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Drastische Massnahmen nach erneuten Krawallen
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Bei sogenannten «Hochrisiko-Heimspielen» wird der FCZ die Sektoren der Anhänger des jeweiligen Gastklubs nicht mehr öffnen. Der Entscheid, auswärts künftig ohne eigene Anhänger anzutreten, ist in der Schweizer Profi-Liga beispiellos.
Auslöser der heftigen Reaktion der FCZ-Geschäftsleitung sind die wüsten Szenen, die sich am letzten Freitag inner- und ausserhalb des Basler St.-Jakob-Parks abspielten. Gegen 200 Chaoten ohne Tickets verschafften sich gewaltsam Zutritt und randalierten im Gästeblock ungehemmt.
Der FCZ verurteilte diese Gewalteskalation scharf. In einem Communiqué sprach die Klubleitung von «Schandtaten» und kündigte weitere Schritte an: «Wir versichern, dass wir alles daran setzen werden, diese Verbrecher zu überführen und sie mit unbefristeten Stadionverboten zu bestrafen.»
Klubsprecher Giovanni Marti betonte, dass «unser Fansektor auswärts geschlossen bleibt». Das Ticket-Kontingent wird auf unbestimmte Zeit nicht mehr beantragt; via andere Kanäle werden Billette für den (nun gesperrten) FCZ-Sektor nicht zu beziehen sein.
«Ein gutes und klares Signal»
Für Ulrich Pfister, den Sicherheits-Verantwortlichen des Schweizer Fussball-Verbandes, ist der Massnahmenkatalog der Stadtzürcher «ein gutes und klares Signal». Er begrüsse grundsätzliche alle Massnahmen, die zu einer Eindämmung der Gewalt führen könnten.
Pfister gibt aber auch zu bedenken, dass «in Basel Chaoten ohne Tickets ins Stadion eingedrungen sind». Er befürchtet, entsprechend gewaltbereite Gruppierungen könnten auch in Zukunft anreisen. Darauf müsse man sich ebenfalls vorbereiten. «Der FCZ-Beschluss greift, wenn auch die anderen Massnahmen umgesetzt werden.»
Ähnlich äusserte sich Thomas Grimm zur Problematik. Der Präsident der Swiss Football League (SFL) plädiert für ein koordiniertes Vorgehen. «Der FCZ hat natürlich das Recht, einen solchen Beschluss zu fassen. Aber es braucht auch flankierende Massnahmen», kommentierte Grimm.
Wie muss die Polizei reagieren?
«Solche Gewaltszenen müssen verhindert werden, das ist klar. Deshalb begrüsse ich jeden Schritt, der diese Auswüchse minimiert», so Grimm. Ob der Ausschluss der Gästefans nun aber zum gewünschten Ziel führe, bleibe abzuwarten.
Es ist in der Tat ungewiss, ob sich die bis anhin unkontrollierbaren Krawall-Touristen an die FCZ-Regeln halten werden. Wenn keine Extra-Züge mehr verkehren, besteht die Gefahr, dass sich Chaoten unter andere Reisende mischen. Wie wird die Polizei Fans begegnen, die weiterhin ohne Tickets anreisen werden? Eine Trennung im Stadion dürfte schwierig werden. (si)
Erstellt: 23.11.2009, 18:05 Uhr











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