Sport
Die Kritik am Basler Jubel ist ein Eigentor
Eine Analyse von Alexander Kühn. Aktualisiert am 24.10.2011 44 Kommentare
Dossiers
Artikel zum Thema
Alexander Kühn.
Super League
36. Runde
| 23.05. | Basel - Young Boys | 1 : 2 |
| 23.05. | Lausanne - Grasshoppers | 2 : 1 |
| 23.05. | Sion - Luzern | 1 : 3 |
| 23.05. | Thun - FC Zürich | 2 : 4 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Basel | 34 | 22 | 8 | 4 | 78:33 | 74 |
| 2. | Luzern | 34 | 14 | 12 | 8 | 46:32 | 54 |
| 3. | Young Boys | 34 | 13 | 12 | 9 | 52:38 | 51 |
| 4. | Servette | 34 | 14 | 6 | 14 | 45:53 | 48 |
| 5. | Thun | 34 | 11 | 10 | 13 | 38:41 | 43 |
| 6. | FC Zürich | 34 | 11 | 8 | 15 | 43:44 | 41 |
| 7. | Lausanne | 34 | 8 | 6 | 20 | 29:61 | 30 |
| 8. | Grasshoppers | 34 | 7 | 5 | 22 | 32:66 | 26 |
| 9. | Sion | 34 | 15 | 8 | 11 | 40:35 | 17 |
| 10. | Xamax | 18 | 7 | 5 | 6 | 22:22 | 0 |
Stichworte
Korrektur-Hinweis
Melden Sie uns sachliche oder formale Fehler.
55 Minuten waren am Sonntag im Klassiker zwischen dem FC Zürich und dem FC Basel gespielt, als Xherdan Shaqiri per Freistoss den Siegestreffer für die Basler erzielte. Freudig sprang der 20-jährige Nationalspieler über die Werbebanden, um seinen Geniestreich ausgiebig zu feiern. Mitten im Jubel bemerkte Shaqiri dann, dass der Tartanbahnabschnitt vor der Zürcher Südkurve wohl kein guter Platz für ein Tänzchen war. Immerhin hatte drei Wochen zuvor beim Derby der Schande ein FCZ-Krawallmacher eine brennende Petarde in den GC-Fanblock geworfen.
Shaqiris Mitspieler waren aber schon zur Stelle und stimmten in den Jubel ein, bis Captain Marco Streller sie zurückpfiff, aus Angst vor einer Eskalation. Vor allem Aleksandar Dragovic, der sich mit in die Luft gestreckten Armen vor den FCZ-Anhängern aufbaute, zog Strellers Zorn auf sich – und auch jenen von Alex Frei, der an der Seitenlinie genervt den Kopf schüttelte. So viel Verständnis brachten Streller und Frei dem Publikum nicht immer entgegen: Beide traten unter anderem aus der Nationalmannschaft zurück, weil sie sich bei Einsätzen für ihr Land nicht länger auspfeifen lassen wollten.
«Die Basler Jubeltraube war im Endeffekt gut für den Schweizer Fussball»
Natürlich war Dragovics Aktion nicht besonders intelligent. Das sind die Beschimpfungen, die sich die Spieler Woche für Woche von den Rängen anhören müssen, aber genauso wenig. Shaqiri zu kritisieren, wie dies auch SF-Kommentator Patrick Schmid tat, ist gar komplett verfehlt. Wenn sich ein leidenschaftlicher Fussballer wie das FCB-Juwel dafür entschuldigen muss, seiner Freude über ein ebenso schönes wie wichtiges Tor Ausdruck verliehen zu haben, ist die Wahrnehmung in irritierendem Mass verschoben.
Die Basler Jubeltraube war im Endeffekt gut für den Schweizer Fussball. Die Fans des FC Zürich bekamen so nämlich die Gelegenheit zu zeigen, dass sie kein gewalttätiger Mob sind und dass sie aus den Geschehnissen des abgebrochenen Derbys gegen die Grasshoppers ihre Lehren gezogen haben. Statt Petarden schickten sie nur ein paar Flüche Richtung Spielfeld. Solche emotionalen Äusserungen gehören ebenso zu einem Fussballspiel wie der Jubel der Akteure.
Erstellt: 24.10.2011, 12:45 Uhr
Kommentar schreiben
Verbleibende Anzahl Zeichen:
44 Kommentare
Diese Kritik von Schmid war weit weniger schlimm, als das Statement im Sport aktuell, dass ohne Basler Fans einem Fussballfest nichts im Wege steht! Das ist ein Skandal. Die Basler Fans haben sich nichts, aber auch gar nicht zu schulden kommen lassen!!! Wenn sich die Zürcher 3 Wochen vorherher Pyros um die Ohren knallen, haben die Basler Fans rein gar nichts damit zu tun! Antworten
Gratuliere zum guten Artikel. Im übrigen war das nicht der einzige verfehlte Kommentar von Patrick Schmid.
"Die Basler sind wieder in den Zug gestiegen und fahren zurück in die Heimat, das Fussballfest kann beginnen" war genau so unpassend, wie diverse andere Aussagen an diesem Nachmittag, vom FcZ-lastigen Kommentator . Eine der schwächsten Direktübertragungen des SF in den letzten Jahren.
Antworten


Bitte warten