Der Zuschauer als Kostenfaktor

Aktualisiert am 30.06.2010 50 Kommentare

Der FC Basel und der Kanton Basel-Stadt haben sich über die Aufteilung der Sicherheitskosten geeinigt. Schlechte Nachrichten gibt es hingegen für Bier trinkende Matchbesucher.

Bessere Eingangskontrollen sollen die Sicherheit im Stadion erhöhen.

Bessere Eingangskontrollen sollen die Sicherheit im Stadion erhöhen.
Bild: Dominik Plüss

Die am Mittwoch präsentierte Vereinbarung wurde vom FCB und Basel-Stadt geschlossen und von Baselland mitunterzeichnet. Im Kern sieht sie etwa vor, dass FCB, Stadionbetreiber und Behörden vor jeder Saison ein Sicherheitskonzept ausarbeiten und das Identifizieren und Sanktionieren von Gewalttätern «höchste Priorität» habe.

Weiter bleiben Feuerwerkskörper verboten, im Stadion darf nur noch Leichtbier mit weniger als drei Prozent Alkohol verkauft werden, und im Notfall kann die Polizei gar den Spielabbruch verfügen. Das Abkommen folgt dabei einer Mustervereinbarung, auf die sich Kantone, Fussballverband und Profiliga im April verständigt hatten.

Die kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren, der Schweizerische Fussballverband (SFV) und die Swiss Football League wollen so die Profi-Clubs auf eine engere Zusammenarbeit mit den Behörden verpflichten. Ziel ist, effizienter gegen randalierende Fans und die immer höheren Sicherheitskosten vorgehen zu können.

Pauschalregelung für Kosten

Die Basler Vereinbarung wurde nun lokalen Gegebenheiten angepasst, wie dies die Mustervorlage ermöglicht. So wurden die bisherigen Anstrengungen des FCB in Fan-Arbeit und Gewaltprävention einbezogen und Regeln zu den Sicherheitskosten fixiert, wie der Basler Sicherheitsdirektor Hanspeter Gass vor den Medien sagte.

Laut Gass zahlt kein anderer Club schon heute soviel wie der FCB. Im Ergebnis wird seine Beteiligung auch künftig in der bisherigen Grössenordnung liegen oder bei günstigem Verlauf etwas zurückgehen, wie aus Angaben von FCB-Vizepräsident Bernhard Heusler hervorging. Derweil steuert vor allem der Kanton Baselland Zusatzleistungen bei.

Im Einzelnen beteiligt sich der FCB ab der Saison 2010/2011 stets mit pauschal 1,80 Franken pro anwesendem Matchbesucher an den Kosten von Basel-Stadt. Bisher waren das 1,20 Franken, doch hatte der FCB zudem bis 40 Rappen pro Besucher für Verkehrsregelungen an Baselland und bei Hochrisikospielen weitere Zusatzkosten zu zahlen.

Baselland verzichtet nun auf seine Rechnungen und stellt zudem bei jedem Spiel eigene Polizeileute zur Verfügung, was zusammen einer Leistung von etwa 450'000 Franken entspricht. Basel-Stadt stockt derweil sein Budget für ungedeckte Kosten um eine halbe Million Franken auf, was die Kostenrechnung seiner Polizei entlastet.

FCB nicht nur «Kostenverursacher»

Die Regelung soll berücksichtigen, dass der FCB nicht einfach ein «Kostenverursacher» sei, sondern der Region etwas bringe, hiess es. Die Pauschalabgabe schaffe zudem Planungssicherheit. Baselland leiste derweil mehr, weil etwa das Stadion an der Kantonsgrenze liege und über die Hälfte der Matchbesucher aus Baselland komme, sagte die Baselbieter Sicherheitsdirektorin Sabine Pegoraro. (amu/sda)

Erstellt: 30.06.2010, 11:30 Uhr

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50 Kommentare

Tim Thommen

30.06.2010, 16:37 Uhr
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Sorry, aber es hat weder mit der Alkoholmenge im Bier (im Stadion) noch mit dem Budget für die Sicherheit zu tun ob Fussballfans ausrasten oder nicht. Schade dass nicht wenigstens der FCB den trägen Behörden einmal eine kreativere (und effektivere) Lösung vorschlagen kann... Antworten


Ronnie König

30.06.2010, 11:39 Uhr
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Ein Matchbesuch dient auch der Ventilfunktion. Solange ein unfähiger BR und Parlament besteht, ungezügelte Banken etc., ist mit Dampfablass auch wieterhin zu rechnen. Sehe ich die Montur der Ordnungshüter (Bankenwächter) so rechne ich mit weiteren Konfrontationen und die 1.80 sind nur eine momentane Summe. Denn es gilt wie in alten Rom: Panem et circenc. Leichtbier hilft wohl nicht viel. Antworten



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