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«Favre spielt mit Gladbach am absoluten Limit»
Interview: Thomas Niggl. Aktualisiert am 20.01.2012
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Experte Günter Netzer macht den Bundesliga-Check (Bild: Keystone )
Bundesliga
34. Runde
| 05.05. | Borussia Dortmund - SC Freiburg | 4 : 0 |
| 05.05. | Werder Bremen - Schalke 04 | 2 : 3 |
| 05.05. | Hannover 96 - Kaiserslautern | 2 : 1 |
| 05.05. | Mainz 05 - Borussia Gladbach | 0 : 3 |
| 05.05. | 1. FC Nürnberg - Bayer Leverkusen | 1 : 4 |
| 05.05. | VfB Stuttgart - VfL Wolfsburg | 3 : 2 |
| 05.05. | 1. FC Köln - Bayern München | 1 : 4 |
| 05.05. | Augsburg - Hamburger SV | 1 : 0 |
| 05.05. | Hertha BSC - Hoffenheim | 3 : 1 |
Rangliste
| Name | Sp | S | U | N | G:E | P | |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Borussia Dortmund | 34 | 25 | 6 | 3 | 80:25 | 81 |
| 2. | Bayern München | 34 | 23 | 4 | 7 | 77:22 | 73 |
| 3. | Schalke 04 | 34 | 20 | 4 | 10 | 74:44 | 64 |
| 4. | Borussia Gladbach | 34 | 17 | 9 | 8 | 49:24 | 60 |
| 5. | Bayer Leverkusen | 34 | 15 | 9 | 10 | 52:44 | 54 |
| 6. | VfB Stuttgart | 34 | 15 | 8 | 11 | 63:46 | 53 |
| 7. | Hannover 96 | 34 | 12 | 12 | 10 | 41:45 | 48 |
| 8. | VfL Wolfsburg | 34 | 13 | 5 | 16 | 47:60 | 44 |
| 9. | Werder Bremen | 34 | 11 | 9 | 14 | 49:58 | 42 |
| 10. | 1. FC Nürnberg | 34 | 12 | 6 | 16 | 38:49 | 42 |
| 11. | Hoffenheim | 34 | 10 | 11 | 13 | 41:47 | 41 |
| 12. | SC Freiburg | 34 | 10 | 10 | 14 | 45:61 | 40 |
| 13. | Mainz 05 | 34 | 9 | 12 | 13 | 47:51 | 39 |
| 14. | Augsburg | 34 | 8 | 14 | 12 | 36:49 | 38 |
| 15. | Hamburger SV | 34 | 8 | 12 | 14 | 35:57 | 36 |
| 16. | Hertha BSC | 34 | 7 | 10 | 17 | 38:64 | 31 |
| 17. | 1. FC Köln | 34 | 8 | 6 | 20 | 39:75 | 30 |
| 18. | Kaiserslautern | 34 | 4 | 11 | 19 | 24:54 | 23 |
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Günter Netzer, heute Abend kommt es gleich zum Schlagerspiel zwischen Gladbach und Leader Bayern München.
Das ist doch fantastisch. Mit dieser Partie ist die Meisterschaft gleich wieder so richtig lanciert.
Was trauen Sie dem Team von Lucien Favre diesmal zu?
Es kann durchaus wieder eine Überraschung geben, wie beim ersten Saisonspiel in München, als Mönchengladbach mit einer taktischen Meisterleistung die Bayern mit 1:0 besiegte.
Bei einem Sieg hätte Gladbach nur noch einen Punkt Rückstand auf die Bayern. Trauen Sie Gladbach zu, um den Titel mitzuspielen?
Das denke ich eher nicht. Das Team von Lucien Favre hat zuletzt am absoluten Limit gespielt. Es wird wohl auch Rückschläge geben.
Torjäger Marco Reus hat in der Winterpause seinen vorzeitigen Abgang per Ende Saison zu Dortmund bekannt gegeben. Wie wird sich das auf die Leistung Gladbachs auswirken?
Ich glaube nicht, dass der Transfer von Marco Reus negative Reaktionen in der Mannschaft auslösen wird. Vielmehr ist es von Vorteil, dass jetzt Klarheit geschaffen wurde. Dies ist in jedem Fall besser als eine monatelange Ungewissheit. Reus wird für die Borussia noch bis zum letzten Spieltag sein Bestes geben. Dadurch ist es den Mönchengladbachern möglich, ihre Ziele zu erreichen. Ich rechne damit, dass die Mannschaft am Ende der Saison zwischen Platz vier und sechs positioniert sein wird.
Lucien Favre hat sich vergeblich gegen den Verkauf von Reus gewehrt.
Wenn sich finanzstarke und sportlich erfolgreiche Vereine um einen Top-Spieler wie Reus bemühen, hat ein Verein wie Mönchengladbach keine Chance, den Spieler zu halten. Das ist die gängige Praxis und das Schicksal kleinerer Vereine. Dass ein Trainer sich solchen Aktionen widersetzt, kann ich durchaus verstehen. Aber die finanzielle Verantwortung der Verantwortlichen lässt da keinen Spielraum. Das weiss auch Lucien Favre. Und deshalb schaut er auch positiv in die Zukunft. Er hat die Sache mit Reus abgehakt.
Gladbach ist für Sie also kein Titelanwärter. Wer könnte den Bayern denn überhaupt Paroli bieten?
Eigentlich kann nur Dortmund den Bayern gefährlich werden. Die Mannschaft hat nach einem durchzogenen Saisonstart jetzt die Form wiedergefunden. Es zeigt sich, dass sie die Belastungen, die mit dem Meistertitel verbunden sind, bewältigt hat. Auch die negativen Erfahrungen in der Champions League hat sie verkraftet. Deshalb erwarte ich in der Rückrunde noch einiges von den Dortmundern.
Schalke kommt für sie als Titelfavorit also nicht in Frage?
Die Schalker sind in einer sehr komfortablen Situation, weil sie nicht als Favoriten gehandelt werden. Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt. Falls sich die anderen allzu dämlich anstellen sollten, könnte Schalke sogar noch in den Titelkampf eingreifen.
Mit Ricardo Rodriguez spielt ab sofort ein weiterer Schweizer in der Bundesliga. Welche Chancen räumen Sie ihm in Wolfsburg ein?
Ich habe Ricardo Rodriguez in den Playoffs der Champions League gesehen. Da war er der einzige Spieler beim FC Zürich, der sich gegen die Bayern wirklich etwas getraut und zugemutet hat. Und auch in der Defensive hat er gegen Arjen Robben hervorragend gespielt und mich überzeugt. Er hat ein grosses Potenzial und mit seinem hervorragenden linken Fuss auch grosse Qualitäten bei stehenden Bällen.
Denken Sie, dass Wolfsburgs Trainer Felix Magath auch wirklich auf den jungen Schweizer setzt. Oder hat er ihn nur als Ergänzungsspieler geholt?
Das glaube ich überhaupt nicht. Im Gegenteil. Offenbar setzt Wolfsburg jetzt auch konsequent auf junge Talente. Rodriguez geht bei Magath durch eine harte Schule. Er kann sich noch einmal weiterentwickeln. Und mit seinen Qualitäten und unter diesen Aspekten traue ich Rodriguez den Durchbruch in Deutschland absolut zu.
Wie beurteilen Sie den Kampf gegen den Abstieg?
Augsburg hat sich zuletzt tapfer gewehrt. Aber ich befürchte, dass es am Ende dennoch nicht reicht. Auch Freiburg ist in extremer Gefahr, aber die spielerische Qualität der Mannschaft könnte ein Vorteil sein. Und Lautern muss bis zum Ende um den Ligaerhalt bangen. Ich glaube, diese drei Mannschaften werden den Abstieg unter sich ausmachen.
Eine letzte Frage: Wie sehen Sie die Zukunft von Lukas Podolski vom 1. FC Köln? Hat der deutsche Nationalspieler nicht das Potenzial, um endlich wieder bei einem grösseren Verein zu spielen?
Ich bin nach wie vor der Meinung, dass er kein Spieler für einen grossen renommierten Klub in Europa ist. Für Podolski wäre es ideal, wenn sich Köln gezielt verstärken und ihm somit grössere sportliche Perspektiven bieten würde. Eine Alternative wäre auch ein grosser Klub in der näheren Umgebung seiner Heimat Köln. So könnte er das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.
(baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 20.01.2012, 12:31 Uhr


