Sport

Hitzfeld über den werdenden Papi Benaglio, Streller und Killerinstinkt

Nationalcoach Ottmar Hitzfeld war als Profi ein gefürchteter Stürmer mit einem ausgeprägten Torinstinkt. Diesen vermisst der Deutsche zurzeit bei seinen Schweizern.

Erfolgreiches Duo: Ottmar Hitzfeld und sein Torhüter Diego Benaglio.

Erfolgreiches Duo: Ottmar Hitzfeld und sein Torhüter Diego Benaglio.
Bild: Keystone

Seine Torausbeute als Torjäger war beachtlich. Hitzfeld schoss für den FC Basel in 92 Spielen 66 Tore, für den VfB Stuttgart traf er in 77 Spielen 38 Mal. In Lugano brachte er es in 55 Spielen auf 35 Einschüsse. In Luzern lautete seine Bilanz: 30 Tore in 72 Spielen.

Morgen absolviert die Schweiz die Generalprobe für das erste EM-Qualifikationsspiel vom kommenden Dienstag in Basel gegen England. Ottmar Hitzfeld hat sich an der heutigen Pressekonferenz etwas geärgert, dass seinem Team an der Weltmeisterschaft in der Berichterstattung eine defensive Haltung vorgeworfen wurde. «Jeder kann ja schreiben, was er will», entgegnete Hitzfeld den Journalisten vor seinem Podium. Doch die Schweiz hätte sich auch in den letzten Spielen gute Torchancen erarbeitet. «Uns fehlt der Killerinstinkt vor dem Tor», sagte der ehemalige Goalgetter. Die Effizienz müsse sich verbessern.

Gegen England hofft Hitzfeld auf Streller-Tore

Für das Spiel gegen England hofft Hitzfeld vor allem auf Marco Streller, der beim FC Basel nach einer langen Verletzungspause Auferstehung feierte. Allerdings konnte der Basler bisher noch nicht mit der Mannschaft trainieren und wird auch nicht gegen Australien in St. Gallen auflaufen. Die Ärzte der Nationalmannschaft behandeln zurzeit eine Muskelverletzung des Stürmers. «Ich hoffe, dass Marco am Samstag erstmals wieder mit dem Team voll mitrainieren kann», sagt Hitzfeld, der schon den Ausfall Strellers an der Weltmeisterschaft sehr bedauert hatte.

Hitzfeld wird gegen Australien mit folgender Formation beginnen: Im Tor steht Wölfli, die Abwehr bilden Lichtsteiner, Affolter, Grichting und Gelson Fernandes. Im Mittelfeld laufen Shaqiri, Inler, Margairaz und Bunjaku auf. Im Angriff stürmen Frei und Derdiyok. In der Halbzeit wird Hitzfeld diverse Umstellungen vornehmen.«Wir wollen für das England-Spiel auch Kräfte schonen.»

Benaglios-Ersatz Wölfli spielt schon gegen Australien

Dass bei der Generalprobe für das Englandspiel nicht Stammkeeper Diego Benaglio im Tor steht, mag überraschen. Doch Hitzfeld hat dafür seine plausiblen Gründe. Der Wolfsburg-Keeper wird in den nächsten Tagen erstmals Vater. «Wenn Diego bei der Geburt dabei sein will, werde ich das selbstverständlich akzeptieren», sagt Hitzfeld. «Wenn er abreist, reist er ab», sagt er. Es könne ja auch immer vorkommen, dass sich ein Spieler beim Einlaufen verletze. «Wir sind vorbereitet und ich habe volles Vertrauen in Marco Wölfli.»

Termin der Geburt soll allerdings erst der 8. oder 9. September sein. Am 7. September steigt die Partie gegen England. Hitzfeld kann noch immer auf Benaglio hoffen. Die Nummer 1 ist jedenfalls immer noch bei der Mannschaft. «Ich habe überhaupt nichts geplant und schaue von Tag zu Tag», sagte er gegenüber der «Basler Zeitung». (baz.ch/Newsnet)

Erstellt: 02.09.2010, 12:53 Uhr

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