Sport
«Der Entscheid ist unverständlich»
Von Peter Herzog. Aktualisiert am 09.12.2008
Neuer Trainer, alte Rolle: Marcel Herzog wurde in Duisburg wieder zum Reservisten degradiert. (Bild: Keystone)
Marcel Herzog, die 3:4-Niederlage gegen Greuther Fürth am 16. November war das letzte Spiel von Rudi Bommer als Duisburg-Trainer. Und Sie sitzen seit diesem Spiel wieder auf der Ersatzbank. Was ist der Grund?
Sportliche Kriterien haben nicht entschieden. Ich stand während neun Meisterschaftsspielen und einem Pokalspiel im Tor und habe die erforderten Leistungen gezeigt. Das wurde mir auch von der Vereinsleitung bestätigt. Dennoch spielt jetzt wieder Tom Starke, der neue Trainer Peter Neururer will das so. Der Entscheid ist unverständlich und enttäuschend.
Sie kamen ins Team, weil Stammgoalie Tom Starke Mitte September einen Daumenbruch erlitten hatte. Jetzt ist er wieder fit und hat seit seiner Rückkehr in drei Spielen kein Tor zugelassen.
Tatsache ist, dass es keinen sportlichen Grund gab für einen Torhütertausch. Ein Leistungsvergleich fand nicht statt.
Starke hatte Sie in der Öffentlichkeit hart kritisiert. Er sagte unter anderem: «Ich bin in allen Belangen der bessere Torhüter.»
Das sorgte auch für ziemlich viel Wirbel. Starke bekam eine relativ hohe Geldbusse, wobei die Summe intern bleibt. Und ich sagte mir, je blöder er tut, desto besser ist meine Situation.
Wie stark ist das Verhältnis zwischen Ihnen und Starke belastet. Ist da gemeinsames Training noch möglich?
Wir haben uns ausgesprochen. Mich beschäftigt nicht Starke, sondern meine unbefriedigende sportliche Situation. Ich muss mich fragen, ob ich noch eine faire Chance habe. Am Freitag spielen wir unsere letzte Partie vor der Winterpause. Danach werde ich mit der Vereinleitung die Sache klären.
Duisburg erklärte als Saisonziel den Wiederaufstieg in die 1. Bundesliga. Zurzeit ist der MSV sieben Punkte hinter einem Aufstiegsplatz zurück. Wie ist die Stimmung?
Die ist angespannt. Die Fans sind enttäuscht. Der Frust entlud sich vor allem bei der 0:1-Niederlage gegen Ahlen vor einem Monat. Da schrie das ganze Stadion «Bommer raus». Solche Wut, solchen Hass gegen den Trainer habe ich noch nie erlebt. Dieses Spiel werde ich nie vergessen.
Neururer gilt als Sprücheklopfer. Hat sich die Situation unter dem Neuen beruhigt?
Ein wenig schon. Neururer macht schon hin und wieder einen Spruch. Er kennt das Spiel mit den Medien, die hier jede Story aufbauschen. Aber insgesamt wirkt er bei der täglichen Arbeit sehr konzentriert. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 09.12.2008, 08:04 Uhr




