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Dieser Mann holte die WM nach Qatar

Von Ueli Kägi. Aktualisiert am 04.12.2010 2 Kommentare

Der Fifa-Funktionär Mohamed Bin Hammam hat die Fussball-WM nach Qatar gebracht. Der 61-Jährige gilt als grosszügig und warmherzig. Doch stellt man sich ihm in die Quere, kann er auch anders.

Ist bekannt für seine guten Kontakte in der Fussballwelt: Mohamed Bin Hammam in Zürich.

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WM 2022 in Qatar: Erstaunen und Kritik in der ganzen Welt

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Internationale Medien zeigen sich erstaunt über die WM-Vergabe in den Wüstenstaat.

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Die WM-Vergabe als Wiederbelebung einer Freundschaft?: Bin Hammam und Sepp Blatter galten lange als Verbündete. Inzwischen soll sich ihr Verhältnis abgekühlt haben.

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Der Emir von Qatar ist sein sehr guter Freund. Sepp Blatter war zumindest einmal einer seiner engsten Weggefährten. In der Welt des Fussballs wird ihm ein vorzügliches Beziehungsnetz in Asien, Afrika, Südamerika und Südwesteuropa nachgesagt. Und mit seinen vorzüglichen Kontakten hat Mohamed Bin Hammam, Präsident des asiatischen Fussball-Verbands AFC, jetzt die WM nach Qatar geholt.

In der Hauptstadt Doha ist Bin Hammam 1949 geboren. Er ist finanziell unabhängig, weil er als Geschäftsmann Qatar mit Strom versorgt, das ist in diesem Wachstumsmarkt ein einträgliches Geschäft. Im Fussball begann sein Aufstieg, als sein Land 1995 als Ersatz-Austragungsort die U-20-WM von Nigeria übernahm. Ein Jahr später sass Bin Hammam schon im Exekutivkomitee der Fifa. Dort ist er schnell zu einer Schlüsselfigur im Weltfussball geworden.

Verhältnis zu Blatter hat sich inzwischen abgekühlt

1998 war er Sepp Blatters wichtigster Wahlhelfer im Kampf ums Fifa-Präsidium gegen die Uefa und Lennart Johansson. 2002 trat er wiederum an Blatters Seite an, um Stimmen zu sichern, sie sollen damals auch mit dem Jet des Emirs von Land zu Land geflogen sein. Bin Hammam gilt als sehr loyaler Typ – solange er nicht enttäuscht wird. Sein Verhältnis zum Schweizer Präsidenten hat sich in der Zwischenzeit abgekühlt. Vermutlich deshalb, weil sich Blatter einmal in AFC-Probleme einmischte. Bin Hammam verlangte danach in der Fifa, die Amtszeit des Präsidenten sei auf acht Jahre zu beschränken und die Wiederwahl über 70-Jähriger zu verbieten, so wie er das in seiner Konföderation auch eingeführt habe. Der Vorstoss wurde abgelehnt: Blatter will sich im kommenden Jahr zum vierten Mal wählen lassen. Ob die WM-Vergabe an Qatar jetzt von einer wiedergewonnenen Freundschaft zwischen Blatter und Bin Hammam erzählt? Ob sie ein Wahlhilfegegengeschäft mit einschliesst bei den kommenden Präsidentschaftswahlen? Es ist eine Vermutung, die niemand in der verschwiegenen Fifa bestätigen wird.

Bin Hammam ist in öffentlichen Auftritten eine höfliche, zuvorkommende, grosszügige Person. Seine Einkünfte aus allen Fifa-Ämtern leitet er an den AFC weiter. Und zu Hause in Qatar lädt er seine Freunde jeden Abend zu einer offenen Tafel mit Köstlichkeiten ein – selbst, wenn er auf Reisen ist. Er kann aber auch anders. «Wer sich mir in den Weg stellt, dem schlage ich Kopf, Hände und Beine ab», hat er im Kampf ums AFC-Präsidium einmal gesagt. Seine Gegner werfen ihm vor, sich Stimmen mit unlauteren Mitteln gesichert zu haben.

Mitgründer der asiatischen Champions League

Seinen Weg als Funktionär hat Bin Hammam konsequent geplant und verfolgt. Er hat oft im Hintergrund gearbeitet, Französisch gelernt, Verbindungen geknüpft und Seilschaften gebildet. Er hat Premier-League-Teams zu Showtourneen auf seinen Kontinent gelotst. Er hat die asiatische Champions League mitgegründet. Er soll sich vor der jüngsten WM-Vergabe mit den Bewerben aus Spanien/Portugal 2018 abgesprochen haben. Er verfolgt in seiner Region mit Fussball-Entwicklungsprogrammen dieselben Ziele wie Blatter in der Welt. Und er findet, es sei an der Zeit, dass einer aus dem asiatischen Raum Fifa-Präsident wird. Seine einst geäusserte Kandidatur-Absicht fürs kommende Jahr hat er zwar zurückgezogen – um dafür mit Blatters Hilfe die WM nach Qatar zu bringen, wie Fifa-Kritiker behaupten. Bin Hammam gedenkt trotzdem, irgendwannselbst anzutreten. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 04.12.2010, 15:38 Uhr

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2 Kommentare

Shane Hill

04.12.2010, 16:17 Uhr
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Katar schreibt man im deutschen nicht «Qatar». Auch wenn «Katar» nicht die korrekte Umschrift aus dem Arabischen ist. «Qatar» ist die englische Schreibweise. «Katar» ist deutsch. Siehe die Botschaft von Katar oder den Duden, oder ein Lexikon, oder Wikipedia. Es gibt kein Land, dessen Name in deutscher Sprache mit «Q» beginnt. Antworten


Hans Abächerli

04.12.2010, 17:23 Uhr
Melden

Säuhäfeli, Säudeckeli Antworten



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