Sport
Das grosse Casting für den England-Match
Barnetta krank - Padalino nachnominiert
Der Einsatz von Tranquillo Barnetta am Dienstag im EM- Qualifikationsspiel gegen England in Basel ist gefährdet. Der Mittelfeldspieler von Bayer Leverkusen leidet an leichtem Fieber. Nationalcoach Ottmar Hitzfeld nominierte deshalb Marco Padalino von Sampdoria Genua nach. Auf das Testspiel gegen Australien muss Barnetta verzichten.
Live-Ticker
Heute Abend spielt Deutschland in Brüssel gegen Belgien das erste EM-Qualifikationsspiel. Tagesanzeiger.ch/Newsnetz berichtet ab 20.15 Uhr live. Ebenfalls mit einem Live-Ticker wird über den EM-Test der Schweiz gegen Australien berichtet.
Schweiz - Australien, 20.15 Uhr, St. Gallen.
Schweiz: Wölfli; Lichtsteiner, Affolter, Grichting, Fernandes; Shaqiri, Inler, Margairaz, Bunjaku; Frei, Derdiyok.
Australien: Schwarzer (Fulham); Garcia (Hull), Culina (Gold Coast),Neill (Galatasaray), North (Tromsö); Jedinak (Genclerbirligi),Wilkshire (Dynamo Moskau), Holman (Alkmaar), Valeri (Sassuolo); Cahill (Everton), Emerton (Blackburn).
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Das grosse Spiel wird es nicht sein. Dafür gibt es ein untrügliches Zeichen: Ottmar Hitzfeld gibt die Aufstellung bereits am Vortag offiziell bekannt.
Das Spiel ist auch keine Generalprobe für den nächsten Dienstag, wenn gegen England die Qualifikation zur EM 2012 beginnt. Australien heute Freitagabend ist der Partner bei Hitzfelds grossem Testen und Tüfteln.
Der Coach ist froh, diesen Match, diese Bewegungsübung zu haben, um Abwechslung in der Vorbereitung auf den Dienstag zu haben, um nicht, wie er sagt, «acht Tage im Hotel zu verbringen». Aber er will nichts riskieren, weder eine Verletzung noch eine Überbeanspruchung seiner Stammspieler. Darum läuft in St. Gallen eine Mannschaft in ungewohnter Besetzung auf.
Vertrauen in Wölfli
Im Tor steht während 90 Minuten Wölfli – «als Dank an ihn, dass er sich immer zur Verfügung stellt», sagt Hitzfeld, wobei sich fragt, warum der Berner das nicht tun sollte. Wölfli ist auch bereit, um Benaglio am Dienstag zu vertreten, falls die Nummer 1 wegen der bevorstehenden Geburt seines ersten Kindes vom Nationalteam abreist. Benaglio hat Hitzfeld klargemacht, dass das Private Vorrang hätte vor dem Beruflichen. Hitzfeld sieht das entspannt, erinnert sich an Wölflis gute Leistung im letzten Spiel der WM-Qualifikation gegen Israel und spricht ihm auch aus diesem Grund das «totale Vertrauen» aus.
Die Abwehr gegen England heisst: Lichtsteiner, Von Bergen, Grichting und Ziegler. Heute heisst sie: Lichtsteiner, Affolter, Grichting und Fernandes. Grichting wird zur Pause durch Von Bergen ersetzt und Lichtsteiner durch den Debütanten Sutter. Affolter, dem Hitzfeld auf Dauer einiges zuzutrauen scheint, soll durchspielen, ebenso Fernandes, bei dem Hitzfeld schauen will, ob er sich allenfalls als Linksverteidiger eignen würde.
Gegen England laufen im Mittelfeld auf: Barnetta, Inler, Schwegler und möglicherweise Shaqiri. Heute sind von ihnen einzig Inler (für die erste Halbzeit) und Shaqiri von Beginn weg dabei. Die anderen Plätze übernehmen Bunjaku und Margairaz. Bunjaku tut das auf der linken Seite, wo er jüngst auch beim 1. FC Nürnberg zum Einsatz kam. Hitzfeld lobt ihn für seine Leistungen im Training. Nach der Pause rückt Bunjaku eine Reihe nach vorne, weil für Captain Frei nur ein 45-minütiger Einsatz eingeplant ist. Derdiyok ist der zweite Stürmer in der Startaufstellung – so wie eben auch in vier Tagen, wie das Hitzfeld schon zu Wochenbeginn bestätigt hat.
Platz 1 als Ziel
Und dann kommt England, der Tag, an dem es kein Verstecken mehr gibt, das Spiel der ersten Wahrheit. Da wisse man gleich, wie gut man sei, sagt Alex Frei.
Er erinnert sich an den Start zur vergangenen WM-Qualifikation im Spätsommer 2008, als die Mannschaft nach dem 2:2 in Israel daheim gegen Luxemburg verlor. «Wir wurden auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt», hat er nicht vergessen. Und bekennt mit zeitlicher Verzögerung: «Wir waren nicht so gut, wie wir gemeint hatten.» Er wünscht sich, dass die Schweiz jetzt einen solchen Fehlstart verhindern kann.
England ist für Hitzfeld der Favorit auf den ersten Platz in der Gruppe G und die direkte Qualifikation für Polen und die Ukraine 2012. England schätzt er auch stärker ein als Griechenland, den vermeintlichen Gruppenkopf in der letzten WM-Ausscheidung. Er sieht in Bulgarien, Wales und Montenegro Gegner von «gutem Niveau» und erwartet darum ein «offenes Rennen». Und obschon er selbst darauf hinweist, dass das nicht realistisch sei, sagt er: «Wir wollen trotzdem versuchen, den ersten Platz zu erreichen.»
Kritische Stimmen widerlegen
Dafür braucht es Spieler, die im Abschluss erfolgreich sind. Die jüngste Bilanz mit vier Toren in neun Spielen ist kein Ruhmesblatt. Frei kündet an: «Wir wollen die kritischen Stimmen widerlegen, die sagen, wir hätten in der Offensive Probleme.»
Hitzfeld redet in der Erinnerung an das ernüchternde 0:0 an der WM gegen Honduras, als seine Mannschaft nicht in der Lage war, sich spielerisch zu behaupten und Chancen zu kreieren. «Grosse Mannschaften machen aus wenigen Chancen die Tore», sagt er – die Schweiz damit gleich noch klassifizierend. Damit dieses Problem wieder einmal behoben werden kann, hofft er «auf den Killerinstinkt» vor dem gegnerischen Tor. Bei dieser Formulierung braucht keiner zu erschrecken. So drücken sich Sportler manchmal aus. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 03.09.2010, 16:20 Uhr












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