Darum gewinnt der FC Basel den Cupfinal

Spielerische Klasse schlägt Mythos-Geschwafel – so einfach ist der Fussball.

Der FCB beim bislang letzten Cupsieg im Jahr 2012. Damals gewann man im Stade de Suisse gegen den FC Luzern 4:2 nach Penaltyschiessen.

Der FCB beim bislang letzten Cupsieg im Jahr 2012. Damals gewann man im Stade de Suisse gegen den FC Luzern 4:2 nach Penaltyschiessen. Bild: Keystone

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Bevor wir zu den wesentlichen Punkten dieses Cupfinals kommen, eine Anmerkung an die rotblau gefärbte Bier- und Cüpli-Fraktion: Es ist so peinlich wie enttäuschend, dass der FC Basel sein Kontingent von 10 000 Tickets nicht ausschöpft und bis gestern nicht einmal 8000 Billette verkaufen konnte. Früher war eine Reise an den Cupfinal ein Fest, egal, ob er in Bern, Zürich oder Genf über die Bühne ging. Heute ist es nur noch mühsam, anstrengend und teuer, so der Eindruck. Ein Gruss an alle Faultiere auf den TV-Sofas in der Region Basel. Freunde, wir reden hier von einem Cupfinal!

Vielleicht täte es dem gesättigten Fussballvolk am Rheinknie einfach nur gut, wenn der FC Basel auch sein viertes Endspiel hintereinander in diesem faszinierenden Wettbewerb verlieren würde. Damit der Sinn für die sportliche Realität wieder in den Vordergrund rückt. Und Siege oder Finalteilnahmen entsprechend gewürdigt werden.

Doch so weit wird es nicht kommen. Der FC Basel holt den silbernen Kübel ins Joggeli und feiert sein erstes Double seit 2012. Warum? Allein der Blick auf die beiden Mannschaften würde schon reichen. Die Mannschaft von Urs Fischer ist auf jeder Position besser besetzt als die Walliser. Auf jeder. Spielerische Klasse schlägt das ganze Mythos-Geschwafel aus dem Wallis – so einfach ist Fussball.

Das letzte grosse Spiel für Urs Fischer

Natürlich ist die Frage erlaubt, ob die Basler nochmals jene Spannung aufbauen können, die es braucht, um die adrenalingetränkten Sittener in die Schranken weisen zu können.

Sie werden es. Weil es das letzte grosse Spiel für Urs Fischer ist. Weil die Spieler ihren Trainer und den abtretenden Clubvorstand mit Bernhard Heusler an der Spitze unbedingt mit zwei Trophäen verabschieden wollen. Und weil ein Grossteil der Mannschaft weiss, dass er sich vor zwei Jahren im eigenen Stadion gegen den gleichen Gegner blamiert hat. Wenn es in der Schweiz ein Team gibt, das auf den Punkt genau bereit sein kann, dann ist es der FC Basel. Und wenn es eine Mannschaft gibt, die dem Nervendruck standhält, dann sind es die Rotblauen. Ob der Match in Basel, Bern, Genf oder auf dem Mond stattfindet, spielt dabei keine Rolle.

Die Walliser mögen nun wieder ihren ­Heldengeschichten aus der Schublade ziehen und von der Vergangenheit fabulieren. Dass jede Serie einmal ein Ende hat, weiss sogar Christian ­Constantin. Der allmächtige Präsident hat Ende April extra seinen Trainer Peter Zeidler demontiert und ihn in die Zwangsferien delegiert. Mit einem einzigen Ziel: dass er sich am Donnerstagabend persönlich als Cup-Held und Retter feiern kann, sollte der Final gegen Basel gewonnen ­werden. Wer derart niederträchtig seine Angestellten im Club behandelt, wer sich selbst ­ständig in den Mittelpunkt rückt und dann meint, die Spieler und Marionetten auf der ­Trainerbank ziehen auf Knopfdruck einfach mit und regeln das mit den Resultaten: der irrt sich.

Constantin wird es morgen in Genf selbst erfahren. (Basler Zeitung)

Erstellt: 24.05.2017, 07:25 Uhr

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