Sport

Das Ende der Dreifachbestrafung – Videobeweis rückt näher

Von Fabian Sangines. Aktualisiert am 17.01.2016 14 Kommentare

Im Weltfussball bahnen sich gewichtige Reglementsänderungen an. Die wichtigsten Anpassungen.

Streitpunkt Rote Karte: Um den Platzvereweis soll es künftig Regeländerungen geben.

Streitpunkt Rote Karte: Um den Platzvereweis soll es künftig Regeländerungen geben.
Bild: Keystone

Artikel zum Thema

Teilen und kommentieren

Korrektur-Hinweis

Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.

Anfang März hält das International Football Association Board (Ifab) im walisischen Cardiff eine Sitzung, die den Fussball nachhaltig verändern könnte. Das Gremium, bestehend aus vier Fifa-Mitgliedern und je einem Vertreter der Verbände von Wales, England, Schottland und Nordirland, das sich jährlich über Regeländerungen berät, hat gemäss der spanischen Zeitung «Mundo Deportivo» Grosses vor.

Deutsche wollen Vorreiter sein

So sollen die technischen Hilfsmittel ein zentrales Thema sein. Nach der erfolgreichen Einführung der Torlinientechnologie, unter anderem in Italien und England, scheint das Ziel zu sein, dass die restlichen Ligen nachziehen. Ein Diskussionspunkt ist noch, wie weit man in diesem Punkt gehen will. Beschränkt sich die Hilfe weiterhin auf die Frage, ob der Ball über der Linie war oder nicht? Wer entscheidet, wann die Technik eingesetzt wird? Und vor allem: Wird die Spielzeit während der Konsultation der TV-Bilder, die tatsächlich eingeführt wird, angehalten?

Die optimistischsten Quellen aus dem Umfeld des Ifab sprechen von einer möglichen Reglementsänderung diesbezüglich auf das Jahr 2020. Zwischenzeitlich haben sich die Verbände aus den USA, Brasilien, Holland, Deutschland und Italien bereit erklärt, als Versuchskaninchen zu fungieren, schreibt «Mundo Deportivo» weiter. «Wir haben ein grosses Interesse daran, in der ersten Reihe zu stehen, wenn ein Pilotprojekt beginnt. Deshalb warten wir mit Spannung auf die endgültige Entscheidung der Fifa», sagte der deutsche Schiedsrichter-Boss Herbert Fandel gegenüber «dfb.de». Ferner sollen bereits folgende gewichtige Änderungen nur noch Formsache sein – und ab kommender Saison greifen:

Abschaffung der Dreifachbestrafung

Immer wieder wurde die sogenannte Dreifachbestrafung kontrovers diskutiert. Ein Spieler läuft allein auf das gegnerische Tor, der Abwehrspieler oder Torhüter zieht die Notbremse: Penalty, Platzverweis und die daraus resultierende Spielsperre. Mit dem sehr wahrscheinlichen Tor im Anschluss wird sogar eine Vierfachbestrafung daraus. Damit soll nun Schluss sein. Künftig soll ein Notbremsefoul im Strafraum mit Gelb sanktioniert werden – mit Ausnahme von Handspielen auf der Torlinie oder grobem Einsteigen, die auch ausserhalb der Penaltyzone mit Roter Karte bestraft würden.

Vorteil auch bei rotwürdigen Foulspielen

Aktuell muss ein Schiedsrichter bei einem harten Vergehen, das eine Rote Karte zur Folge hat, immer sofort abpfeifen. Anders als bei einer Verwarnung darf ein allfälliger Vorteil für die angreifende Mannschaft nicht abgewartet werden. So musste ein Schiedsrichter bei einer Notbremse (auch ausserhalb des Strafraumes) entscheiden, ob er den Vorteil weiterspielen lässt – und dem fehlbaren Spieler anschliessend Gelb zeigt – oder ob er direkt unterbricht und den Übeltäter vom Platz stellt. Künftig soll ein Schiedsrichter auch nach Anwendung der Vorteilsregel die Rote Karte zücken dürfen.

Pflege von verletzten Spielern

Braucht ein Spieler verletzungsbedingt während des Spiels eine Behandlung, muss er derzeit ausserhalb des Platzes gepflegt werden. Neu soll er noch im Feld gepflegt werden dürfen, sofern es sich «um keinen exzessiven Zeitraum handelt». Diese Präzisierung steht noch aus, im Raum steht maximal eine Minute. Dies erhöht die Gefahr des Zeitspiels, schützt jedoch davor, dass das Team eines hart gefoulten Spielers während der Pflege mit Unterzahl bestraft wird.

Kleinere Änderungen

Hinzu kommen Details in der Anpassung des Reglements. Beispielsweise muss ein Schiedsrichter bei Anwendung der Vorteilsregel diese nicht mehr mit dem Arm anzeigen oder der erste Pass bei einem Anstoss nicht mehr nach vorne gespielt werden. Interessant ist der Vorschlag, dass bei Verlängerung eine vierte Auswechslung getätigt werden darf. Diese Idee wurde bereits von Fifa-Ärzten gutgeheissen. (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.01.2016, 18:00 Uhr

14

Kommentar schreiben

Verbleibende Anzahl Zeichen:

No connection to facebook possible. Please try again. There was a problem while transmitting your comment. Please try again.
Werbung

14 Kommentare

Hans Willi

17.01.2016, 20:08 Uhr
Melden 45 Empfehlung 6

Besser wäre Zeitstrafen wie im Eishockey einzuführen an Stelle der Spielsperren. So würde der Vorteil der Überzahl direkt der geschädigten Mannschaft zugute kommen. Durch die Spielsperre erhält eine nicht geschädigte Mannschaft einen ungerechtfertigten Vorteil. Antworten


Matthias Meier

17.01.2016, 18:39 Uhr
Melden 58 Empfehlung 27

Schlecht, das mit der Abschaffung der Roten Karte. Damit werden nur wieder Fouls im Strafrsum gefördert. Und wieso soll das eine Dreifachbestrafung sein? Der Penaly gleicht nur die entgangene Torchance aus. Von mir aus gesehen nur eine Einfachbestrafung, die Rote Karte nämlich. Antworten