Sport
Der Nati-Rücktritt ist konsequent und richtig
Von Marcel Rohr. Aktualisiert am 06.04.2011 64 Kommentare
Dossiers
Artikel zum Thema
- Nati-Rücktritt von Frei und Streller
- «In der Schweiz ist man am besten durchschnittlich»
- Die Schlagzeilen zum Nati-Rücktritt von Frei und Streller
- Das sagen Frei, Streller und Hitzfeld
Umfrage
Alex Frei und Marco Streller treten per sofort aus der Nati zurück. Begrüssen Sie den Entscheid der beiden FCB-Stürmer?
Stichworte
Die zwei besten und schillerndsten Schweizer Stürmer der letzten Jahre machen in der Nationalmannschaft einer jüngeren Generation Platz und zwingen Ottmar Hitzfeld zu einem Umbruch. Die Entscheide von Alex Frei und Marco Streller sind konsequent, nachvollziehbar und richtig.
Frei und Streller sind Stars. Nicht immer einfach im Umgang, manchmal dünnhäutig, aufbrausend, eigensinnig. Aber das ist nicht weiter schlimm bei zwei Menschen, die ständig beobachtet werden. Viel entscheidender: Beide sind aufrichtig, ehrgeizig und hundertprozentig loyal gegenüber Teamkollegen, Trainern, Vorstandsmitgliedern oder Verbandsfunktionären.
Teilweise abstruse Vorwürfe
Was sich in den letzten Jahren über den beiden Freunden im Dress der Nationalmannschaft entladen hat, sprengte die Grenzen des Erträglichen. An der EM 2004 geriet Frei wegen der Spuckaffäre gegen Englands Steven Gerrard ins Fadenkreuz der Kritiker. Der Baselbieter machte auf dem Platz zwar einen Fehler, wurde gleichzeitig aber auch Opfer einer beispiellos schwachen Verbandsführung, die den Spieler nicht schützte, sondern ans Messer der Öffentlichkeit lieferte. Frei hat bis heute nicht vergessen, was damals in Portugal passierte.
Im letzten Sommer reiste er trotz kaputtem Knöchel und fragwürdiger ärztlicher Diagnose an die WM nach Südafrika – und wurde zu allem Übel für seine schwachen Leistungen gegeisselt. Die Pfiffe der Schweizer Fans im Oktober 2010 in Basel gaben ihm den Rest. Höhepunkt der teils abstrusen Vorwürfe: Nach dem 0:0 gegen Bulgarien vor elf Tagen warf ihm der «Blick» vor, er blockiere die Entwicklung jüngerer Spieler. Was für ein Blödsinn.
Marco Strellers Sympathiewerte rasselten bei den Schweizer Fans in den Keller, als er an der WM 2006 gegen die Ukraine einen Penalty verschoss. Knapp zwei Jahre später gab er in St. Gallen seinen Rücktritt, weil ein Teil der eigenen Fans ihn ausgepfiffen hatte. Seither ist der Aescher das Image der Heulsuse ausserhalb von Basel nicht mehr losgeworden. Das verbindet Streller mit Frei: Beide fühlten sich seit Jahren missverstanden und öffentlich in die Ecke gedrängt. Ganz entscheidend aber ist auch: Frei und Streller haben zuletzt unter dem strengen und trockenen Regime von Ottmar Hitzfeld jeglichen Spass im Nationalteam verloren. (Basler Zeitung)
Erstellt: 06.04.2011, 11:47 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
64 Kommentare
M.Rohr schreibt richtig und korrekt. Ich hätte mir allerdings etwas mehr Schärfe in der Tonalität gegenüber dem Blick gewünscht. Dieser (und andere wie der Tagesanzeiger) vergessen mit grösster Selbstverständlichkeit und Regelmässigkeit die grottenschlechten Spiele der ehemaligen FCZ-ler, allen voran Inler, früher Margairaz und neulich auch Dzemaili. Antworten
Ein grosses Dankeschön an Raphael Wicky, der im schweizer Fernsehen hervorragend aufgezeigt hat, dass eine solche skandalöse Hetzjagd wie bei Streller und Frei einfach nicht mehr auszuhalten war. Egal was die beiden machten, falsch war es sowieso. Der Rücktritt ist die logische und richtige Folge. Danke Alex und Marco! Ihr werdet uns Rotblauen noch viel Freude bereiten. Die Restschweiz zittert! Antworten

Bitte warten


