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«Die Gegner schauen jetzt anders auf GC»
Von Sebastian Rieder. Aktualisiert am 02.10.2012 26 Kommentare
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- Bürki und Ben Khalifa machen GC zum Leader
- Vom Zauderer zum Zauberer
- Kampf statt Kunst: GC und die Achse der Arbeiter
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Super League
33. Runde
| 16.05. | Basel - Lausanne | 2 : 0 |
| 16.05. | Sion - Grasshoppers | 0 : 4 |
| 17.05. | Thun - St.Gallen | 3 : 0 |
| 18.05. | Servette - Young Boys | 0 : 1 |
| 18.05. | FC Zürich - Luzern | 4 : 1 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Basel | 33 | 19 | 9 | 5 | 59:30 | 66 |
| 2. | Grasshoppers | 33 | 17 | 9 | 7 | 41:30 | 60 |
| 3. | St.Gallen | 33 | 16 | 8 | 9 | 49:32 | 56 |
| 4. | FC Zürich | 33 | 14 | 7 | 12 | 54:42 | 49 |
| 5. | Sion | 32 | 12 | 9 | 11 | 36:45 | 45 |
| 6. | Thun | 33 | 12 | 8 | 13 | 41:42 | 44 |
| 7. | Young Boys | 33 | 11 | 9 | 13 | 44:43 | 42 |
| 8. | Luzern | 33 | 8 | 12 | 13 | 35:46 | 36 |
| 9. | Lausanne | 33 | 6 | 9 | 18 | 25:47 | 27 |
| 10. | Servette | 32 | 5 | 8 | 19 | 24:51 | 23 |
34. Runde
| 25.05. | Lausanne - Luzern | - : - |
| 25.05. | Sion - Thun | - : - |
| 26.05. | St.Gallen - Servette | - : - |
| 26.05. | Young Boys - FC Zürich | - : - |
| 26.05. | Grasshoppers - Basel | - : - |
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Nur einmal fühlte sich Nassim Ben Khalifa fehl am Platz. Kurz nach dem Schlusspfiff wurde der Siegtorschütze zum TV-Interview gebeten, während sich der Rest der Mannschaft auf der Tartanbahn des Letzigrunds feiern liess. Dabei war es Ben Khalifa, den die Anhänger der Grasshoppers hochleben lassen wollten. «Das Tor war sehr wichtig für Nassim, er hat es wieder einmal sehr gut gemacht», sagte Forte abgeklärt. Nach dem Eckball von Izet Hajrovic hatte ein kurzes Zucken von Ben Khalifas Fussspitze genügt, um St. Gallens Abwehr zu überlisten.
Genauso schlitzohrig wie Ben Khalifa seinen Treffer erziehlte, verhielt er sich nach dem Match auch vor der Kamera. Nach einem halben Satz ins Mikrofon wendete er sich mit einem Augenzwinkern ab und machte einen grossen Satz in Richtung Fankurve. Auf den ersten Blick schien die GC-Familie komplett, doch einer fehlte: Roman Bürki. Der Goalie war im Fernsehinterview etwas redseliger, verständlich. Der 21-jährige Berner hatte nach dem Sieg gegen St.Gallen insgesamt 630 Minuten ohne Gegentor zu feiern. Das ist Rekord in der Super League. «Einfach überragend, ich freue mich aus meinem tiefsten inneren Herzen über diesen Erfolg von Roman. Er trainiert sehr hart, er hat es sich verdient», so Forte über Bürki, der eine Viertelstunde vor Schluss den missratenen Penalty von Pa Madou parierte und GC den Sieg sicherte.
«Nassim trägt bei uns den Goldhelm»
Für Forte ist Bürki hinter der Achse – bestehend aus Salatic, Grichting und Vilotic – der Schlüssel zum neugewonnenen Erfolg beim Rekordmeister. «Wenn Roman so weitermacht, hat er eine super Karriere vor sich», sagte Forte über den siebten Shutout seines Keepers. In der Sprache eines Hockeycoaches windet er auch seinem zweiten Matchwinner noch einmal ein besonderes Kränzchen: «Nassim trägt bei uns den Goldhelm.» Obwohl Ben Khalifa als Stürmer nach elf Spielen mit drei Toren nicht zu den grössten Knipsern der Liga zählt, weiss der Trainer vor allem sein Talent als Passgeber zu schätzen. «Er ist auch für die Assist zuständig, alles in allem ist er unser Topskorer.»
«Es gibt jetzt keine Feier»
Uli Forte ist in der Stunde des totalen Triumphes für seine Protagonisten voller Komplimente. Doch es ist eine Gratwanderung für den Coach. Er selber muss sich auch die Frage stellen, wie viel Lob sollen seine Spieler am Tag nach dem Erfolg in der Zeitung lesen? Denn Forte versteht das mediale Spiel, er füttert die Journalisten mit knackigen Aussagen, hält aber für den Blick in die Glaskugel absichtlich keine Prognosen bereit.
Forte ist sich bewusst, dass die Euphorie schnell zum Bumerang werden kann. «Es gibt jetzt keine Feier. Wir bleiben ganz normal, als wäre nichts passiert. Die Gegner schauen jetzt anders auf GC. Jetzt sind wir die Gejagten», sagte Forte und bedient sich wieder jener Worte, die er auch in den nächsten Tag dogmatisch wiederholen wird. «Wir dürfen jetzt kein Theater machen. Wir müssen als Leader noch härter arbeiten, noch mehr Energie freisetzen.» Denn auch gegen St. Gallen stand der Erfolg lange auf wackligen Beinen, das weiss der Trainer, aber weiss das auch die Mannschaft? (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 02.10.2012, 01:45 Uhr
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