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Fussball-EM auf der Baustelle
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Die Uefa erwartet, dass 1,4 Millionen Fans die Fussballspiele in Polen und der Ukraine besuchen werden, viele davon aus dem Ausland. Die heute schon chronisch verstopften Strassen, die lottrigen Züge und die überlasteten Flughäfen in Polen werden nicht in der Lage sein, den Mehrverkehr zu schlucken. Der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur verzögert sich jedoch.
Der jüngste Uefa-Geheimbericht über die EM 2012 in Polen und der Ukraine dürfte die Fussballfans nicht freuen. Der Europäische Fussballverband hat die geplanten Stadien in Polen unter die Lupe genommen und kommt zu einem teilweise vernichtenden Beschluss: Bei zwei der vier im Bau befindlichen Stadien läuft es nicht so, wie es sich die Fussball-Funktionäre vorgestellt haben. Das schreibt die polnische Zeitung «Rzeczpospolita». In Breslau besteht das Risiko, dass das Stadion nicht rechtzeitig fertig wird; in Warschau (wo das Eröffnungsspiel stattfinden soll) bereitet die katastrophale Infrastruktur rund um das Nationalstadion Sorgen.
Der Bau des Stadions in Breslau mit 40'000 Plätzen stand von Anfang an unter einem schlechten Stern: Erst kürzlich wurde der Auftrag an eine deutsche Baufirma vergeben, da die ursprünglich ausgewählte polnische Firma ein halbes Jahr hinter dem Zeitplan her hinkte. Brisant: Die Behörden der Stadt Breslau verheimlichten dies. Sie teilten die Probleme weder der Uefa, dem polnischen Fussballverband, noch der Gesellschaft PL 2012 mit, die die Vorbereitungen für die Europameisterschaft koordiniert. Zwar behauptete der Stadtpräsident, er habe den europäischen Fussballverband informiert, im Bericht steht aber genau das Gegenteil: Man sei sehr überrascht gewesen über die Verzögerungen.
Es droht ein Verkehrschaos
Michal Janicki, der in der Breslauer Stadtverwaltung für die EM zuständig ist, versichert gegenüber «Rzeczpospolita» jedoch: «Das Stadion wird bis Mitte 2011 fertig gestellt.» Dies glaubt allerdings niemand. Gerechnet wird mit Ende 2011 – sollte der Bau nicht noch weiter verzögert werden. In der Hauptstadt Warschau kommt der Bau des Nationalstadions mit 55'000 Plätzen wie geplant voran. Die Uefa kritisiert jedoch die Fortschritte beim Ausbau der Infrastruktur um das Stadion: So ist die Modernisierung des nahen Bahnhofs gefährdet und auch die Sanierung der Zufahrtsstrassen lässt auf sich warten. Schon zuvor wurde bekannt, dass der Bau der zweiten U-Bahn-Linie vertagt wird und der geplante moderne Fernbusbahnhof nicht mehr rechtzeitig gebaut werden kann. Zufriedener ist die Uefa hingegen mit den Austragungsorten Danzig und Posen. (cha)
Erstellt: 25.02.2010, 14:38 Uhr

