutsche Rekordmeister wirkte da etwas weniger sexy, hatte er doch bereits im September 2010 dem Basler St.-Jakob-Park seine Aufwartung gemacht und war im August Qualifikations-Gegner des FC Zürich gewesen. Schon gesehen und erst noch kaum zu schlagen, lautete das erste Verdikt.
Doch wo Mitte Dezember noch verhaltene Freude war, wird heute Fieber sein. Bis unters Dach gefüllt ist der Basler St.-Jakob-Park, wenn die Münchner Fussballer kurz vor 20.45 Uhr Seite an Seite mit ihren Basler Antipoden das Spielfeld betreten. Das ist keine Vermutung, sondern Gewissheit. Als im Januar die letzten Tickets in den Verkauf gelangten, war dieser so schnell beendet, wie er eröffnet worden war.
Bayern zieht. Erst recht, wenn sich der FC Basel mit den Achtelfinals der Königsklasse auf einer historischen Stufe befindet. Es ist das Duell des Kleinen gegen den Grossen, des nicht wirklich Armen gegen den richtig Reichen und – vor allem – der Schweizer gegen die Deutschen. Ein Vergleich, dessen Anziehungskraft in helvetischen Landen immer enorm sein wird, egal, ob Deutschland inzwischen nicht nur erfolgreich, sondern auch richtig schön Fussball spielt oder ob der Arbeitskollege, der Alemannisch schwätzt, einem durchaus sympathisch ist.
Kleine und grössere Geschichten
Zusätzlichen Reiz zieht das aus Basler Sicht bedeutende Messen aus den vielen kleinen und grösseren Geschichten, von dem es begleitet wird. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht: Den Schweizer FCB, Ausgabe 2012, verbindet so einiges mit dem deutschen FCB desselben Jahrgangs. Zum Beispiel Flügelflitzer Xherdan Shaqiri. Das 20-jährige Juwel in den Basler Reihen sorgte für dicke Schlagzeilen, als publik wurde, dass der Wirbelwind im Sommer ins Ausland wechselt – zum FC Bayern München. Wird Shaqiri seine künftigen Mitspieler noch kennenlernen, sind andere Basler mit einzelnen Bayern bestens bekannt: FCB-Captain Marco Streller etwa, der mit Mario Gomez und Philipp Lahm in Stuttgart Meister wurde. Aleksandar Dragovic, der mit David Alaba praktisch aufgewachsen ist. Oder Markus Steinhöfer, der in der Bayern-Jugend kickte.
Keiner jedoch kennt sich so gut in München aus wie Heiko Vogel, der Coach des FC Basel. Neun Jahre lang war der Pfälzer als Trainer im Nachwuchs des FC Bayern tätig. Er führte aktuelle Nationalspieler wie Lahm, Thomas Müller oder Holger Badstuber an die erste Mannschaft heran und blieb auch in der Umgebung wohnen, als es ihn wegzog, erst nach Ingolstadt und dann ans Rheinknie, nach Basel.
Der Wettkampf ihres Lebens
Dass Vogel Respekt vor den Bayern hat, ist klar. «Wir werden sehen, was sich geändert hat», sagt er in Bezug auf die zwei Champions-League-Niederlagen, die der FCB vor eineinhalb Jahren gegen denselben Gegner kassierte (1:2, 0:3). Er lässt durchblicken, dass ein 0:0 im Heimspiel kein schlechtes Ergebnis sein muss, wenn man berücksichtigt, dass die Basler im Winter erst zwei Pflichtspiele absolviert haben. Gleichzeitig jedoch lässt er keinen Zweifel aufkommen, dass sein Team antritt, um die Bayern heute und am 13. März tüchtig zu ärgern. Ob das reicht, um nach Manchester United einen weiteren Topclub vom Sockel zu stossen, lässt er offen.
Was für Basel ohnehin ein Festtag ist, stellt für die FCB-Spieler wie schon gegen Manchester den Wettkampf ihres Lebens dar. In einem nie dagewesenen Schaufenster – parallel läuft nur eine weitere Partie – wollen sie sich nicht nur als Individuen präsentieren, sondern auch als Mannschaft glänzen. Um am Ende wenn möglich die Basis zur nächsten grossen Überraschung zu legen.
«Wir wissen, was wir können»
Die Viertelfinals sind das Ziel. Auch wenn jeder Spieler weiss, dass dieses Ziel sehr hoch gesteckt ist. Auch wenn jeder Spieler weiss, dass dieses Ziel unter normalen Umständen gegen den deutschen Rekordmeister nicht zu erreichen ist. Und obwohl kein Spieler damit rechnet, dass die Bayern aus München ähnlich schwächeln werden wie noch am Samstag beim 0:0 in Freiburg. Schliesslich sagt FCB-Torhüter Yann Sommer, was in dieser Champions-League-Kampagne schon von so manchem Basler Fussballer zu hören war: «Wir wissen, was wir können.»
Die Viertelfinals sind das Ziel. Ob der Gegner Real Madrid, Chelsea, Arsenal oder eben Bayern München heisst, spielt keine Rolle. Wo Mitte Dezember noch verhaltene Freude war, wird heute Abend Fieber sein. (Basler Zeitung)
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Der Bayer redet bairisch, nicht Allemannisch. Das sind zwei verschiedene Sprachgruppen. In der Schweiz redet man nur in einem Tal bairisch, und zwar tirolerisch, dies im Samnaun. Und ja, der FCB wird heute 3:1 gewinnen!Antworten