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Der Baumeister des Ligaerhalts
Von Thomas Schifferle. Aktualisiert am 17.05.2011 26 Kommentare
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Manchmal geraten Ciriaco Sforza nicht alle Sätze so, wie er sich das selbst vielleicht vorstellt. Am Sonntag nach dem Spiel gegen den FC Zürich sagt er: «Wir haben drei Ziele gehabt: den Ligaerhalt, das Derby zu gewinnen, mit offenen Emotionen und Energie die Fans zurückzugewinnen.»
Ansonsten ist dies ein guter Tag für Sforza und seine Grasshoppers. Sie haben den Stadtrivalen 3:1 besiegt, ohne jeden Zweifel und Zufall, und spielen damit definitiv auch nächste Saison in der Super League. «Diese Saison ist grossartig», sagt Sforza. Darüber mag man den Kopf schütteln. Er redet ja nicht von Bellinzona oder Thun, sondern von GC, dem Rekordmeister und Rekordcupsieger. Dass Sforza eine derart schwärmerische Bilanz zieht, zeigt nur eines: seine tiefe Erleichterung, den Abstieg vermieden zu haben.
Keine Furcht vor Konfrontation
Vor drei Wochen war GC Tabellenletzter. Die jugendlichen Kurvenbesucher begehrten nach dem 1:3 gegen den FC St. Gallen lautstark auf. Sforza scheute die Konfrontation nicht. Er ging vorneweg und suchte das Gespräch mit den Fans. Am Ende jubelten sie ihm und den Spielern zu. Es ist eine Stärke von Sforza geworden, den richtigen Ton zu treffen, die richtigen Lösungen zu finden. Am Morgen nach jener Niederlage forderte er die Mannschaft auf, sich zurückzuziehen und auszusprechen. Er hoffte auf ihre selbstheilenden Kräfte. Die Wirkung ist nicht ausgeblieben. GC hat seither nicht mehr verloren.
Natürlich kann der Ligaerhalt für einen Klub mit der Statur von GC nur die Normalität sein. Und doch verdient sich Sforza für seine Arbeit Lob, weil er sie unter schwierigen Umständen erledigt hat. Das Team, das im vergangenen Frühjahr auf den 3. Platz gestürmt war, wurde aus Spargründen geschwächt – und mit Spielern aufgefüllt, die nur «Peanuts» (Sforza) kosten durften. Dass mindestens die Hälfte der Billigtransfers nicht geglückt ist, gehört zu den Risiken des Geschäfts. Und es hatte Folgen. Die Saison geriet vom ersten Tag an zum Abstiegskampf. Mitten in der Brandung stand Sforza. Wie oft die Mannschaft auch verlor, wie oft sie auch schlecht spielte, er blieb unerschüttert und glaubte an das Gute. Ebenso trotzig sagte er: Die Entwicklung stimme, die Spieler würden Freude machen. Er verzichtete bewusst darauf, auch einmal mit «dem Hammer draufzuhauen». Lieber setzte er sich wegen seiner schöngeredeten Analysen dem Vorwurf aus, unglaubwürdig zu sein. Im Rückblick gesteht er ein: «Das alles hat viel Kraft gekostet.»
Profi im provozieren und polarisieren
Sforza war selbst ein begnadeter Spieler, er war erfolgreich, Meister in Kaiserslautern und in München. Aber er war nicht getragen vom Publikum. Er provozierte und polarisierte, er wurde als Egoist und Solist wahrgenommen. Als Trainer weiss er, dass nicht der Einzelne zählt, sondern nur das grosse Ganze. Der 41-Jährige muss mit dem gestandenen Smiljanic ebenso umgehen können wie mit dem jungen Adili. Während des Spiels coacht er mit grossem körperlichem Einsatz. Er verlässt sich dabei auf sein Auge, sein taktisches Gespür, Entwicklungen vorauszuahnen. Die Jungen auf dem Platz sind froh um seine Hilfe.
GC ist dank der neuen Besitzer für die nächsten drei Jahre finanziell abgesichert. Notverkäufe sollten deshalb nicht mehr nötig sein. Und Sforza hat mit GC wieder andere Ansprüche zu erfüllen. Ein 7. Platz kann dann nicht mehr grossartig sein. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 16.05.2011, 23:40 Uhr
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26 Kommentare
Kann sich noch jemand an Sforzas Prognose erinnern, die er vor ein paar Monaten gestellt und vor wenigen Wochen (Nach dem St.Gallen Spiel?) wiederholt hatte? Er sagte damals, dass sie am Schluss vor Xamax und St.Gallen stehen würden und dass Bellinzona werde absteigen müssen. Es gab ziemliche Lacher und auch Schmähungen. Antworten
Ich konnte Sforza als Spieler nicht besonders gut leiden, aber ich muss gestehen als Trainer ist er grossartig, was er mit GC geleistet hat und wie er sich präsentiert jetzt vor den Medien und in der öffentlichkeit gebührt grossen Respekt! GC tut gut daran diesen Trainer zu behalten, ist gut für die Entwicklung und für das image!
Bin kein GC Fan
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