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Die nächste Lektion in Sachen Effizienz
Aktualisiert am 26.10.2012 49 Kommentare
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Zweites Spiel seit dem Trainerwechsel, zweite Niederlage: Vier Tage nach dem 0:1 in Luzern fand der FC Basel auch in Ungarn nicht in die Erfolgsspur. Verglichen mit dem blutleeren Auftritt in der Meisterschaft zeigte sich der FCB aber offensiv klar verbessert. «Es war die Steigerung, die ich sehen wollte. Auch wenn es vom Resultat her nicht ganz gereicht hat», sagte Murat Yakin. «Wir haben 90 Minuten nach vorne gespielt. Und ich habe keine Phase gesehen, in der wir schlecht waren», sagte Trainer Murat Yakin. «Ausser bei den Gegentoren.»
Weil Videoton zwei Unkonzentriertheiten durch die Treffer von Nemanja Nikolic (2.) und Marco Caneira (32.) resolut ausnützte, musste Basel einen enormen Aufwand betreiben. Um den Abwehrriegel der Ungarn zu knacken und um den Rückstand von zwei Toren aufzuholen. Der Lohn in Form des 1:2 durch einen Kopfball von Fabian Schär kam erst in der Nachspielzeit und damit zu spät. Statt wie gegen Genk ein 2:2 (nach 0:2) gab es diesmal eine Niederlage. Eine, die den FCB im Hinblick auf den weiteren Verlauf der Europa-League-Gruppenphase unter Zugzwang setzt. Im Heimspiel gegen Videoton am 8. November ist ein Sieg Pflicht. «Noch liegt alles drin», glaubt Yakin.
Basler Fehlstart
Dominant auftreten und wenn möglich in Führung gehen. So hatte Yakins Plan für das dritte Gruppenspiel gelautet. Es muss dem neuen Basler Coach wie Hohn vorgekommen sein, dass dieser Plan schon nach 116 Sekunden über den Haufen geworfen wurde. Und zwar von seinen eigenen Spielern. Weil auf der linken Abwehrseite Alvaro Brachi unbedrängt flanken durfte. Weil Fabian Schär gegen Nemanja Nikolic den berühmten Schritt zu spät kam und dessen Schuss noch leicht abfälschte. Nach weniger als zwei Minuten also lief der FCB bereits einem Rückstand hinterher.
Das Negativbeispiel hatte Basel sprichwörtlich vor Augen geführt bekommen. Immer wieder war im Vorfeld des Spiels in Szekesfehervar die Rede auf das 3:0 der Ungarn gegen Sporting Lissabon gekommen. Immer wieder wurde vor der aussergewöhnlichen Effizienz von Videoton und vor der Konterstärke gewarnt. Und dann lag auch der FCB nach 32 Minuten 0:2 zurück. Nicht 0:3 wie Sporting. Aber auch Basel bestimmte das Tempo der Partie. Der Schweizer Meister war zu gefühlten drei Vierteln der Zeit im Ballbesitz. Er schlug allein vor der Pause zehn Eckbälle, bis Spielschluss waren es 15. Dass davon kaum Gefahr ausging, war aber irgendwie typisch für den Basler Auftritt. Er wusste mit seiner Überlegenheit zu wenig anzufangen. «Auf den letzten fünf, zehn Metern hat die Präzision gefehlt», resümierte Yakin.
Das in der ungarischen Meisterschaft nur siebtklassierte Videoton präsentierte sich derweil gnadenlos effizient. Die beiden gefährlichsten Szenen in der ersten Halbzeit führten zu den beiden Toren. Auch am Ursprung des zweiten Gegentreffers stand aber ein Basler. Nach einem kurzen Corner, dem einzigen von Videoton während gesamten Spiels, liess Marcelo Diaz seinen Gegenspieler laufen, dessen Hereingabe brauchte der aufgerückte Verteidiger Marco Caneira nur noch einzuschieben. Zwei äusserst ärgerliche Deckungsfehler trugen Basel eine Hypothek ein, die letztlich zu schwer wog. Der FCB seinerseits war erst bei seinem 15. Eckball erfolgreich.
Yakins Eingriff
Yakin brachte im Vergleich zum 0:1 in Luzern am letzten Sonntag sechs neue Spieler. Das System stellte er in Abwesenheit des gesperrten Alex Frei von 3-5-2 auf 4-1-4-1 um. Nach einer Stunde, als er mit dem Nordkoreaner Pak Kwang-Ryong einen zweiten kopfballstarken Stürmer einwechselte, versuchte sich der FCB im 4-4-2. Weil von der linken Seite aber zu wenige Inputs (in Form von brauchbaren Flanken) kam, wich Basel wieder und wieder auf rechts aus. «Von Park habe ich offensiv und defensiv mehr erwartet», begründete Yakin die Auswechslung des südkoreanischen Linksverteidigers zur Pause mit wenigen Worten, die aber umso grössere Auswirkung hatten.
Die besten Chancen erarbeitete sich Basel in der ersten Halbzeit. Volleys von Marco Streller (12.) und eine scharfe Abnahme von Schär (34.) verfehlten das Ziel knapp. Gegen Streller reagierte der montenegrinische Goalie Mladen Bozovic, der in der letzten EM-Qualifikation bereits die Schweizer Internationalen mehrfach an den Rand des Wahnsinns getrieben hat, zweimal ausgezeichnet. «Spielerisch war ich wirklich zufrieden mit unserer Leistung», so Yakin. «Und in Sachen Raumaufteilung konnte ich dem Team ebenfalls keinen Vorwurf machen. Es wäre sehr gut möglich gewesen, dieses Spiel zu gewinnen. Es überwiegt das positive Gefühl, eine gute Leistung geboten zu haben.»
Videoton Szekesfehervar - Basel 2:1 (2:0)
Sostoi. – 8500 Zuschauer. – SR Zelinka (Tsch). – Tore: 2. Schär (Eigentor; Brachi) 1:0. 32. Caneira (Gyurcso) 2:0. 91. Schär (Corner Fabian Frei) 2:1.
Videoton: Bozovic; Brachi, Caneira, Vinicius, Szolnoki; Renato Neto, Mitrovic; Walter (86. Torghelle), Sandor (74. Toth), Gyurcso (79. Filipe Oliveira); Nikolic.
Basel: Sommer; Steinhöfer, Schär, Dragovic, Park (46. Voser); Cabral; David Degen (72. Fabian Frei), Diaz, Stocker, Salah (57. Pak); Streller.
Bemerkungen: Videoton ohne Stopira (verletzt), Basel ohne Alex Frei (gesperrt), Jevtic, Vuleta (beide verletzt), Kovac und Yapi (nicht im Aufgebot). Verwarnungen: 79. Stocker (Reklamieren). 85. Streller (Foul). (ker/si)
Erstellt: 25.10.2012, 22:10 Uhr
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49 Kommentare
Genau und es lag ja vorher alles am Trainer Heiko Vogel den man unbedingt entlassen musste nach dem Motto "jetzt wird ja alles Super und Toll. Dies zeigt doch einfach mal wieder dass es die Mannschaft ist die auf dem Platz steht und den Sieg einspielen muss. Antworten
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