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Christian Gross soll den schlafenden Riesen YB wecken

Von Alexander Wäfler. Aktualisiert am 09.05.2011 84 Kommentare

Vladimir Petkovic ist nach knapp drei Jahren als YB-Coach entlassen worden. Christian Gross übernimmt das Team am Saisonende. Mit der Verpflichtung des Erfolgstrainers ist YB ein Coup gelungen.

Der neue Kopf bei YB: Christian Gross soll die Young Boys ab Sommer zu den lang ersehnten Erfolgen führen.

Der neue Kopf bei YB: Christian Gross soll die Young Boys ab Sommer zu den lang ersehnten Erfolgen führen.
Bild: Andreas Blatter

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YB hat Christian Gross als neuen Trainer verpflichtet. Holt der Club in der nächsten Saison nun endlich den Titel?




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Der Meistermacher

Der Leistungsausweis des neuen YB-Trainers ist beeindruckend. Christian Gross ist einer der erfolgreichsten Schweizer Fussballtrainer. Der 56-Jährige spielte als Fussballer bei GC, Lausanne, Xamax, Bochum (Bundesliga), St.Gallen, Lugano und Yverdon und bestritt ein Länderspiel. Seine Trainerkarriere lancierte Gross von 1988 bis 1993 beim FC Wil (Aufstieg von der 2.Liga in die NLB), wobei er die ersten vier Saisons noch als Spielertrainer agierte. 1993 übernahm er GC und wurde zweimal Meister (1995, 1996) sowie einmal Cupsieger (1994) mit den Zürchern. Er führte GC 1995 auch als ersten Schweizer Verein in die Champions League – und wiederholte das 1996.

Im November 1997 wechselte Gross zu Tottenham, wo er zehn Monate blieb, nach dem gelungenen Klassenerhalt aber bereits früh in der neuen Saison entlassen wurde. Es folgte von Sommer 1999 zehn Jahre lang die erfolgreichste Zeit von Gross beim FC Basel (vier Meistertitel, vier Cupsiege, zwei Champions-League-Teilnahmen, Uefa-Cup-Viertelfinal). Alle Erfolge erreichte Gross zwischen 2002 und 2008. Im Juni 2009 lösten der FCB und Gross den Vertrag auf, man hatte sich gegenseitig abgenutzt.

Im Dezember 2009 übernahm Gross den VfB Stuttgart, aber erneut dauerte das Engagement im Ausland nur zehn Monate. Nachdem der Zürcher den Klub von Rang 15 auf Rang 6 und in die Europa League geführt hatte, wurde er nach einem Fehlstart in die neue Saison entlassen.

Gleich neunmal wurde Gross in der Schweiz zudem Fussballtrainer des Jahres.

Es ist kurz vor 14 Uhr am Sonntagnachmittag, als zwei Männer den Presseraum des Stade de Suisse betreten. Welcher von ihnen ist jetzt bloss der neue YB-Trainer?, fragt sich die grosse Reporterschar. Beide tragen einen Anzug, und beide haben einen blank polierten Schädel. Der im schwarzen Anzug ist Werner Müller, Präsident der YB-Betriebs-AG. Der im hellbraunen Anzug ist es, auf den alle gewartet haben. Christian Gross, der erfolgreichste Schweizer Fussballcoach der Neuzeit, wird als Nachfolger des eben entlassenen Vladimir Petkovic vorgestellt. Ab Sommer soll Gross YB zu den lang ersehnten Titeln führen.

Blitzlichtgewitter. Der 56-Jährige setzt sich aufs Podium zu Klubchef Ilja Kaenzig und dem Technischen Direktor Hansruedi Hasler. Sie haben das erste Wort und erklären, wieso sie sich für den Neuanfang entschieden haben: «Die drei Jahre mit Petkovic waren erfolgreich, aber jetzt soll Gross uns neuen Schwung bringen», sagt Kaenzig. «Die Mannschaft entwickelte sich in dieser Saison nicht wie erwartet. Deshalb braucht es einen neuen Impuls», sagt Hasler.

Gross hört den Ausführungen seiner neuen Vorgesetzten aufmerksam zu. Gleichzeitig fliegt sein Blick unruhig im Raum umher. Von Zeit zu Zeit zuckt er mit den Mundwinkeln. Als er dann an der Reihe ist, sagt er als Erstes: «Ich freue mich, bin ich zurück in der Schweiz. Vor allem freue ich mich, in Bern zu sein.» Freimütig gibt er zu, die Stadt nicht gut zu kennen. «Der hohe Zuschauerschnitt von YB und auch des SC Bern zeigt mir aber, dass Bern eine Sportstadt ist.» Seit er im Oktober 2010 in Stuttgart entlassen worden war, hielt er sich vor allem in England und in Spanien zur Weiterbildung auf. Die Freistellung in Stuttgart hat sein Selbstvertrauen nicht erschüttert. «Ich habe dort im ersten halben Jahr das Maximum herausgeholt. Hätten mich die Stuttgarter früher verpflichtet, wäre noch mehr möglich gewesen», ist er überzeugt. Die Entlassung führt er auf fehlende Geduld bei den Verantwortlichen zurück. «Ich schliesse es nicht aus, wieder im Ausland zu arbeiten. Bei YB erwartet mich nun aber die dritte grosse Herausforderung meiner Karriere», sagt Gross. Mit GC und Basel feierte er total sechs Meistertitel und fünf Cupsiege. Beide Klubs führte er in die Champions League. In Bern soll er nun einen schlafenden Riesen wecken, so wie ihm das ab 1999 in Basel gelungen ist. Dazu wird er in den verbleibenden Partien die Spieler beobachten (erstmals morgen gegen GC) und die Erkenntnisse dann in die Planung der neuen Saison einfliessen lassen.

Zehn Tage ist es her, da wurde Gross von Ilja Kaenzig kontaktiert. «YB ist sehr direkt an mich herangetreten. Das machte mir Eindruck», sagt Gross. Mit Kaenzig verbindet ihn eine gemeinsame Vergangenheit bei den Grasshoppers. Hasler kennt er, seit er 1982 in Magglingen einen Trainerkurs besuchte, der von Hasler geleitet wurde. Der Kontakt blieb bestehen und hat womöglich dazu beigetragen, dass Gross in Bern zusagte, «obwohl es zuletzt auch andere Angebote gegeben hat», wie der neue YB-Coach betont. Klubs aus Griechenland und der Türkei wollten Gross, den Höngger Polizistensohn, verpflichten. Auch ein polnischer Spitzenklub habe ihn kontaktiert und die Auswahl Saudiarabiens.

Am weitesten gediehen die Verhandlungen aber mit einem exotischen Klub. Terek Grosny lockte Gross mit einer unglaublichen Offerte: Zweieinhalb Millionen Euro soll ihm der Klub aus Tschetschenien, der in der russischen Liga spielt, geboten haben. Netto. Und pro Jahr. Dies schrieb kürzlich das Nachrichtenmagazin «Der Spiegel» in einem Artikel über den Klub. «Aus persönlichen Gründen habe ich abgelehnt», sagt Gross. Den Job in Grosny übernahm die holländische Fussballikone Ruud Gullit.

Christian Gross aber ist der neue YB-Trainer, und als solcher muss er ab Sommer über seinen Schatten springen. Er, der als FCB-Coach keinen guten Halm am Kunstrasen im Stade de Suisse liess, muss das Team nun auf dem gleichen Plastik zum Erfolg führen. Trotzdem ist er überzeugt: «Nichts geht über Naturrasen.» Ilja Kaenzig wird daher seine Bemühungen intensivieren, um ein YB-Trainingsgelände zu erstellen. Ohne den Kunstrasen im Stade de Suisse fehlen dem Klub nämlich die Trainingsmöglichkeiten. So schnell wie möglich soll der Rasentausch vollzogen werden. «Schön wäre, wenn es im Winter klappt», sagt Kaenzig. Von der Verpflichtung Christian Gross’ erhofft er sich diesbezüglich bei Verhandlungen mit der Politik mehr Gewicht. In erster Linie wünscht sich Kaenzig von Gross aber den Meistertitel. Egal, ob auf Kunst- oder Naturrasen. (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.05.2011, 06:06 Uhr

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84 Kommentare

Dieter Kaiser

08.05.2011, 10:26 Uhr
Melden 14 Empfehlung

Der Entscheid war überfällig. Mit Christian Gross kommt ein hervorragender Trainer nach Bern. Antworten


Tom Kipfer

08.05.2011, 10:42 Uhr
Melden 8 Empfehlung

Vielen Dank Vladimir Petokvic für den attraktiven Fussball den ich von YB erleben durfte.
Willkommen Christian Gross.
Antworten



FC Basel

Programm & Resultate

Freundschaftsspiel
EndeSpanien - Serbien2:0
EndeSchweiz - Deutschland5:3
EndeNorwegen - England0:1
Playoff
EndeSion - Aarau3:0
Stand: 26.05.2012 20:56
Brussels Ladies Open
26.05EndeRadwanska - Halep7:5 6:0
Stand: 26.05.2012 17:02
GP Monaco 2012 - Qualifikation
1:14.3011 Michael Schumacher
1:14.3812 Mark Webber
1:14.4483 Nico Rosberg
Stand: 27.05.2012 10:30
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Roland Garros
27.0512:15Cipolla - Wawrinka
Stand: 25.05.2012 14:45
Keine Daten vorhanden
Keine Daten vorhanden
Playoff
17:00Aarau - Sion
Stand: 25.05.2012 09:25
Roland Garros WTA
28.0511:00Radwanska - Jovanovski
Roland Garros
28.0511:00Bolelli - Nadal
28.0511:00Djokovic - Starace
28.0511:00Federer - Kamke
Stand: 25.05.2012 15:24
Keine Daten vorhanden
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