Sport
Hat das Scheitern Konsequenzen für Christian Gross?
Von Stephan Roth. Aktualisiert am 26.05.2009 60 Kommentare
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Eigentlich war klar, dass sich nur Vizepräsident Bernard Heusler, der Verantwortliche für alle Belange der 1. Mannschaft, öffentlich äussert. Doch jetzt hat sich auch FCB-Präsidentin Gigi Oeri, die sich im Frühling aus dem Tagesgeschäft zurückgezogen hatte, zu Wort gemeldet. In Interviews mit der «Basler Zeitung» und dem «Blick» liess sie keine Zweifel aufkommen, dass sich nun auch die Trainerfrage stellt.
«Es reicht nicht, viermal gegen Zürich zu gewinnen. Das ist eine bittere Erkenntnis, aber es ist immerhin eine. Auf einem anderen Gebiet haben wir die noch nicht», sagte Oeri. «Sie meinen Gross?», wurde sie darauf gefragt, worauf sie sagte: «Die Trainerfrage wird sich in den Gesprächen sicher auch stellen.» In der «BaZ» sagte sie ebenfalls, dass Gross ein Thema sei. «Er gehört zum Team, und deshalb wird mit Sicherheit auch über ihn geredet werden.»
«Also müssen wir uns alle hinterfragen»
Immerhin sprechen Oeri und Heusler die gleiche Sprache. In einem Interview in der «Basler Zeitung» mit dem Titel «Ein ungutes Gefühl, das ich 2007 nicht hatte» äusserte sich auch der smarte Anwalt kritisch in der Gross-Frage. «Natürlich, wir können doch nicht einfach zur Tagesordnung übergehen. Wir haben nie einen Zweifel daran gelassen, dass wir uns schonungslos an den Zielen messen, die wir uns gesetzt haben. Und diese Ziele haben wir nicht erreicht, also müssen wir uns alle hinterfragen», meinte Heusler. Gegenüber dem «Tages-Anzeiger» sagte er weiter: «Im Sport wird man an den Zielen gemessen, ohne Titel ist die Saison vom Ergebnis her misslungen.»
Natürlich müsse sich auch der Trainer ein paar Fragen gefallen lassen, so Heusler in der «Basler Zeitung»: «Das ist doch normal, und er wird sich den Fragen auch stellen. Der Trainer ist der erste, der weiss, dass im Fussball alles an den Ergebnissen gemessen wird, am Erfolg. Er hat mit dem FCB schon so viele Erfolge gefeiert, er kennt den Stellenwert von Resultaten. Aber die selbstkritische Analyse kann sich doch nicht alleine auf die Person des Trainers beschränken.»
«Wir diskutieren sicher nicht über die Infrastruktur»
Zum Schluss wurde Heusler noch einmal deutlich gefragt: «Ist es möglich, dass der Misserfolg personelle Konsequenzen haben wird?» Die Antwort des Vizepräsidenten muss Christian Gross Sorgen machen: «Ein Klub wird durch Personen geführt. Wenn ich also sage, dass wir analysieren, dann diskutieren wir sicher nicht über die Infrastruktur. Aber ich sage hier und jetzt sicher nichts zu personellen Konsequenzen, weil das nicht meine alleinige Entscheidung ist, sondern die eines Gremiums, das diese Entscheidungen fällen muss.»
Zu einer schnellen Analyse des Misserfolgs wollte sich Heusler nicht hinreissen lassen. «Es wäre nicht richtig, wenn ein einzelnes Mitglied des Vorstandes in den Emotionen nach dem Schlusspfiff eine Analyse quasi aus der Hüfte vornimmt», sagte Heusler. Oeri hingegen wagte sich auf die Suche nach Gründen für das Scheitern. «Wir haben eine neue Mannschaft mit einigen jungen Spielern. Am Anfang lief es gut, vielleicht zu gut. Dann gab es verschiedene Entscheide. Zum Beispiel ist mit Fritz Schmid eine wichtige Person gegangen worden.» Von Schmid, dem jahrelangen Assistenten von Gross und engen Vertrauten Oeris, hatte sich der FCB wegen Differenzen mit Gross nach der Winterpause getrennt.
Gibt es eine Ausstiegsklausel?
Auf die Frage, ob es eine Ausstiegsklausel im Vertrag von Gross, der im Winter nach langem Zögern und vielen Spekulationen bis 2011 verlängert wurde, gebe, sagte Oeri lediglich, dass man dies den Trainer fragen müsse. Wenn man bedenkt, dass Gross geschätzte zwei Millionen Franken pro Jahr verdient, ist dieser Punkt nicht unwesentlich. In der «Basler Zeitung» sagte Oeri: «Leisten kann sich der FCB eigentlich gar nichts. Aber Sie können sicher sein, dass sich der FC Basel das bei der Vertragsverlängerung mit dem Trainer genau überlegt hat.»
Spannend wird auch sein, wie der stolze Gross damit umgeht, dass er nun auch öffentlich von seinen Vorgesetzten hinterfragt wird. In der Bundesliga, in der der Zürcher immer noch einen guten Namen hat, könnten plötzlich Eintracht Frankfurt, Bayer Leverkusen, wo Trainer Bruno Labbadia vor der Entlassung steht, oder der Hamburger SV, den Martin Jol (zu Ajax) verlassen dürfte für einen Absprung interessant werden. (baz.ch/Newsnet)
Erstellt: 26.05.2009, 14:34 Uhr
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60 Kommentare
denke dass gross gehen wird, leider stimmt die chemie zwischen der mannschaft und ihm nicht mehr. es ist normal dass sich mit der zeit abnützungserscheinungen einstellen und basel kann ja auch nicht das ganze team auswechseln. die arbeit von fritz schmid wurde vielfach unterschätzt, er war es der die trainings geleitet und für gute athmospähre gesorgt hat. Antworten
Klar muss der Vorstand nach aussen Herr Gross in Frage stellen. Doch sind wir mal realistisch, er ist zu teuer um ihn zu entlassen und wer soll der Nachfolger von Gross werden? Es gibt niemanden auf dieser Ebene der zum FCB kommen würde. Herr Gross wird mit neuen Spielern wieder auf die Erfolgsstrasse zurückkehren und die Fans werden dem Meistertrainer wieder die Füsse küssen. Gross ist nicht dumm Antworten




