Captain Marco Streller blickt für baz.ch/Newsnet auf das Spiel gegen Liverpool von 2002 zurück und sagt, warum der FC Basel weiter ist als noch vor einem Jahr.
«Jene Ambiance ist bis heute einmalig», schwärmt Marco Strellerin Erinnerung an den 12. November 2002. Jenes Spiel des FC Baselin der Champions Leaguegegen Liverpool ist dieser Tage in Basel allgegenwärtig. Die Ausgangslage vor dem Spiel gegen Manchester Unitedist denn auch fast identisch – aber nur fast. 2002 genügte den Baslern nach einem viel beachteten 1:1 auf der Insel ein Unentschieden zum Weiterkommen, während Liverpool zum Siegen verdammt war. Dieses Jahr ist es umgekehrt: Zwar holte der FCB in England wiederum einen sensationellen Punkt, muss den Champions-League-Finalisten vom vergangenen Mai allerdings schlagen. «Ein Punkt reicht nicht. Deshalb werden wir bei einem unentschiedenen Spielstand bedingungslos auf Sieg spielen», erklärt Streller entschlossen.
Vor neun Jahren war Streller zum Zuschauen verdammt. In jener Saison an den FC Thun ausgeliehen, verfolgte der damals 21-Jährige den Fussball-Thriller beim 3:3 von der Tribüne des St.-Jakob-Parks aus: «Der FCB hat in der ersten Halbzeit ein Feuerwerk gezündet. Dann hat das Spiel aber viel Nerven gekostet.» Ein erstes Endspiel um das europäische Überwintern gegen ein englisches Team erlebte Streller vor zwei Jahren. Im Heimspiel gegen Fulham hätte den Baslern ein Unentschieden gereicht, um in die Sechzehntelfinals der Europa League vorzustossen. «Wir waren nicht schlechter als Fulham, aber die Engländer waren erfahrener», sagt Streller.
Reifer als noch gegen Fulham
Zwei Jahre sind seither vergangen. Zwei Jahre, nach denen das Basler Kader zu einem grossen Teil noch dasselbe ist, wie gegen Fulham, und in denen der FCB viel internationale Erfahrung hinzugewonnen hat. «Wir sind reifer als damals», meint Streller, «ich denke auch, dass uns eine Niederlage wie gegen Bayern zu Hause vor einem Jahr heute nicht mehr passieren würde.» Damals spielte der kleine FCB dem grossen FCB übel mit, um dann aber doch noch 1:2 zu unterliegen. Gegen Manchester United im Hinspiel hat man resultatmässig schon einen Fortschritt erzielt. Nach einer zwischenzeitlichen 3:2-Führung musste man den Engländern nur noch den Ausgleich zugestehen. Und am Mittwoch soll der nächste Schritt nach vorn gelingen.
Streller selbst hat einen grossen Anteil an der Stabilität des FCB. Der Captain spielt eine grandiose erste Saisonhälfte. Zunächst tat er sich als der effizienteste Vorbereiter hervor, setzte sich in den letzten Spielen aber immer mehr als Torschütze in Szene. Gegen die Young Boys erzielte der Aescher das entscheidende 1:0, gegen Otelul Galati bereitete er das 2:0 vor und schoss das 3:0 selbst, bevor er am letzten Wochenende gegen Luzern wieder der einzige Torschütze war. Hinzu kommt, dass Streller auf und neben dem Platz das perfekte Vorbild ist. Ein wahrer Captain, der auf dem Zenit seines Leistungsvermögens ist.
Hoffen auf den Coup
Gegen Manchester will Streller nun das vielleicht beste Halbjahr seiner bisherigen Laufbahn mit einem Sieg gegen das grosse Manchester United krönen. Dabei macht er sich aber keine Illusionen über die Kräfteverhältnisse. «Von zehn Spielen gegen Manchester gewinnen wir vielleicht eines und holen ein Unentschieden», sagt der 30-Jährige und fügt mit einem vielsagenden Grinsen an: «Das Unentschieden haben wir schon aufgebraucht.» Die Ambiance aber, die soll noch besser werden als 2002 gegen Liverpool. «Die Stimmung wird hochexplosiv», meint Streller. Und diesmal wird er mittendrin sein, nicht mehr nur dabei. (baz.ch/Newsnet)
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Die Realität lautet, dass von 10 Spielen gg. ManU od. den FC-Bayern und insbesondere, wo es für beide Mannschaften um das Weiterkommen ginge, gewänne der FC-Basel kein einziges Spiel. Höchstens bei Gruppenspielen, die nicht gleich das Aus bedeuten, und wo der FC-Basel u.U. von einem Grossen weniger ernst genommen wird, mag das eine oder andere Unentschieden noch möglich sein.Antworten