Sport
Deshalb trainiert die Schweiz in Crans-Montana
Von Sascha Rhyner, Christoph Bussard. Aktualisiert am 25.05.2010
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Die WM in Südafrika wird die erste Endrunde in der Höhe seit den Titelkämpfen 1986 in Mexiko. Entsprechend bereiten sich zahlreiche Mannschaften auch in dünner Luft vor. Die Schweizer wählten für ihr Vorbereitungscamp Crans-Montana, das auf knapp 1500 Meter über Meer liegt, was nicht nur auf die Bemühungen der Walliser Feriendestination zurückzuführen ist. Ursprünglich wollten die Verantwortlichen des Fussballverbands das Trainingslager im Raum St. Moritz/Celerina auf rund 1800 Metern über Meer durchführen. Diese Höhe liegt leicht über jener des Schweizer Hotels während der WM im Raum Johannesburg (1580 m ü. M.).
Nationalcoach Ottmar Hitzfeld hörte aber auf den Rat der Fachleute. «Unsere Ärzte und Leistungsphysiologen rieten uns, die Adaption an die Höhenlage von Südafrika in Raten vorzunehmen», erklärt der Nationalcoach. Mit ein Grund dafür sei, dass das Team nicht am Anfang, sondern am Ende einer langen Saison stehe; da gehe es weniger um den Aufbau von physischen Grundlagen als vielmehr um das Konservieren und Verbessern der Formstände, so Hitzfeld.
Wohnen in der Höhe – aber nicht trainieren
Der Vorteil des Trainings in der Höhe liegt in der dünneren Luft und dem damit verbundenen tieferen Sauerstoffgehalt in der Luft. Um diesen Sauerstoffmangel (Hypoxie) zu kompensieren, braucht der Körper eine gewisse Akklimatisierungszeit. In dieser Zeit produziert der Körper mehr rote Blutkörperchen, was die Sauerstoffaufnahme und -transport erhöht. Mehr als eine Woche Höhentraining ist dafür indes notwendig.
Die Schweizer werden sich aber nicht nur in der Höhe aufhalten, sondern simulieren quasi auch die Verhältnisse in Südafrika. Viermal reisen sie für Trainings aus der Höhe von Crans-Montana, wo sie im Hotel Royal logieren, rund 1000 Höhenmeter ins Tal nach Siders. Auch die beiden Testspiele gegen Costa Rica (am 1. Juni in Sitten) respektive Italien (am 5. Juni in Genf) finden in gewohnter Höhenlage statt.
WM-Spiele auf Meereshöhe
Es entspricht auch dem Trainingsprinzip, in der Höhe zu logieren und auf etwas tieferer Lage zu trainieren. Dies hat den Vorteil, dass bei höherem Sauerstoffgehalt in der Luft intensiver trainiert werden kann. Selbst der Trainingsplatz in Lens liegt rund 300 Meter tiefer als die Unterkunft.
In Südafrika wird die Schweiz in Vanderbijlpark, unweit von Johannesburg, ebenfalls auf rund 1500 m ü. M.). Die ersten beiden Gruppenspiele der SFV-Auswahl in Durban und Port Elizabeth sind auf Meereshöhe. «Die Mannschaft wird sich jeweils zwei Tage vor dem Spiel an die Spielorte begeben, um sich zu akklimatisieren», erklärt Marco von Ah, Medienverantwortlicher des Verbandes. Das dritte Gruppenspiel in Bloemfontein (1400 m ü. M.) und der denkbare Achtelfinal als Gruppenzweiter in Johannesburg (1700 m ü. M.) würde die Schweiz in der Höhe austragen. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 25.05.2010, 15:53 Uhr




