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Ein Fussballer im Grenzbereich
Von Ueli Kägi. Aktualisiert am 23.03.2010 1 Kommentar
Hatte schon immer Probleme mit Schiedsrichtern: Geoffroy Serey Die vom FC Sion. (Bild: Keystone)
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Serey Die (25), geboren in der Elfenbeinküste, sieht oft Rot. Fünfmal wurde der defensive Mittelfeldspieler, der die Nummer 14 auf dem Trikot trägt, schon vom Platz gestellt, seit er im Sommer 2008 zum FC Sion gestossen ist. Die jüngste rote Karte, erhalten am vergangenen Mittwoch für einen Griff ins Gesicht von GC-Spieler Toko Bundebele, war eine zu viel – zumindest für Christian Constantin: Der mächtige Präsident, Alleinherrscher über den FC Sion, erzählte am Samstag, er habe einen Anruf aus London erhalten und sei darauf hingewiesen worden, dass auf den Match GC - Sion mit ungewohnt hohen Einsätzen gewettet worden sei. Und er machte Serey Die zu einem Verdächtigen, als er am Sonntag verbreitete, der Spieler habe in letzter Zeit in kurzen Abständen mehrmals seine Handynummer gewechselt. Und neuerdings fahre er einen Porsche Cayenne.
Die Indizien genügten Constantin, um die Bundesanwaltschaft um eine Untersuchung wegen möglicher Wettmanipulationen zu bitten. Gleichwohl sagt er: «Es gilt die Unschuldsvermutung.»
Schwätzen, necken und lachen
Serey Die ist einer, der gerne Leute um sich hat, der gerne schwätzt, neckt und lacht. In den vergangenen Tagen aber hat Serey Die geschwiegen, bis er gestern in Constantins Hotel Porte d'Octodure in Martigny eine Pressekonferenz gab und verkündete, er gehöre zu keiner Wettmafia und habe nicht betrogen. Viel mehr mochte er nicht sagen.
Serey Die ist ein Fussballer, der sein Glück in Europa sucht. Eine ähnliche Karriere wie er haben viele Afrikaner gemacht. Er war 13, als er in die Fussballakademie des nationalen Verbandes der Elfenbeinküste aufgenommen wurde. Bei seinem ersten Versuch als Auslandprofi in Tunesien scheiterte er, danach setzte er sich in Algerien bei ES Sétif durch. Diese Mannschaft gewann 2008 die arabische Champions League: Den Erfolg nutzte er zum Wechsel nach Europa, zum FC Sion, zum grösseren Geld.
Ein Problem mit den Schiedsrichtern
In der Schweiz hatte er bald Probleme mit den Schiedsrichtern. Im zweiten Saisonspiel wurde er vom Platz gestellt, im siebten auch. «Ich habe ein heisses Temperament», erklärte er und, dass er sich besser unter Kontrolle haben und seine Kräfte kanalisieren wolle. Das sei Voraussetzung, damit er im europäischen Fussball reüssiere. Er hat sich auch besser in den Griff bekommen – aber nur zwischenzeitlich. Zwischen dem 24. August 2008 und dem 28. Oktober 2009 blieb er ohne Platzverweis. Ein ruppiger Spieler war er aber auch in dieser Zeit. Sein Einsatz im Zweikampf bewegt sich oft im Grenzbereich. Manchmal fliegt er rücksichtslos, brutal schon fast in gegnerische Beine. Bei den letzten sieben Einsätzen hat er nun wieder dreimal Rot gesehen.
Mit der Mannschaft mittrainieren darf Serey Die in diesen Tagen trotzdem. Nur spielen wird er eine Zeit lang ganz bestimmt nicht dürfen. Und deshalb hat der eigenwillige Constantin nicht nur schlecht über Serey Die gesprochen, sondern auch schon sein eigenes Recht gesprochen: Er will dem Fussballer den Jahreslohn um ein Drittel kürzen. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 23.03.2010, 06:20 Uhr
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1 Kommentar
herr constantin hat bereits bei ausbruch der wettskandale angekündigt, dass er selber ein exempel statuieren würde, wenn sich beim fc sion ähnliches ereignen würde. dass er sich die geschichte wie jetzt mit serey die aber auch noch selber konstruiert, das war nun wirklich nicht zu vermuten. und wenn herr constant kontakte nach london hat, dann habe ich einen direktanschluss ins weisse haus. ;-)) Antworten

