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Der FC Basel tritt auf der Stelle
Von Fabian Kern. Aktualisiert am 04.10.2012 46 Kommentare
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Heiko Vogel wurde seit der Auslosung der Europa-League-Gruppen nicht müde zu betonen, wie gut das Niveau der europäisch zweitklassigen Europa League ist. Nun ist er bestätigt worden. Nicht nur das 3:0 von Videoton gegen Sporting Lissabon unterstreicht die Aussage des Deutschen, sondern auch die Basler Zuschauer haben das vor Augen geführt bekommen. Der FC Basel machte von Beginn weg das Spiel gegen Genk, aber die Belgier schossen die Tore. Eiskalt nützten die Spieler von Martin Been die Fehler der Basler Hintermannschaft aus. Beim langen Ball von Benjamin De Ceulaer auf Jelle Vossen in der 10. Minute sind sich Aleksandar Dragovic sowie Yann Sommer nicht einig und müssen machtlos zusehen, wie der Ball in Zeitlupentempo ins Tor rollte. Und eine knappe halbe Stunde hebeln die belgischen Angreifer die rotblaue Verteidigung nach einem Luftloch Dragovics mustergültig aus. Diesmal jubelt Vossen zurecht. 0:2 trotz Feldüberlegenheit – das hätte der FCB in der Europa League nicht erwartet.
Dass Vogel dennoch nicht von einer schlechten Halbzeit sprach, hatte seine Gründe. Einerseits hatte Rotblau einen verweigerten Penalty nach einem klaren Handspiel von Thomas Buffel zu beklagen (32.). Andererseits erarbeiteten sie sich diverse gute Chancen. Valentin Stocker prüfte den 2,08-Meter-Mann Kristof Van Hout mit einem Weitschuss, Marco Streller traf den Ball aus guter Position nicht richtig, und Alex Frei klebte auch an diesem Abend das Pech an den Stollen. Kurz vor der Halbzeit legte ihm Stocker einen Ball gefühlvoll auf den Kopf, doch anstatt den Anschlusstreffer zu erzielen, köpfelt Frei die Kugel dem Goalie direkt in die Arme und wird danach auch noch von Koulibaly so unglücklich getroffen, dass er ausgewechselt werden musste. Damit war das Spiel für ihn gelaufen, seine Kopfwunde musste mit 12 Stichen genäht werden.
Der doppelte Streller
Damit war es nicht genug an Ungemach für den Schweizer Meister. Auch seine zweite Auswechslung musste Vogel wegen einer Verletzung vornehmen. Aleksandar Dragovic verdrehte sich den Fuss ohne gegnerische Einwirkung derart unglücklich, dass Fabian Schär in der 53. Minute ins kalte Wasser geworfen wurde. «Dadurch kam es zu einem Bruch in unserem Spiel», konstatierte der FCB-Trainer. In der Tat hätte man eine Aufholjagd zu jenem Zeitpunkt nicht mehr für möglich gehalten. Die Platzherren fanden kein Mittel mehr gegen die gut organisierten Genker. Der unermüdlich arbeitende Valentin Stocker schliesslich erkämpfte sich einen Hoffnungsschimmer. Er provozierte im Strafraum ein hohes Bein seines Gegenspielers. Den wohlwollend gepfiffenen Strafstoss verwertete Marco Streller in der 70. Minute. Und der bis dahin unglücklich agierende Captain war schliesslich auch für den Ausgleich besorgt. Dass sein Aufstützen beim Kopfball zum 2:2 nach einem Corner von Stocker nicht abgepfiffen wurde, darf man als «Glück des Tüchtigen» bezeichnen. «Das war ein hartes Stück Arbeit. Am Ende wäre sogar noch der Sieg drin gelegen», meinte der Doppeltorschütze nach dem Spiel.
Das wäre aufgrund des Aufwands, den die Basler betrieben, sicher verdient gewesen. «Wir hätten auch gewinnen dürfen», formulierte es Vogel, der sich in der Pause im «falschen Film» wähnte. Doch die defensiven Schnitzer, die sich Rotblau immer wieder leistet, werden international einfach bestraft. Vogels Antipode war nämlich ebenfalls nicht restlos zufrieden mit dem einen Zähler. «Vor dem Spiel hätte ich den Punkt sicher genommen, aber so wie die Partie gelaufen ist, ist das zu wenig. Auch meine Spieler sind enttäuscht», erklärte Been.
Die Inkonstanz als einzige Konstante
wie viel ist dieses Unentschieden wert für den FC Basel? Auf der zweiten Halbzeit kann man sicher aufbauen. Aber zum wiederholten Mal brachten sich die Basler mit schwachen Phasen um den Lohn der guten Abschnitte. Streller sprach Klartext: «Wir müssen Lösungen gegen tief stehende Gegner finden. Vor allem aber müssen wir über 90 Minuten eine gute Leistung bringen. Die zweite Halbzeit gegen Sion und die zweite Halbzeit gegen Genk ergäben ein perfektes Spiel.»
Die Suche nach Stabilität geht am Rheinknie also weiter. Am Sonntag muss der Meister gegen Servette endlich wieder einmal drei Punkte einfahren, sonst droht man den Anschluss an die Spitze zu verlieren. Und international gestalten sich Prognosen enorm schwierig. In der Gruppe G scheint nach den Resultaten des zweiten Spieltags alles möglich – vom Gruppensieg bis zum letzten Platz. Aber vielleicht war die Aufholjagd gegen Genk unter widrigen Umständen der sehnlichst erhoffte Aha-Effekt.
Basel - Genk 2:2 (0:2)
St.-Jakob-Park. – 14'023 Zuschauer. – SR Bülent Yildirim (Tür). – Tore: 10. De Ceulaer 0:1. 38. Vossen (De Ceulear) 0:2. 70. Streller (Foulpenalty/Foul an Stocker) 1:2. 84. Streller (Corner Fabian Frei) 2:2.
Basel: Sommer; Philipp Degen, Sauro, Dragovic (53. Schär), Park; Salah, Diaz (70. Fabian Frei), Cabral, Stocker; Alex Frei (46. Zoua), Streller.
Genk: Van Hout; Fernandez, Koulibaly, Nadson, Tshimanga; Ngongca; Buffel (67. Nwanganga), Kumordzi (86. Plet), Gorius, De Ceulaer (76. Hamalainen); Vossen.
Bemerkungen: 46. Alex Frei verletzt ausgeschieden. 53. Dragovic verletzt ausgeschieden. Basel ohne Yapi und Vuleta (beide rekonvaleszent), Genk ohne Barda, Hyland, Monrose und Simaeys (alle verletzt). Verwarnungen: 12. Dragovic (Foul). 15. Tshimanga (Foul). 25. Philipp Degen (Foul). 70. Koulibaly (Foul). (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 04.10.2012, 22:28 Uhr
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46 Kommentare
Na ja die ganze Sasion schon beobachte ich das der FCB kein Mittelfeld hat. Es sieht aus als würde Basel in einem 2/2/6 oder 5/0/5 System spielen, je nachdem ob man im Ballbesitz ist oder verteidigt. So kann die Verteidigung nur hinten rum spielen oder lange Pässe schlagen, aber das müsste doch vom Trainer korrigierbar sein. Na ja bin auch nur ein besserwissender Laie. Der Einsatz zumindest stimmt Antworten
Ich habe mir - als FCB Fan - zwischenzeitlich eine Niederlage gewünscht. Manchmal ist es heilsam wenn man sich bewusst wird das wirklich was nicht stimmt und dann auch reagiert. Wie schon andere bemerkt haben: Es gibt kein offensiv orientiertes Mittelfeld. Selbst der eingewechselte Innenverteidiger Schär hat mehr Rushes nach vorne gemacht als Cabral. Komisch, dass dies der Trainer nicht sieht. Antworten
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